Skywalk Müngsten

SPD plant Fußweg in der Müngstener Brücke

Hier soll der Weg für Fußgänger und Radfahrer einmal entlang führen. Auf diesem Archivfoto ist gut zu sehen, dass die Deutsche Bahn die Plattform unterhalb der Gleise bereits erneuert hat. Das war für die umfangreichen Sanierungsarbeiten an der Müngstener Brücke notwendig.
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Hier soll der Weg für Fußgänger und Radfahrer einmal entlang führen. Auf diesem Archivfoto ist gut zu sehen, dass die Deutsche Bahn die Plattform unterhalb der Gleise bereits erneuert hat. Das war für die umfangreichen Sanierungsarbeiten an der Müngstener Brücke notwendig.

Der Skywalk Müngsten soll Solingen und Remscheid verbinden, auch Wuppertal unterstützt die Pläne.

Von Björn Boch

Solingen. Von Solingen-Schaberg nach Remscheid-Küppelstein und zurück – zu Fuß oder mit dem Rad, in wenigen Minuten? Wenn es nach der SPD im Bergischen Rat geht, wird das bald Realität. Am Freitag stellten Sozialdemokraten aus dem Städtedreieck die Pläne vor Ort vor. Unterhalb der Schienen, auf der die S 7 über die Müngstener Brücke fährt, soll eine Verbindung für Fußgänger und Radfahrer entstehen. Arbeitstitel: Skywalk Müngsten.

Die Plattform, die dort verläuft, wurde für die Sanierungsarbeiten durch die Deutsche Bahn (DB) erneuert und an die Brückenköpfe angeschlossen. Gerd Münnekehoff, Initiator des Antrags, schätzt, dass rund 80 Prozent der notwendigen Infrastruktur bereits vorhanden sei: „Der Weg kann ohne große Investitionen genutzt werden. Verwaltung und Politik müssen das nur umsetzen.“ Er wünscht sich eine Eröffnung zum 125. Geburtstag der Brücke – der ist am 15. Juli 2022.

„Wir wollen alle begeistern, das ist eine riesige Chance.“

Burkhard Mast-Weisz, Oberbürgermeister der Stadt Remscheid

Solingen: Skywalk-Plan für Müngstener Brücke „ambitioniert“

Diesen Wunsch bezeichneten die Politiker als „ambitioniert“. Unter anderem müssen Schutzmaßnahmen für Fußgänger und Radfahrer installiert werden, etwa in Form von Netzen. Auch Vorgaben der Bahn gibt es, denn die Verbindung wird für Wartungsarbeiten gebraucht. Absprachen gibt es bereits, der Projektleiter der DB für die Müngstener Brücke ist beteiligt.

Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach und der Remscheider SPD-Landtagsabgeordnete Sven Wolf bei der Präsentation der Pläne.

Und dann ist da noch das Projekt, die Brücke in Müngsten gemeinsam mit anderen in Europa auf die Unesco-Welterbe-Liste zu bringen: „Wir stehen in engem Kontakt mit der Unesco. Es ist klar, dass die Anmutung der Brücke erhalten bleiben muss und es keine starken baulichen Veränderungen geben wird“, erklärte Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach.

Der Skywalk ist Teil des SPD-Antrags „Weiterentwicklung des Brückenparks Müngsten“, mit dem sich der Bergische Rat am 2. Oktober befassen wird – also nach der Kommunalwahl. Remscheids Stadtoberhaupt Burkhard Mast-Weisz und seine Kollegen wollten die Idee vor den Sommerferien präsentieren, sie sehen den Vorstoß nicht als Wahlkampf. „Wir wollen alle begeistern, das ist eine riesige Chance“, erklärte Mast-Weisz.

Eine Chance, die zumindest schon einmal im Gespräch war. In einem frühen Stadium der Planungen für die Regionale 2006 sei eine Brückenquerung für Fußgänger und Radfahrer Thema gewesen. Daran erinnerte der Landtagsabgeordnete Sven Wolf. Der Müngstener Brückenpark war das Leitprojekt der Regionale, einem gemeinsamen Förderprogramm der drei bergischen Städte.

