Markt und Fußgängerzone

Wettbewerb: Kreative Ideen für Ohligser City - Gewinner steht fest

Der Gewinnerentwurf sieht unter anderem ein Wasserspiel für Kinder im Herzen von Ohligs vor. Fotos: Christian Beier
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Der Gewinnerentwurf des Planungswettbewerbs sieht unter anderem ein Wasserspiel für Kinder im Herzen von Ohligs vor.

Die Stadt Solingen stellte die Gewinner des Wettbewerbs für die Planung des Ohligser Marktplatzes und der Fußgängerzone vor. Nachhaltigkeit ist ein wesentliches Ziel der drei Bestplatzierten.

  • Beim Planungswettbewerb zur Neugestaltung des Ohligser Marktplatzes und der Fußgängerzone stehen die Gewinner fest.
  • Bei dem Wettbewerb der Stadt Solingen galt es, unterschiedliche Ansprüche zu vereinen.
  • Der Siegerentwurf will Ohligs eine neue Mitte geben.

Von Kristin Dowe

Solingen. Es war ein wenig die Quadratur des Kreises, der in dem von der Stadt Solingen ausgelobten Planungswettbewerb zur Neugestaltung des Ohligser Marktplatzes und der Fußgängerzone von den Planern gefordert wurde: Klimaschonend und mit Rücksicht auf die vorhandenen Baumbestände sollte das Areal gestaltet werden, gleichzeitig sollten die charakteristischen Hausfassaden an der Düsseldorfer Straße gut zur Geltung kommen, der Verkehr sollte ungehindert fließen können und nicht zuletzt sollten ausreichend Flächen für Feste wie den Dürpel erhalten bleiben. 

Der Büro des Haaner Planungsbüros, das Platz 2 belegte, setzt vor allem auf eine klare Aufgliederung des Straßenraums.

Viele Anforderungen, die nach Einschätzung des Preisgerichts unter Vorsitz der Landschaftsarchitektin Prof. Ulrike Beuter das Büro RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten aus Köln am besten erfüllt hat. Das Team aus der Domstadt belegte den ersten Platz beim Wettbewerb. Vertreter der Stadt, darunter Stadtdirektor Hartmut Hoferichter und Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD), hatten die Preisträger am Montag im ehemaligen Ladenlokal von Gerry Weber der Öffentlichkeit vorgestellt.

Ohligs: Marktplatz soll gemütliche Ecken als Treffpunkte bieten

„Uns war wichtig, Ohligs eine neue Mitte zu geben, der Marktplatz war daher ein Kernstück des Projekts“, erläutert RMP-Mitarbeiter Sabelo Jeebe, der den Gewinnerentwurf entwickelt hat. Eine Idee, um dies zu erreichen: Die Persiluhr soll von ihrem jetzigen Standort in die Mitte des Platzes versetzt werden. „Die Uhr ist ja so etwas wie ein lokales Identifikationsmerkmal für Ohligs. Deshalb sollte sie einen zentralen Platz haben“, erläutert Jeebe. 

Die beschnittenen Bäume versperrten aus Sicht der Jury zu sehr den Blick auf die Hausfassaden. Dennoch sicherte sich das Solinger Büro Platz 3.

Weiterhin sieht der Entwurf vor, „die bestehende Baumrahmung aus Amerikanischen Stadtlinden als U-Form um den heutigen Parkplatz und Freibereich als gestalterisches Element aufzunehmen und im Konzept fortzuschreiben“, heißt es in der Beschreibung. Der Aufenthaltsgürtel werde in Zwischenräume untergliedert, wo gemütliche Ecken entstehen sollen. Um den Bestandspavillon herum soll nach dem Willen der Planer eine Café-Terrasse für ein attraktives gastronomisches Angebot entstehen. Eine helle Pflasterung soll eine offene, urbane Atmosphäre schaffen.

Düsseldorfer Straße: Fußgängerzone in Ohligs soll flexible Lösung bekommen

Für die Düsseldorfer Straße empfiehlt das Kölner Planungsbüro eine flexible Lösung: „Die Fußgängerzone ist im Querschnitt mit einem südlichen, sechs Meter breiten Bewegungsstreifen, einem leicht nach Norden verlagerten Multifunktionsband und einem schmaleren nördlichen Bewegungsstreifen beziehungsweise einer Geschäftsvorzone ausgestattet“, heißt es in dem Entwurf. Das Multifunktionsband könne von Gastronomiebetrieben auf beiden Seiten als Konzessionsfläche genutzt werden.

Oberbürgermeister Tim Kurzbach wünscht sich, „das in Ohligs bald die Bagger rollen“.

Gute Ideen habe es auch in den anderen Büros gegeben, die mit ihren Entwürfen die Plätze 2 und 3 belegt haben, betont Planungsdezernent Hartmut Hoferichter. So strebten alle Entwürfe eine möglichst barrierefreie Gestaltung der Fußgängerzone an. „Sicherlich geht der Gewinner des Wettbewerbs da mit einem gewissen Punktevorsprung ins Rennen.“ Den zweiten Platz sicherte sich die ISR Innovative Stadt- und Raumplanung GmbH aus Haan, während auf Platz 3 mit der Landschaftsarchitektur GmbH auch ein Solinger Büro unter den Gewinnern war.

Nach dem Wettbewerb: Preisträger sollen Konzepte konkretisieren

In den folgenden Monaten werden die drei Preisträger im Rahmen eines Verhandlungsverfahrens aufgefordert, ihre Entwurfskonzepte zu konkretisieren und die Kosten für die Umsetzung zu beziffern. Am Ende wird feststehen, wer den Auftrag erhält. Die Ergebnisse des Auswahlverfahrens werden für den Sommer erwartet.

Derweil blickt der Stadtdirektor optimistisch auf den Zeitplan: „Die Sparkasse soll Anfang 2021 fertig sein“, sagt Hoferichter mit Blick auf die Pläne im ehemaligen Globus-Gebäude. „Im Frühjahr 2021 können wir dann loslegen.“ Die Umgestaltung könne etwa ein Jahr in Anspruch nehmen.

Der erste Preisträger erhält ein Preisgeld von 36.000 Euro, der zweite 28.000 Euro und der dritte 19.000 Euro. Alle zehn Entwürfe sind bis Sonntag, 1. März im Schaufenster des Ladenlokals Düsseldorfer Straße 40 (ehemals Gerry Weber) zu sehen.

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