Coronavirus

Pflegeheim Böcking: Ohne Coronafall durch die Pandemie

Bewohnerin Iris Roth (l.) und die Mitarbeiter Julius Marek und Lisa Ohliger zeigen, wie das „Kontaktstübchen“ funktioniert. Foto: Michael Schütz
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Bewohnerin Iris Roth (l.) und die Mitarbeiter Julius Marek und Lisa Ohliger zeigen, wie das „Kontaktstübchen“ funktioniert.

Private Einrichtung hat Maßnahmen früh umgesetzt

Solingen: Schließungen, Besuchsverbot, drohende Vereinsamung, und Corona-Ausbrüche mit zahlreichen Todesopfern – vor allen Dingen in der ersten Welle der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr standen die Alten- und Pflegeheime im besonderen Fokus der Maßnahmen.

Im Pflegeheim Böcking an der Wissmanstraße in Merscheid hatte man sich schon früh dafür entschieden, nicht nur die Mindestvorgaben, sondern durchaus strengere Regeln einzuhalten. „Wir sind damit bislang sehr gut durch die Pandemie gekommen – ohne einen einzigen Coronafall bei den Bewohnern oder Mitarbeitern“, sieht sich Sandra Verlsteffen, Trägerin und Leiterin des privaten Hauses, bestätigt.

Kontaktstübchen erlaubte Besuchern mit Angehörigen im Pflegeheim zu sprechen

So habe man schon sehr früh, lange bevor es eine Maskenpflicht gab, beschlossen, den Mund-Nase-Schutz zu tragen. „Weil es keine Masken zu kaufen gab, haben wir selbst welche genäht“, erzählt die Leiterin. „Im Frühjahr vergangenen Jahres war ich beim Einkaufen noch der einzige mit Maske“, erinnert sich Julius Marek, Geschäftsführer des ambulanten Dienstes, den das Haus ebenfalls anbietet. „Das Wichtigste war, das Virus nicht von außen hineinzutragen.“

Als es Mitte März 2020 ein Betretungsverbot für alle Senioreneinrichtungen gab, hat man im Pflegeheim Böcking schnell reagiert und ein „Kontaktstübchen“ an das Haus angebaut. Dazu wurde an eine Außentür eine Terrasse angebaut und darauf ein gläsernes Gewächshaus errichtet. „Die Besucher sitzen also wind- und wettergeschützt, inklusive elektrischer Heizung, im Gewächshaus und können durch eine Folie mit den Angehörigen drinnen sprechen“, erklärt Sandra Verlsteffen das Konzept, das bis heute rege genutzt wird. „Das war so eine wunderbare Möglichkeit, mit meiner Tochter oder der Enkelin zu sprechen“, erzählt Bewohnern Iris Rath.

Über Skype gab es Programm für die Bewohner

Auch auf digitalem Wege wurde den 18 Bewohnern des Hauses der Kontakt „nach draußen“ ermöglicht. Eine Mitarbeiterin hat über Skype ein Programm auf die Beine gestellt, mit dem sie die Bewohner unterhalten hat. „Eine alte Dame hat vor Dankbarkeit den Fernseher geküsst“, erinnert sich die Leiterin gerührt. Mittels von Angehörigen gespendeter Smartphones wurden zudem Video-Telefonate mit Kindern und Enkeln ermöglicht. „So haben sich die Bewohner nie eingesperrt gefühlt“, betont Sandra Verlsteffen.

Um das Hygienekonzept in der Einrichtung zu optimieren, gab es zudem ein großes Zimmerrücken in dem dreigeschossigen Haus. „Im Sommer haben wir die bettlägerigen Bewohner ins Erdgeschoss verlegt, damit Besucher nicht durchs ganze Haus müssen.“ Die mobileren Senioren erhielten im Obergeschoss einen separaten Aufenthaltsbereich, skizziert die Leiterin den mit den Bewohnern erarbeiteten Plan.

Und auch jetzt ist man weiter vorsichtig, will das Erreichte nicht riskieren. Am Eingang können die Besucher in dem zertifizierten Testzentrum einen Test machen, für Geimpfte und Genesene ist er freiwillig. War ein Bewohner draußen unterwegs, trägt er freiwillig sieben Tage lang eine Maske in den Gemeinschaftsräumen und macht anschließend einen Test. Bis auf eine Person sind alle 18 Bewohner und 28 Mitarbeiter geimpft.

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