Müngstener Brücke: Park soll für ein Welterbe angemessen sein

Klaus Jürgen Reese, Vorsitzender des Bergischen Rates und der SPD-Fraktion Wuppertal, bezeichnete den Brückenpark und die Müngstener Brücke als „genauso wichtig“ für Wuppertal wie für Solingen und Remscheid. „Es geht uns auch darum, den Park so zu verbessern, dass er eines Welterbes angemessen sein wird.“ Wuppertals OB Andreas Mucke ließ sich aus terminlichen Gründen entschuldigen.

Neben den Planungen für den Skywalk Müngsten soll es auch „Überlegungen zur Erweiterung des gastronomischen Angebots“ geben. Außerdem soll die Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderung (BSW) die Verbindungen im öffentlichen Personennahverkehr zum Park darstellen und Verbesserungspotenziale aufzeigen. Großformatige Fotos am Müngstener Brückenweg und Autobahnschilder an der A 46 sollen auf die Attraktion hinweisen. All das ist Teil des SPD-Antrags.

Zum Antrag der Sozialdemokraten gehören auch weitere Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Müngstener Brückenparks.

Die Brücke könnte „hervorragende Rad- und Wanderwege miteinander verbinden“, betont Initiator Gerd Münnekehoff. Die Politiker erwarten durch den „Brückenschlag für die Verbindung der Bergischen Trassen“ nicht nur eine Touristenattraktion, sondern auch eine Maßnahme zum Beispiel für Berufspendler. „Der Skywalk Müngsten wird nachhaltig dazu beitragen, den Verkehrsmix im Bergischen zu verändern.“ Remscheids OB Mast-Weisz erhofft sich eine bessere Anbindung der Akademie für kulturelle Bildung in Küppelstein. 

Tourismus-Kampagne in Solingen

Die Stadt Solingen startet eine Tourismus-Kampagne, um in diesem Jahr mehr Kurzurlauber und Gäste für Tagesausflüge in die Klingenstadt zu locken. Aufgrund von Corona geht die Stadt davon aus, dass viele Urlaub in Deutschland planen. Die Plakat- und Social-Media-Kampagne, die sich auf einen Umkreis von etwa 100 km um die Klingenstadt herum konzentriert, soll am 7. Juli beginnen. Ein wichtiger Baustein von „Entdecke Solingen“ sind auch die Müngstener Brücke und der Brückenpark.

Erst kürzlich wurde der Brückenpark gründlich gereinigt: Zwei Tage lang schrubben Mitarbeiter der Technischen Betriebe in Müngsten.

Standpunkt: Begehbar und begreifbar

Von Björn Boch

bjoern.boch@ solinger-tageblatt.de

Viele Menschen wissen eine gute Aussicht zu schätzen. Vielerorts werden auf Gebäuden hohe Eintrittspreise verlangt, damit Besucher den Blick von oben genießen können. Auch wenn die Müngstener Brücke bereits vom Brückenpark aus wunderschön anmutet: Wer schon einmal das Vergnügen hatte, sich in der Brücke bewegen zu dürfen, erhält noch einmal einen ganz anderen Bezug zu diesem spektakulären Bauwerk. Sollte es gelingen, die Müngstener Brücke in die Unesco-Welterbe-Liste aufzunehmen, hätte das Strahlkraft weit über die Region hinaus. 

Bislang ist der Versuch, deutlich mehr Touristen nach Solingen und ins Bergische zu locken, selten von Erfolg gekrönt, ein Welterbe könnte das maßgeblich ändern. Und sollte es dann gelingen, das Bauwerk begehbar und damit noch besser begreifbar zu machen, hätten die Verantwortlichen Großes für die Region erreicht. Fast schon schade, dass die Verbindung für Fußgänger und Radfahrer nicht schon zur Regionale 2006 umgesetzt werden konnte. Umso besser, dass die SPD und Initiator Gerd Münnekehoff die Pläne nun aus der Schublade geholt haben.

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