Höhscheid

Pionierarbeit: Sonnenblumenöl vom Höhmannsberg

Noch geschieht alles von Hand – gibt es aber genügend Kundenzuspruch, soll der Anbau 2023 schon mit deutlich mehr Aufwand und besserem Equipment laufen.
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Noch geschieht alles von Hand – gibt es aber genügend Kundenzuspruch, soll der Anbau 2023 schon mit deutlich mehr Aufwand und besserem Equipment laufen.

Goldgelb und frisch abgefüllt: das Sonnenblumenöl vom Höhmannsberg. Die Landwirtin Katrin Limbach betritt mit dieser Produktion Neuland, das sich lohnt.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Goldgelb und sämig fließt das frisch gefilterte Öl aus dem großen Becherglas ins kleine Probiergefäß. Es duftet nach frischem Feld und Sonne. Auf dem Küchentisch stehen schwarze Metallflaschen mit einer großen Sonnenblume als Aufdruck – gleich müssen sie befüllt werden. Seit wenigen Tagen ist das Sonnenblumenöl vom Höhmannsberg im Selbstbedienungsautomaten von Katrin Limbach erhältlich. Und damit die Kunden möglichst frische Ware erhalten, füllt die Landwirtin peu à peu ab.

9,90 Euro kostet die 0,5-Liter-Flasche mit dem Öl aus Solingen-Höhscheid. Mit der Produktion betrat Limbach Neuland – ein Weg, der sich für sie fast schon gelohnt hat. Jetzt braucht es nur noch die Kunden für das goldgelbe Sonnenblumenöl.

Links das Öl vom Höhmannsberg, rechts eines aus dem Handel.

„Nach der Ernte vor den Herbstferien war der Weg bis hierher lang“, ist sich Limbach bewusst, die zum ersten Mal Sonnenblumen angebaut hat um daraus Öl pressen zu lassen. Das zum Hof in Widdert gehörende Feld am Höhmannsberg bot gute Voraussetzungen für diese Pionierarbeit, die im Frühling als Idee entstanden war, „als plötzlich das Speiseöl knapp und teuer wurde“, erinnert die Landwirtin.

Auf 5000 Hektar wurde ausgesät und schnell sprossen die Pflanzen, bekamen Blüten und waren im Spätsommer ein wunderschöner Blickfang für Spaziergänger. Der Pflegeaufwand hielt sich in Grenzen, sagt Limbach. „Bewusst haben wir weder großartig gedüngt noch mit Pflanzenschutz gearbeitet.“ Geerntet wurde mit einer Maschine eines Lohnunternehmers, berichtet sie. „Wir wollten ja ausprobieren und entsprechend mussten wir vieles ein wenig im Improvisationsmodus händeln.“

Nach der Ernte ging es in die Trocknung. „Vier bis sechs Wochen lagen die Körner, bevor wir sie von Hand gereinigt haben“, berichtet Limbach weiter. „Das war eine Familienaufgabe, die wir im kleinsten Kreis erledigt haben.“ So von Blütenkorbresten oder Staub befreit, ging es in eine Ölmühle: Das Speiseöl-Werk Mettmann kam zum Einsatz.

An alle Adressen und Ansprechpartner sei sie zum großen Teil via Internetrecherche und Tipps von Bekannten gekommen, sagt Katrin Limbach. „Wir waren ja totale Neulinge in dieser Branche.“ Zertifiziert wurde das Ganze von der LUFA NRW, dem spezialisierten Labor für Agrar- und Umweltanalytik der Landwirtschaftskammer Nordrhein Westfalen. Nach 14 Tagen kam die Freigabe, dann endlich konnte das Öl in Kanistern abgeholt werden.

Derweil hatten sich Limbachs für eine schwarze Metallflasche mit Sonnenblumenaufdruck entschieden. Öl müsse dunkel lagern, deshalb sei die Entscheidung gegen eine Glasflasche gefallen, sagt Limbach. Abgefüllt wird derzeit noch in der Privatküche: Mit Kelle und Sieb, um Schwebeteile herauszufiltern. „Qualitativ sind wir begeistert“, sagt Katrin Limbach.

„Wenn genügend Kunden unserer Meinung sind, gibt es im nächsten Jahr eine zweite Anbaurunde. „Dann schon auf sichereren Füßen und möglicherweise auch mit eigenem Equipment.“ Zum Beispiel mit einem richtigen Abfüllgefäß mit Auslaufhahn.

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