Corona-Virus

Pandemie: So geht es weiter mit der Impfkampagne

Auch in Mitte, der größten Impfstelle, ist die Nachfrage gesunken. Daher werden Zeiten reduziert. Foto: Christian Beier
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Auch in Mitte, der größten Impfstelle, ist die Nachfrage gesunken. Daher werden Zeiten reduziert.

Die Nachfrage nach Impfungen geht seit rund zwei Wochen zurück. Deswegen werden die Zahl der Impfstellen und Öffnungszeiten reduziert.

Von Björn Boch

Solingen. Fast 125.000 Menschen haben sich in Solinger Impfstellen und Praxen in der Klingenstadt doppelt gegen das Coronavirus impfen lassen – die Zahl der Geboosterten hatte bis zum Ende dieser Woche allerdings die Marke von 100.000 noch nicht überschritten. Das geht aus Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung (KVNO) hervor. Dennoch lässt die Nachfrage nach Impfungen in der Klingenstadt nach.

In der Cobra in Merscheid wird am morgigen Sonntag zum vorerst letzten Mal geimpft, im Walder Stadtsaal war der letzte Termin bereits am 16. Februar. Bethanien bietet derzeit noch einmal wöchentlich Impfungen an, und auch die Impfstelle in Mitte reduziert ihr Terminangebot. Fragen und Antworten zur Impfkampagne.

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Wie schätzt die Stadt die Nachfrage nach Impfterminen derzeit generell ein?

Insgesamt sei die Nachfrage nach Impfterminen vor rund zwei Wochen deutlich zurückgegangen, so Stadtsprecher Daniel Hadrys – obwohl rund 25.000 Personen noch nicht geboostert seien. „Gleichlautende Rückmeldungen erhalten wir auch von den übrigen koordinierenden Covid-Impf-Einheiten.“

Ab dem 16. März gilt für Beschäftigte in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Arztpraxen und anderen medizinischen Einrichtungen eine Impfpflicht.

Zieht sich die Stadt zurück oder bleibt eine Impfstelle erhalten?

Das Impfzentrum Mitte wird ab dem 7. März vorerst nur noch mittwochs, freitags und samstags (jeweils von 10 bis 18 Uhr) öffnen. „Aufgrund der gesunkenen Nachfrage war dieser Schritt notwendig“, so Daniel Hadrys. Er betont aber: Bei steigender Nachfrage – etwa durch den neuen Impfstoff Novavax oder die vierte Impfung (siehe unten) – könne das Impfangebot kurzfristig wieder ausgebaut werden.

In Bethanien gibt es keine Termine mehr fürs Kinderimpfen. Liegt das ebenfalls an der Nachfrage?

Ja, auch bei Kinderimpfungen sei die Nachfrage zurückgegangen, erklärt Hadrys. „Daher konzentrieren wir die Kinderimpfungen ebenfalls auf das Impfzentrum Solingen-Mitte.“ Nächste Termine sind am 27. Februar und am 20. März. Impfungen für Erwachsene bietet Bethanien noch jeweils freitags von 17 bis 20 Uhr an – mit diesem Zeitfenster sollen vor allem Berufstätige erreicht werden.

Wie bewertet die Stadt die Impfquote und was wird versucht, um sie weiter zu verbessern?

Bei den Erst- und Zweitimpfungen liege Solingen bereits sehr gut, warum deutlich weniger Personen geboostert seien, lasse sich nur vermuten, so Stadtsprecher Hadrys. Ein Grund könne die hohe Zahl an Covid-Infektionen sein, da Infizierte erst später geboostert werden können. Andere warteten vielleicht auf einen an Omikron angepassten Impfstoff oder sähen momentan die Notwendigkeit nicht. „Wichtig ist, darauf hinzuweisen, dass die Boosterung einen deutlich höheren Schutz vor einer Corona-Infektion bietet als die reine Grundimmunisierung“, so Hadrys. Die Stadt werde die notwendigen Impfangebote – ergänzend zu den Arztpraxen – sicherstellen. Es soll auch wieder mobile Impfangebote geben. Über die Details werde die Stadt noch informieren.

solingen.impf-buchung.de

Anspruch auf vierte Impfung

Anspruch auf die vierte Impfung haben vier Gruppen.

Alter: Personen ab 70 Jahren – Nachweis per Ausweisdokument.

Erkrankung: Personen mit Immundefizienz ab 5 Jahren – es wird ein ärztliches Attest benötigt.

Beruf: Personal in medizinischen und Pflege-Einrichtungen, insbesondere mit direktem Kontakt zu Patienten / Bewohnern – es wird eine Arbeitgeberbescheinigung benötigt.

Risiko: Bewohnerinnen und Bewohner in Einrichtungen der Pflege sowie Personen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf in Einrichtungen der Eingliederungshilfe – die Impfungen finden in der Regel in den Einrichtungen statt, im Ausnahmefall gibt es zusätzlich mobile Impfangebote.

Standpunkt: Das könnte sich rächen

Ein Kommentar von Björn Boch

bjoern.boch@solinger-tageblatt.de

Die Macht der Gewohnheit schlägt auch bei den Coronazahlen zu: War Ende 2020 eine Inzidenz von 300 erschreckend und sorgte für heftige Einschränkungen, können wir uns heute über einen fünf Mal so hohen Wert fast schon freuen. Denn wir kommen von einem noch viel höheren Niveau – und dank Impfung und der oft mild verlaufenden Variante Omikron haben diese hohen Zahlen nicht zu einem Kollaps im Gesundheitssystem geführt. Dennoch sterben weiter Menschen. Hunderte jeden Tag in Deutschland, mehrmals in der Woche sind auch Solingerinnen und Solinger unter den Opfern. Hier mehren sich die Stimmen, dies sei ja jedes Jahr bei der Grippewelle auch so. Was dabei vergessen wird: Noch immer ist die Corona-Impfquote viel zu niedrig. Einige haben so große Vorbehalte, dass keine Aufklärung dagegen ankommt – warum aber nur knapp vier von fünf Menschen, die sich doppelt haben impfen lassen, auch zum Boostern gehen, ist mir schleierhaft. Das könnte sich rächen.

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