Kandidatur

Peter Kramer: „Ich habe nicht einmal ein Wahlprogramm“

Peter Kramer, Vater von Fußballweltmeister Christoph Kramer, will in den Bundestag.
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Peter Kramer, Vater von Fußballweltmeister Christoph Kramer, will in den Bundestag.

Peter Kramer will als Einzelbewerber in den nächsten Bundestag

Solingen. Peter Heinrich Kramer aus Solingen kennen im Wahlkreis für die Bundestagswahl wahrscheinlich nur wenige Menschen. Da sind die, die ihn als früheren Betriebsrat der Deutschen Bank erlebt haben, seine Freunde und seine Bekannten. Doch bei Christoph Kramer klingelt es bei den meisten. Genau, der Mittelfeldspieler von Borussia Mönchengladbach, der 2014 im WM-Endspiel gegen Argentinien traurige Berühmtheit erlangte, als er in der 16. Minute niedergestreckt wurde, bewusstlos war. Peter Kramer ist dessen Vater und er möchte nach Berlin.

Doch der Weg ist steiniger als für den Filius. Den berief der Bundestrainer ins Aufgebot. Für Peter Kramer müssten das die Wähler tun. Warum sie das tun sollten, das wollte die Redaktion erfahren und besuchte den 61-Jährigen in seiner Wahlkampfzentrale, dessen eigener Wohnung.

„Ich begebe mich in einen aussichtslosen Kampf.“

Peter Kramer, Kandidat

Zwei Dinge muss der Politik-Neuling einräumen: „Ich habe ja nicht einmal ein Wahlprogramm. Und ich begebe mich in einen aussichtslosen Kampf.“ Doch aufgeben, bevor es losgeht, ist nicht seine Sache. Seine Motivation ist einfach. Er habe sich geärgert, dass es die Parteien nicht hinbekommen haben, mit einer Wahlrechtsreform für einen kleineren Bundestag zu sorgen. Das habe er im Freundeskreis erzählt und die hätten gesagt: „Dann tu doch was.“

Kramer kandidiert unter dem Stichwort Ehrensache

Er ging zum Wahlamt in Remscheid, legte die Unterstützungsstimmen von Bewohnern aus dem Wahlkreis vor. „Die haben mir dort sehr geholfen“, lobt er heute. Und er habe ein Stichwort angeben müssen, unter dem er kandidiert. „Ehrensache“ lautet es.

Neben der Mahnung, den Bundestag kleiner zu gestalten, hat er für seine Wähler noch ein Angebot. Von den Diäten, die er als Bundestagsabgeordneter verdienen würde, will er monatlich 5000 Euro für den Sport spenden – Ehrensache. Sein Wahlkampfbudget gibt er mit 100 Euro an. 50 seien für die Homepage verbraucht. Die Patentochter kurbelt die sozialen Medien an – digitales Klappern gehört zum Wahlkampf.

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Je länger man mit Kramer redet, je deutlicher wird, das ist für ihn kein Spaß, er meint das ernst. Politisch ist er auch. Eine Abgrenzung nach rechts, auch zur AfD, sei selbstverständlich. „Ich bin ein konservativer Öko mit sozialem Gewissen, der die Wirtschaft nicht von der Kette lassen will.“ Zur Situation in Afghanistan hat er eine klare Meinung: „Wir hatten da nichts zu suchen.“ Er sei friedliebend und habe sich gefreut, dass sein Sohn den Kriegsdienst verweigert habe. Klimawandel? Er überlegt lange. „Ich sage, der ist zu einhundert Prozent menschengemacht.“ Das Umsteuern sei jetzt eine internationale Aufgabe, und der „Nachlaufeffekt“ unserer Klimasünden dauere sehr lange.

Erststimme

Für den Wahlkreis Solingen/Remscheid/ Wuppertl (Cronenberg und Ronsdorf) treten neben Peter Kramer diese Direktbewerber an: Jürgen Hardt (CDU), Ingo Schäfer (SPD), Dr. Robert Weindl (FDP), Silvia Vaeckenstedt (Grüne), Mohamad Vaisi (Linke), Frederick Kühne (AfD), Judith Röder (Die Partei), Jan Kleine (Freie Wähler), Volker Dörner (Die Basis) und Hans Christoph Gärtner (MLPD). Sie können mit der Erstimme gewählt werden. In den Bundestag zieht ein, wer im Wahlkreis am 26. September die meisten Stimmen holt. Die Zweitstimme gilt den Parteien. Ihr Verhältnis bestimmt, wie groß die Fraktionen der Parteien im Bundestag sein werden.

Diese Kandidaten wollen in den Bundestag: Die Kandidaten im Überblick.

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