Neubau

Planung für alte Sparkassen-Fläche startet

Stefan Grunwald und Prof. Hartmut Welters (l.) ließen sich die drei Entwürfe erläutern.
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Stefan Grunwald und Prof. Hartmut Welters (l.) ließen sich die drei Entwürfe erläutern.

Die bisherige Hauptstelle der Sparkasse soll einem „lebendigen Stadtquartier“ weichen. Es gibt verschiedene Ideen mit Wohnungen, Gastronomien und Dienstleistungen.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Die Arbeiten an der neuen Sparkassen-Hauptstelle in der Innenstadt schreiten voran. Stefan Grunwald, der Vorstandsvorsitzende der Stadt-Sparkasse, geht nach jetzigem Planungsstand davon aus, dass der Umzug in den Neubau am Neumarkt Mitte 2024 abgeschlossen sein wird.

Im Anschluss soll auf dem Grundstück der bisherigen Hauptstelle „ein lebendiges Stadtquartier entstehen“, kündigt das Rathaus an. Vorgesehen sind neben Wohnbebauung – darunter etwa ein Drittel öffentlich geförderter Wohnraum – unter anderem eine Kita und kleinere Flächen für Dienstleistung und Gastronomie. Eine städtebauliche Studie soll als Grundlage für die weitere Planung dienen.

Die SIM GmbH, die Immobiliengesellschaft der Stadt-Sparkasse, führt diese derzeit unter Beteiligung der Verwaltung durch. Seit dem Frühjahr erarbeiten drei ausgewählte Planungsbüros „städtebauliche Konzeptansätze“ für die 1,3 Hektar große Fläche. Am Dienstag präsentierten sie erste Zwischenstände.

Drei Architekturbüros stellen ihre Ideen vor

„Das Projekt soll einen Impuls geben und einen Beitrag zur Aufwertung der Innenstadt leisten“, gab Prof. Hartmut Welters das Ziel aus. Er begleitet die städtebauliche Studie. Das Plangebiet zeichne sich durch seine gute Erschließung sowie die gute Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr aus. Zu den Herausforderungen zähle die Topographie – zu überwinden ist ein Gefälle von mehreren Metern. Das Plangebiet umfasst nicht nur die aktuelle Sparkassen-Hauptstelle. Auch der Parkplatz unterhalb der Graf-Engelbert-Straße sowie die denkmalgeschützte Villa an der Elisenstraße zählen dazu.

Das Projekt soll einen Impuls geben.

Prof. Hartmut Welters, Verfahrensbetreuer

Das Architektenbüro 3pass hat sich dem Vorhaben laut eigenen Angaben über Solingens Historie genähert. Die Kölner Firma möchte das neue Quartier unter anderem über eine Art Torbogen gegenüber der Peter-Knecht-Straße in Richtung Innenstadt öffnen. Zudem sei vorgesehen, den Baumbestand so weit wie möglich zu erhalten. Eine weitere Idee: Außengastronomie an der Ecke von Graf-Engelbert- und Elisenstraße.

Dort befinden sich bislang Parkbuchten. Auch Astoc, das zweite Büro im Wettbewerb, möchte die Aufenthaltsqualität des „Elisenplatzes“ steigern. Zudem sieht der „Willkommen im Grünen“ getaufte Entwurf der Kölner viele polygonale, einzeln stehende Baukörper vor. Mit mehreren Zugängen und einem durchgängigen Weg über das Gelände soll die Fläche als Verbindung zwischen Südpark und City fungieren.

Einen ähnlichen Ansatz hat das Unternehmen Lorber Paul Architekten – ebenfalls aus Köln – gewählt. Ziel sei eine Öffnung des Gebiets in Richtung Kölner Straße und das Schaffen von Aufenthaltsbereichen zwischen den Häusern.

„Es geht zunächst um eine städtebauliche Studie“, betonte Hartmut Welters. Das Design der Immobilien spiele zu diesem Zeitpunkt eine untergeordnete Rolle. Vielmehr stehen Aspekte wie die Anordnung der Gebäude und die Gestaltung der Fläche im Fokus.

Ab 2026 könnte gebaut werden

Die drei Büros erhalten Anmerkungen zu ihren Entwürfen. In den kommenden Wochen haben sie Gelegenheit, die Pläne zu überarbeiten. Im September entscheidet dann eine Jury, welches Haus den Zuschlag erhält. Das Gremium besteht unter anderem aus Vertretern von Stadt-Sparkasse und Verwaltung sowie drei auswärtigen Expertinnen.

Auf Grundlage des Siegerentwurfs könne die Stadt das Bebauungsplanverfahren anstoßen, erklärte Stefan Grunwald. Der Stadt-Sparkasse sei es ihrerseits möglich, Kontakt zu potenziellen Investoren aufzunehmen. Aufgrund der verschiedenen Nutzungen, die auf dem Gelände vorgesehen sind, hält es der Vorstandsvorsitzende für realistisch, dass sich verschiedene Investoren auf der Fläche engagieren.

Fragen wie diese gelte es, in den kommenden Jahren zu klären. Es könnte bis 2026 dauern, bis das Baufeld an der Kölner Straße bereitet ist. Grunwald betonte: „Wenn es soweit ist, wollen wir die Voraussetzungen geschaffen haben, um loslegen zu können.“

Wettbewerbsaufgabe

Den Planungsbüros wurden für ihre Konzepte einige Aufgaben gestellt. So müsse die Wohnnutzung verschiedene Ziel-, Haushalts- und Bevölkerungsgruppen berücksichtigen. Bedarf bestehe vor allem für Wohnungen mit 50 bis 65 Quadratmetern Größe sowie ab 85 Quadratmetern. Auch eine viergruppige Kita sowie eine Tiefgarage sollten die Pläne beinhalten. Wichtig sei zudem eine gute Vernetzung des neuen Quartiers mit der Innenstadt. Die Neubauten sollten sich in die Umgebung einfügen.

Lesen Sie auch: Städtisches Klinikum baut Parkhaus und Kita

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