E-Sport ist eines der Zukunftsthemen

Gründer- und Technologiezentrum hat neuen Leiter

Franziska Schurr und Phil Derichs möchten das Gründer- und Technologiezentrum weiterentwickeln.
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Franziska Schurr und Phil Derichs möchten das Gründer- und Technologiezentrum weiterentwickeln.

Phil Derichs möchte die Region sichtbarer machen.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Einen gewissen Respekt vor der neuen Aufgabe kann Phil Derichs nicht verhehlen. Gleichzeitig betont der neue Leiter des Solinger Gründer- und Technologiezentrums (GuT): „Ich bin voller Tatendrang und möchte den positiven Weg, den wir eingeschlagen haben, fortführen.“ Zu seinen Zielen zählt, das Campus-Gefühl auf dem GuT-Gelände an der Grünewalder Straße zu stärken. Auch dem Thema E-Sport im Bergischen Land möchte Derichs einen Schub verleihen.

Der 33-Jährige ist seit 2018 Mitarbeiter des städtischen Gründer- und Technologiezentrums. Nach seinem Master-Abschluss im Bereich Wirtschaftswissenschaften an der Bergischen Universität Wuppertal kümmerte er sich zunächst zwei Jahre lang um den 3D-Start-up-Campus, ehe er Start-up-Manager wurde. Nun tritt er die Nachfolge von Sven Anders Wagner an, der zukünftig für ein Unternehmen in der Klingenstadt arbeiten wird.

„Ich möchte noch mehr Gas geben.“

Phil Derichs, GuT-Leiter

Zu Derichs Aufgaben gehört weiterhin die Betreuung von Gründerinnen und Gründern. Er verfolgt das Ziel, die Region zu stärken und für Start-ups sichtbarer zu machen. „Da möchte ich noch mehr Gas geben“, sagt der gebürtige Wuppertaler. Hinzu komme die Verwaltung der GuT-Immobilien, die fortan in seiner Verantwortung liegt.

Der Campus an der Grünewalder Straße soll enger zusammenwachsen. Erreichen möchte er das durch eine engere Vernetzung der Häuser sowie der darin vertretenen Start-ups. Auch der Co-Working-Space an der Linkgasse werde in die Pläne einbezogen. „Egal welche Ideen Gründerinnen und Gründer haben – bei uns sollen sie ihren Startpunkt finden können“, sagt Phil Derichs.

Unterstützung erhält er von Franziska Schurr. Während ihres Studiums in Düsseldorf (Germanistik sowie Kommunikations- und Medienwissenschaften) arbeitete die 26-Jährige als Werkstudentin für die Wirtschaftsförderung. Nach einem Zwischenstopp in einem Kölner Unternehmen verstärkt die gebürtige Solingerin das GuT-Team nun in Vollzeit. „Ich freue mich sehr, wieder hier zu sein“, sagt Schurr. Zu ihren Aufgaben zählt es, als Ansprechpartnerin für die Start-ups zu fungieren und Veranstaltungen zu organisieren.

Ein größeres Event ist für den 24. Oktober geplant. An diesem Tag soll sich in der Alten Maschinenhalle auf dem GuT-Gelände alles um E-Sport drehen. „Wir möchten dort alle Akteure zusammenbringen, die damit zu tun haben“, erklärt Phil Derichs. So soll es gelingen, ein möglichst breites Publikum anzusprechen.

E-Sport ist Teil der Solinger Digitalisierungsstrategie. Der neue GuT-Leiter berichtet von „immer mehr Projekten und Start-ups“. Aus Sicht des 33-Jährigen hat das Thema großes Potenzial. Das gelte insbesondere für Unternehmensgründungen, die neue Arbeitsplätze am Wirtschaftsstandort schaffen könnten. Doppelpass Digital hat es vorgemacht: Das Start-up mit Sitz im GuT konnte Anfang des Jahres eine erste Vollzeitstelle besetzen.

Doch auch eingesessene Firmen können profitieren, ist Derichs überzeugt. Dabei denkt er nicht nur an Beispiele wie Anwälte, die sich auf E-Sport spezialisieren könnten. Betriebe könnten das Thema zudem für Marketingzwecke nutzen – intern wie extern. „Wer etwa ein betriebseigenes E-Sport-Team hat, wird attraktiver für alte und neue Mitarbeiter“, skizziert der GuT-Leiter.

E-Sports erweitert das Portfolio von „Solingen.Business“. Zwar friste das professionelle Computerspielen in Deutschland eher ein Schattendasein – doch das ändere sich derzeit. „Bei dieser Entwicklung möchten wir von Anfang an dabei sein“, betont Phil Derichs.

Aktuell stützt sich das Projekt im Wesentlichen auf zwei Säulen. Die erste: Der im September 2021 gegründete „eSport Club Solingen“. Der Verein bringt relevante Akteure wie WMTV, Sportbund und Stage5-Gaming zusammen. Im Vordergrund stehen Derichs zufolge die sozialen Komponenten der Thematik.

Für die ökonomische Seite des Themas ist der jüngst von der Wirtschaftsförderung gegründete E-Sport-Hub verantwortlich. Dessen Ziel sei es unter anderem, Unternehmen vor Ort mit Gamern, E-Sport-Vereinen und -Start-ups zu vernetzen. Der virtuelle Sport soll nach und nach aus seiner Nische kommen. Denn mit einsamem Zocken in einem dunklen Keller, betont Phil Derichs, habe der nichts gemein.

www.esporthubsolingen.de

Organisation

„Solingen.Business“ heißt die Dachmarke, unter der die Wirtschaftsförderung der Klingenstadt und das Gründer- und Technologiezentrum ihre Aktivitäten bündeln. Dazu zählen etwa Co-Working-Angebote, das Start-up-Förderprogramm Bergsteiger, der 3D-Start-up-Campus und Veranstaltungen wie der Gründerwettbewerb Berg-Pitch.

www.solingen-business.de

Auch interessant: Unzulässige Konkurrenz? Streit um Angebot im Gründerzentrum

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