Vorsorge in Corona-Zeiten

Stadt Solingen organisiert Quarantäne-Wohnungen

Martina Zsack-Möllmann leitet das Solinger Frauenhaus. Archivfoto: cb
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Martina Zsack-Möllmann leitet das Solinger Frauenhaus.

In Solingen stehen Wohnungen für Menschen bereit, die sich nicht zu Hause isolieren können.

  • Für Menschen, die nicht zuhause isoliert werden können, stehen Wohnungen bereit.
  • Bislang muss das Angebot nicht genutzt werden.
  • Es gibt Einzel- und Familienzimmer. Bei Bedarf gibt es einen Sicherheitsdienst, zum Beispiel für verfolgte Frauen.

Von Kristin Dowe

Solingen. Wer sich in Quarantäne begibt, zieht sich in der Regel für zwei Wochen in seine eigenen vier Wände zurück. Was aber ist mit Menschen, die über diese Möglichkeit, aus welchen Gründen auch immer, nicht verfügen? Für sie habe die Stadt bereits vor Wochen umfassende Vorsorgemaßnahmen getroffen, versichert Rathaussprecherin Stefanie Mergehenn. „Wir suchen aktuell keine Wohnungen, sondern haben bereits im Vorfeld etliche Unterbringungsmöglichkeiten eruiert.“

Solingen hat umfassende Vorsorgemaßnahmen getroffen

Diese seien gedacht für Menschen, die sich entsprechend der Anordnung nach Paragraf 30 des Infektionsschutzgesetzes für 14 Tage in Quarantäne begeben müssen, diese aber nicht in ihrem gewohnten Umfeld antreten können. Dazu gehören etwa Flüchtlinge, die in Einrichtungen untergebracht oder illegal eingereist sind, Obdachlose, schutzbedürftige Frauen und deren Kinder, von der Polizei aus der Wohnung Verwiesene, sowie Kinder und Jugendliche, die außerhalb ihrer Herkunftsfamilie untergebracht werden müssen.

Solingen: Quarantäne-Wohnungen werden aktuell noch nicht benötigt

Dabei können nach Angaben der Stadt nicht alle Personengruppen miteinander kombiniert werden. Notwendig seien Einzel- beziehungsweise Familienzimmer und im Bedarfsfall ein Sicherheitsdienst. Benötigt würden diese noch nicht, so Mergehenn. „Es handelt sich bislang um eine prophylaktische Maßnahme.“

Die geplanten Wohnungen entstammen dem städtischen Bestand wie die Reserveeinrichtung für Flüchtlinge „Roter Esel“ (wir berichteten) oder „bewährten Kooperationspartnern“. Zu ihnen gehört etwa die Gemeinnützige EWFra GmbH, berichtet die Leiterin des Solinger Frauenhauses, Martina Zsack-Möllmann: „Wir können der Stadt eine Wohnung für maximal zwei Personen zur Verfügung stellen.“ So betreibe die EWFra drei Objekte für betreutes Wohnen an der Ufer-, an der Weyer- und an der Brüderstraße. Wo die Quarantäne-Wohnung eingerichtet werden soll, wolle sie aus Diskretionsgründen nicht sagen, fest stehe aber, dass diese bei Bedarf für schutzbedürftige Frauen bestimmt sei.

Auch im Frauenhaus versuchten die Mitarbeiterinnen, die Corona-Lage möglichst gut zu händeln. „Für viele Frauen ist das Kontaktverbot schwierig, da sie sich an die belastende Situation erinnert fühlen, der sie entkommen sind“, so Zsack-Möllmann. Positiv sei indes, dass das Land inzwischen auch die Notbetreuung für die Kinder der Mitarbeiterinnen gewährt habe. „Auch wir sind systemrelevant.“

Lesen Sie dazu auch: Roter Esel wird für Quarantäne genutzt.

In unserem Live-Blog finden Sie alle Informationen rund um das Coronavirus in Solingen. Der Blog wird laufend aktualisiert.

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