Bezirksvertretung

Politik tagt zu Folgen des Klimawandels

Die Bezirksvertretung Burg/Höhscheid beschloss sieben neue Baumscheiben für die Schützenstraße. Sie sollen zwischen August-Dicke-Schule und Zietenstraße errichtet werden.
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Die Bezirksvertretung Burg/Höhscheid beschloss sieben neue Baumscheiben für die Schützenstraße. Sie sollen zwischen August-Dicke-Schule und Zietenstraße errichtet werden.

In der Bezirksvertretung Burg/Höhscheid ging es um Flutschäden und kaputte Wälder.

Von Philipp Müller

Solingen. Es ist nur ein kleiner Beschluss, den die Bezirksvertretung Burg/Höhscheid im Pliester-Saal des Gründer- und Technologiezentrums fasste: Sieben Baumscheiben sollen an der Schützenstraße zwischen August-Dicke-Schule und Kreuzung Zietenstraße Straßenbäumen Raum bieten. Und doch passte er genau zum Hauptthema der langen Sitzung. Es ging um viele Folgen des Klimawandels und bereits entstandener Schäden.

Vielleicht wurde unter Leitung von Bezirksbürgermeister Paul Westeppe (CDU) sogar ein neuer Politikstil angesichts der Herausforderungen deutlich. Bäume helfen, die Temperaturen zu senken. Das hinterfragte niemand mehr. Einstimmig wurde der Beschluss gefasst – wohl auch unter dem Eindruck vorheriger Tagesordnungspunkte.

So machte Markus Schlösser vom Stadtdienst Natur und Umwelt in Bezug auf die städtischen Wälder klar: „Fichten und Lärchen sind nicht mehr zu retten.“ Das sind nur zwei der 32 Baumarten. Aber sie sind sichtbar als Kahlschlagflächen im gesamten Stadtgebiet. Schon seit 1982 habe die Stadt umgesteuert und Monokulturen vermieden. Aber es gebe sie noch mit den jetzt dramatischen Folgen. Das alles mündet in einem Aktionsplan, wie wiederaufgeforstet wird. Das passiert mit heimischen Arten, aber auch mit für uns fremden, klimaresistenteren. Und die nächste Hiobsbotschaft hatte Schlösser mitgebracht: Auch um die Buchen steht es nicht überall gut. Aber er verbreitet auch Hoffnung: Junge Bäume in trockenen Waldgebieten seien erstaunlich gesund angesichts des Dürrejahrs 2022. Dem Plan zur Wiederaufforstung stimmte die Bezirksvertretung einstimmig zu.

Wupperverband verbessert Melde- und Pegelsystem

Sehr ausführlich erläuterte der Wupperverband, welche Konsequenzen er aus dem Hochwasser Mitte Juli 2021 zieht. So wird die Zahl der Gewässerpegel von bisher 42 verdoppelt, teilte Thomas Klein, Geschäftsbereichsleiter Technik und Flussgebietsmanagement mit. Digitale Auswertungen für Prognosen sind im Hochwasserwarnsystem 4.0 angeschoben. Am Eschbach soll das Grundstück Mühlendamm 49 erworben werden, dem Bach in Unterburg mehr Platz geboten werden. Am Oberlauf des Eschbachs ist ein weiteres Regenrückhaltebecken möglich. Auf die Fischtreppe könne verzichtet werden, legt man den Kanal Eschbachsammler tiefer, steuerte Wupperverband Vorstand Georg Wulf bei. Er sagte auch: „Wir leben in einer Zeit des Klimawandels. Die Wasserwirtschaft wird da eine ganz wichtige Aufgabe sein.“

So berechnet der Wupperverband gerade, ob es möglich ist, statt 3,5 Kubikmeter Wasser pro Sekunde nur 3 aus der Wuppertalsperre abzulassen, ohne das Ökosystem Wupper zu zerstören. Es wird an einer Möglichkeit gearbeitet, bei Starkregen früher mehr Wasser aus der Wupper abzulassen und dazu die Bevölkerung zeitnah zu warnen, dass der Pegel ansteigt und niemand gefährdet wird. Wulf klagte, alles würde schneller laufen, stünde den Vorhaben nicht das komplizierte deutsche und europäische Vergaberecht im Weg.

Tempo 40

Die Verwaltung prüft: Ist von der Bauermannskulle, Neuenhofer-, Neuenkamper Straße, Birker Straße und Schützenstraße generell Tempo 40 mit farblich markierten Radwegen möglich?

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