Rücksicht auf der Trasse

Plakate sollen zum Nachdenken anregen

Augenzwinkernd machen Plakate von Marcus Wenning auf Probleme aufmerksam. Foto: Michael Schütz
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Augenzwinkernd machen Plakate von Marcus Wenning auf Probleme aufmerksam.

Verkehrsverbände werben auf dem Parkplatz am Kunstmuseum für Rücksicht auf der Trasse.

Von Holger Hoeck

Solingen. Solingens Verkehrssicherheitsberater Ulrich Schmidt zögerte nicht. „Das ist ja prima, dass Sie den Weg zu uns gefunden haben. Sie kommen genau rechtzeitig, um an unserem Geschicklichkeitsparcours mitzumachen“, wendete er sich Radfahrern zu, die eher zufällig den Parkplatz am Kunstmuseum und die dort von Schmidt und seinen Kollegen aufgebaute Aktionsfläche mit Slalomkurs, Spurgasse und Bremsübung passierten.

Frank Breitgraf ließ sich nicht lange bitten. Geschickt lenkte der Solinger sein E-Bike um die Verkehrshütchen und bestand auch noch den anschließenden Bremstest. „Wer sein Rad mit Geschicklichkeit beherrscht, kann Unfälle vermeiden und trägt somit seinen Teil zur Sicherheit im Straßenverkehr bei“, erläuterte Hauptkommissar Schmidt am Ziel des Parcours.

Die unterhaltsame wie lehrreiche Maßnahme war eingebettet in einen mehrstündigen Aktionstag, mit dem die Ortsgruppe Solingen des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) gemeinsam mit dem Regionalverband Bergisches Land des Verkehrsclubs Deutschland (VCD), der örtlichen Polizei und der Verkehrswacht Solingen um mehr Rücksichtnahme auf der Korkenziehertrasse warb.

„Die Trasse wird sehr stark genutzt, ist jedoch nur drei Meter breit und kann auch nicht ausgebaut werden. Daher kommen sich Radfahrer, Jogger und Fußgänger, diese oft auch mit Hunden, sehr nahe. Konflikte bleiben dabei leider nicht aus“, erklärt Bernhard Stoer, Sprecher der ADFC-Ortsgruppe. Immer wieder komme es zu Pöbeleien zwischen rasenden Zweiradlenkern, Spaziergängern oder in ihrer Musik versunkenen Sportlern. „Wir appellieren daher an die Vernunft der Nutzer und hoffen zukünftig auf mehr Aufmerksamkeit aller Beteiligten.“

Um ihrem Wunsch noch stärker Ausdruck zu verleihen, haben die Verkehrsverbände Plakatmotive des Essener Künstlers Marcus Wenning – sie rufen in seiner Heimatstadt mit Augenzwinkern statt Mahnung zu erhöhter Vorsicht auf – übernommen, auf Solinger Verhältnisse umgestaltet und diese auf Banner drucken lassen. Sie sollen künftig – unübersehbar – an der Korkenziehertrasse aufgehängt werden. Gepaart mit Tipps wie „Ohne Kopfhörer hört man das Klingeln besser“, „Laufe auf der gleichen Trassenseite wie dein Hund“ oder „Achte auf Kinder und Ältere“ sollen die Illustrationen zum Nachdenken anregen. Grafik-Designer Wenning, selbst aktiver Radfahrer, freute sich über die Resonanz auf seine Zeichnungen. „Die Aktion ist überaus sinnvoll und führt hoffentlich zum gewünschten Ergebnis. In meiner Heimat waren die Rückmeldungen jedenfalls sehr positiv.“

Teilnehmer schlagen mit Knüppeln auf Helme ein

Während nebenan Teilnehmer mit einem Knüppel auf gebrauchte Fahrradhelme einschlugen, um auch, so Verkehrssicherheitsberater Schmidt, „dem letzten Helm-Muffel die Widerstandskraft dieser elementaren Kopfbedeckung eindrucksvoll zu demonstrieren“, tauschte sich Reiner Nießen mit interessierten Gesprächspartnern an seinem Stand aus. „Unser Club kümmert sich im Grunde um alle Verkehrsarten vom Fliegen übers Rad und Auto bis zum Öffentlichen Nahverkehr. Auch wir streben ein vernünftiges Miteinander an, setzen den Fokus unserer Tätigkeit aber auch auf den Schutz schwächerer Verkehrsteilnehmer, insbesondere von Kindern“, betonte der Schatzmeister des VCD-Regionalverbandes.

Daten

ADFC: Der Verein hat bundesweit 190 000 Mitglieder. Oberstes Ziel in mehr als 450 deutschen Städten ist die Förderung des Fahrradverkehrs auf Bundesebene.

Kreisverband: Seit Anfang 2012 existiert der Kreisverband Wuppertal/Solingen, in dem die Solinger Aktiven eine eigene Ortsgruppe bilden.

Fahrradmechatroniker ist ein Beruf der Zukunft: In der Ausbildung spielt die Elektrotechnik eine große Rolle.

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