Fals

Mit Peter Wirtz geht eine Institution in Ruhestand

Zwischen dem Beginn als Schulleiter und heute liegen bei Peter Wirtz 31 engagierte Jahre. Archivfotos: Uli Preuss/Christian Beier
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Zwischen dem Beginn als Schulleiter und heute liegen bei Peter Wirtz 31 engagierte Jahre. 

31 Jahre lang leitete er die Friedrich-Albert-Lange-Schule – für die Theatertage wird er sich weiter engagieren.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. Eine Schule, die seit ihrer Gründung nur einen Schulleiter hatte – das ist nicht nur für Solingen die absolute Ausnahme. 31 Jahre lang – seit Start der Schule 1990 – leitete Peter Wirtz die Friedrich-Albert-Lange-Schule. Jetzt geht der Vollblut-Pädagoge Ende des Monats in den Ruhestand. Am Freitag findet seine offizielle Verabschiedungsfeier statt – pandemiebedingt digital.

Vor 31 Jahren begann er seine Laufbahn als Schulleiter der Fals.

Schon im Sommer hatte Peter Wirtz (66) den Wechsel in den Ruhestand verschoben. Die Schule angesichts der neuen Corona-Herausforderungen gut auf den Weg zu bringen – das war ihm noch ein großes Anliegen. „Was uns seit März in den Schulen erwischt hat, das war ja für keinen planbar“, blickt er im Gespräch mit dem ST auf das vergangene Jahr zurück.

1998 macht Peter Wirtz u.a. mit Zita Götte (l.) und Rita Thomas (r.) Werbung für das Theaterfest in Wald, dem Vorläufer der Theatertage.

Und auf seine über 40-jährige Tätigkeit als Pädagoge. In Düsseldorf geboren, studierte Wirtz in Münster Deutsch und Sozialwissenschaften auf Lehramt. Parallel zum Referendariat im Krefelder Maria-Sibylla- Merian-Gymnasium organisierte er dort eine kulturpädagogische Weiterbildungseinrichtung und Straßentheater. 1982 wechselte er dann als Lehrer zur damals neu gegründeten Gesamtschule Wupperstraße nach Solingen. „Hier in Solingen habe ich dann meine Frau kennengelernt“, erzählt Wirtz, der seit 1985 mit seiner Familie in Wald lebt und Vater zweier erwachsener Kinder ist.

Die Fals wird NRW-Sportschule: 2008 mit Oberbürgermeister Franz Haug (l.) und NRW-Innenminister Ingo Wolf.

Nach Zwischenstation als Didaktischer Leiter der Else-Lasker-Schüler-Gesamtschule in Wuppertal wurde er 1990 Schulleiter der neuen Gesamtschule Wald. „Der Name Friedrich-Albert-Lange-Schule kam erst später“, erinnert Wirtz daran, dass die Benennung nach dem Solinger Philosophen und Pädagogen per Leserbeteiligung im Tageblatt gefunden wurde. „Von Anfang an begeister hat mich, dass die Gesamtschule Wald, die sich ja anfangs noch das Gebäude mit der auslaufenden Hauptschule Wald teilte, immer eine klassische Stadtteilschule war.“ Die enge Bindung mit dem Stadtteil und seinen Akteuren hält bis heute.

Im Einsatz für gute Schulpolitik: 2012 im Gespräch mit der damaligen NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann.

Ursprünglich als vierzügige Schule geplant, wurde schnell der sechszügige Ausbau beschlossen. Und während noch der Anbau und später das Unterstufen-Gebäude an der Schwindstraße geplant werden mussten, hatte Peter Wirtz seine Theaterprojekte schon wieder im Blick. 1991, gleich im ersten Jahr der neuen Schule, gab es eine Aufführung von „Ronja Räubertochter“ – Geburtsstunde des späteren Kulturtags an der Schule, aus dem dann das Theaterfest und schließlich die Walder Theatertage erwuchsen. „Meine Frau hatte mich dazu ,ermuntert‘, mein Engagement in Sachen Schultheater doch von Krefeld nach Solingen zu verlegen“, so Wirtz. „An der Fals gab es von Anfang an engagierte Lehrer, die für Kulturarbeit mit Kindern zu begeistern waren“, nennt er beispielsweise die langjährige Didaktische Leiterin Rita Thomas.

Als 2007 dann der damalige Sportbund-Präsident Hartmut Lemmer mit der Idee kam, eine NRW-Sportschule in Solingen zu etablieren, war es wieder Peter Wirtz, der begeistert in das Projekt einstieg. „Mit dem ersten Gespräch sind wir zwar krachend in Düsseldorf gescheitert, aber mit dem dann ausgefeilten Konzept konnten wir überzeugen.“ Für das „tolle Team“ mit Dezernent Hartmut Hoferichter, Ex-Schulamts-Leiter Udo Depping sowie seinen Lehrer-Kollegen Reiner Karschöldgen und Jörn Meyer ist er heute noch voll des Lobes angesichts des Erfolges, nach Düsseldorf als zweite NRW-Sportschule ernannt zu werden.

Engagement für Sprecherrat und NRW-Sportschulen

Dass Peter Wirtz dann schnell der Sprecher der mittlerweile 18 NRW-Sportschulen wurde, ist Teil seiner Biografie, sich für die Projekte immer mit vollem Einsatz zu engagieren. So war er auch über 20 Jahre lang Sprecher des Sprecherrates der Solinger Schulleiter, den er Ende der 90er Jahre mit Klaus Blasberg, dem damaligen Schwertstraßen-Schulleiter, und dem mittlerweile verstorbenen Gottfried Clemen von der Hauptschule Central gegründet hatte.

Die Fliege war über Jahrzehnte sein Markenzeichen. Mehr aber noch sein Engagement für die Schule, die Solinger Schulpolitik, den Sport, die Theatertage, Wald leuchtet und vieles mehr. Für die Theatertage möchte er sich auch weiter engagieren. Und auch die Schulpolitik hat er weiter im Blick: „Es gibt leider zu wenig Menschen, die sich Bildungspolitik ernsthaft auf die Fahnen schreiben“, kritisiert er das „Klein-Klein“. „Nicht eine Gesamtschule für alle Kinder, sondern ein Gymnasium für alle Kinder mit der Verpflichtung, alle Schüler zu einem Abschluss zu bringen, das wäre mal ein großer Wurf.“

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