Pandemie

Pina-Bausch-Saal bleibt im Dezember leer

Auch im Dezember droht, dass der Pina-Bausch-Saal leer bleiben muss. Immer ernster wird die Situation für die 250 professionellen Künstler in Solingen, denen Einnahmen – oft ohne Ausgleich – fehlen. Foto: Christian Beier
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Auch im Dezember droht, dass der Pina-Bausch-Saal leer bleiben muss. Immer ernster wird die Situation für die 250 professionellen Künstler in Solingen, denen Einnahmen – oft ohne Ausgleich – fehlen.

Solinger Kulturszene blickt pessimistisch in die Zukunft – Netzwerk soll Stimmen vereinen.

Von Philipp Müller

Solingen. Trotz des umfassenden Hygiene-Konzepts im Theater und Konzerthaus geht die Hausherrin, die Kulturmanagement-Leiterin Sonja Baumhauer, nicht davon aus, es im Dezember auf Besucher anwenden zu können. Die Signale aus Berlin und vom Land deuteten auf eine Verlängerung der Schließung hin. Baumhauer sagte dies bei der Vorstellung der Veranstaltung „Risikogebiet Kultur – Perspektiven für die Zukunft“, die sich unter der Federführung der Bergischen Volkshochschule (VHS) mit der Situation der Szene vor Ort beschäftigen wird.

Am 26. November wird es in einer Videokonferenz darum gehen, die rund 250 in Solingen lebenden professionellen Künstler besser zu vernetzen. Kulturdezernentin Dagmar Becker (Grüne) erklärte, es gehe darum, Fördermöglichkeiten aufzuzeigen, die die wirtschaftliche Existenz sicherten. Leider seien viele der Hilfsprogramme nicht auf die oft Soloselbstständigen zugeschnitten.

Das werde sich auch bei der Konferenz widerspiegeln, erklärte der Dramaturg Andreas Schäfer. Er wird die Veranstaltung als Moderator begleiten. Auf dem virtuellen Podium wird dann der frühere Bassist von S.Y.P.H., Jojo Wolter, sitzen, der aktuell von Hartz IV lebt. Daniela Baumann, die Solinger Malerin, muss Teile der 9000 Euro Soforthilfe aus dem April zurückzahlen. Der Kölner Schauspieler Marius Jung soll den Blick über die Solinger Stadtgrenzen hinaus öffnen. Wie auch Johannes Schmidt von der Utopia-Stadt Wuppertal, der von dort berichten will. Für Sonja Baumhauer ist es aus zweifacher Sicht eine wichtige Veranstaltung. Sie werde geblockt Fördermöglichkeiten vorstellen. Zudem hofft Baumhauer auf viele neue Gesichter, um die Solinger Kulturszene besser zu vernetzen. Schon jetzt würde das Kulturmanagement Infobriefe verschicken, die den Künstlern durch die Pandemie helfen sollen – teilweise verbunden mit Angeboten, Kultur zu veranstalten.

Solingen: Gelder für die Symphoniker fließen ins Kunstmuseum

Denn das TV-Studio für Aufnahmen werde gerade wieder aufgebaut, sagte Baumhauer. Möglich machten dies Gagen, die eingespart wurden, weil Aufführungen der Oper Rigoletto ausgefallen sind.

Dezernentin Becker erklärte, ein Programm zur Finanzierung lokaler Kultur durch eingesparte Honorare für die Bergischen Symphoniker sei aktuell nicht vorgesehen. Dies hatte das Kulturamt der Nachbarstadt Remscheid aufgelegt und dafür freie Mittel aus eingesparten Geldern für Konzerte der Symphoniker eingesetzt. In Solingen seien diese Gelder jedoch ins Kunstmuseum geflossen, sagte Becker.

Die Pandemie habe auch Auswirkungen auf die VHS, erklärte Dr. Heinz-Werner Würzler. Künstler, die sonst Kurse geben würden, könne die Bergische VHS jetzt nicht beschäftigen. „Daher sind wir mit ganzem Herzen dabei, an dem Abend viele Infos zu geben und zu einem Erfahrungsaustausch zu kommen“, sagte der Fachbereichsleiter für Kultur.

Sollte das Theater im Dezember nicht öffnen dürfen, sollen geplante Kindertheateraufführungen nicht ersatzlos ausfallen, erklärte Baumhauer. „Wir verschieben das.“ Die Kulturdezernentin betonte dabei: „Kultur ist die Würze für die Stadt und Grundlage für die Demokratie.“

In unserem Live-Blog finden Sie alle Informationen rund um das Coronavirus in Solingen. Der Blog wird laufend aktualisiert.

Konferenz

Zielgruppe: An der Veranstaltung „Risikogebiet Kultur – Perspektiven für die Zukunft“ am 26. November um 19 Uhr sollen professionelle Solinger Künstler teilnehmen. Aber auch Kulturinteressierte und Künstler mit Amateurstatus sind zum Ideen- und Meinungsaustausch eingeladen.

Anmeldung: Für die Videokonferenz können sich Interessierte bei der VHS anmelden:

heinz-werner.wuerzler @bergische-vhs.de

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