Verkehr

Politik will Tempo 30 für Kirschbaumer Straße

An den Engstellen auf der Kirschbaumer Straße soll Tempo 30 gelten, fordert die Bezirksvertretung Mitte.
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An den Engstellen auf der Kirschbaumer Straße soll Tempo 30 gelten, fordert die Bezirksvertretung Mitte.

Der Engpass auf der Straße ist schon seit 1962 ein Streitpunkt. Im Begegnungsverkehr kommt es immer wieder zu Unfällen.

Von Philipp Müller

Solingen. Während in Solingen durchschnittlich jeder zehnte Autofahrer bei Geschwindigkeitsmessungen zu schnell fährt, laut Verwaltung 10,38 Prozent, ist es auf der Kirschbaumer Straße nur jeder 13. Fahrzeuglenker, der geblitzt wird. Und doch beschloss die Bezirksvertretung Mitte, dass sie für die Straße Tempo 30 fordert. Das hatte die Verwaltung zuvor als schwierig und mit Blick auf eine Stellungnahme der Polizei als nicht notwendig bezeichnet.

Die Kirschbaumer Straße hat im Bereich der Kreuzungen mit der Saarstraße, der Moselstraße und dem Kirschbaumer Hof einen Engpass. Dort kommt es immer wieder zu Unfällen im Begegnungsverkehr mit meist Bagatellschäden wie abgefahrenen Rückspiegel. Die Straße kann auch als eine Art „Westtangente light“ bezeichnet werden. Denn die schmale Straße liegt genau dort, wo seit den 1970er Jahren die politischen Parteien eine City-Umgehungsstraße von der Kreuzung Viehbachtalstraße mit dem Mangenberg bis etwa zur Kreuzung Werwolf im Bereich des Birker Bades forderten und letztlich Jahrzehnte später verwarfen.

Zum Thema: Hier gilt in Solingen zeitnah Tempo 30

Frank Zugreif, in der Verwaltung für Straßenverkehrsangelegenheiten zuständig, erläuterte in der Sitzung den Sachstand. Geschwindigkeitsmessungen im Jahr 2021 hätten bei fünf Messungen 90 Verstöße ergeben, der Schnellste fuhr 90 km/h. 2022 war bei zwei Messungen der Spitzenreiter 66 km/h schnell, es gab fünf Verstöße gegen die Höchstgeschwindigkeit von dort zulässigen 50 km/h.

Er zitierte auch aus einer Stellungnahme der Polizei, die dort Tempo 30 nicht für notwendig erachtet: „Die Beschilderung einer Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 km/h würde hier nicht den gewünschten Erfolg bringen, da die gefahrenen Geschwindigkeiten nicht das primäre Problem darstellen.“ Es gehe um die Unachtsamkeit der Verkehrsteilnehmer im Begegnungsverkehr.

Seit 1962 wird die Führung des Verkehrs immer wieder geändert

Der Engpass sei eine „Never ending Story“, bemerkte Zugreif. Diese unendliche Geschichte habe 1962 mit einer Einbahnregelung begonnen. Diese wurde 1963 ausgehoben, weil der Durchgangsverkehr die ebenfalls enge Teufelsinsel als Ausweichstrecke nutzte. 1998 habe es eine Vorrangregelung für die Kirschbaumer Straße gegeben. Ohne Erfolg, Unfälle gab es weiterhin. 2001 kam wieder die Einbahnregelung. Und damit wieder der Ausweichverkehr über die Teufelsinsel. 2002 wurde die Verbreiterung der Engstelle beschlossen und bis 2003 umgesetzt. Seitdem gibt es wieder Begegnungsverkehr. Die Verwaltung berichtet zudem, dass es sich seit 2004 bei dem Bereich nicht mehr um eine Unfallhäufungsstelle handelt.

„Wenn schon die FDP die Begrenzung der Geschwindigkeit fordert, ist da was dran.“

Horst Janke, FDP-Vertreter

Ein Anwohner des Bereichs zeigte sich entrüstet und durfte vor dem Stadtteilparlament sprechen. „Die Fahrgeschwindigkeit ist viel zu hoch, jeder Unfall ist einer zu viel.“ In der Debatte sahen das die Vertreterinnen und Vertreter der Parteien ähnlich. Der Schutz der Fußgänger müsse gewährleistet werden, der der Radfahrer ebenso. Der bauliche Zustand sei auch zu prüfen und zu verbessern. Parteiübergreifend ist Tempo 30 der Wunsch. Bekräftigend sagte Horst Janke von der FDP: „Wenn die FDP schon die Begrenzung der Geschwindigkeit fordert, ist da was dran.“

Entsprechend steht jetzt der Beschluss im Raum, dort Tempo 30 für alle einzuführen. Die Verwaltung möge noch begründen, warum das aus ihrer Sicht wegen der Straßenverkehrsordnung nicht möglich ist.

BV unterstützt Vereine

Mit freien Budgetmitteln kann der Verein DV Solingen jetzt Trikots für seine E-Jugend kaufen. Die DLRG erhielt Geld für die Anschaffung einer neuen Küche, der Vereine Wir in der Hasseldelle für das Herbstferienprogramm. Der Initiativkreis Solingen wird für ein Chorfestival am 24. September unterstützt.

Lesen Sie dazu auch: Tempo 40 soll Lärm an Solinger Straßen mindern

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