Kunstverein

Onlinespiel „Art Pairs“ vermittelt Kunst auf neuen Wegen

Stellten das Onlinespiel „Art Pairs“ vor (v. l.): Andreas Schäfer (2. stellvertretender Vorsitzender des Kunstvereins), Doris Arianna Ahlgrimm (Spieleentwicklerin), Niels Elburg (Programmierer, auf dem Smartphone-Display), Christa-Maria Berger (Vorsitzende des Kunstvereins), Andreas Hentrich (Künstler) sowie Gabriella Ahlgrimm-Pahl (1. stellvertretende Vorsitzende des Kunstvereins). Foto: Moritz Alex
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Stellten das Onlinespiel „Art Pairs“ vor (v. l.): Andreas Schäfer (2. stellvertretender Vorsitzender des Kunstvereins), Doris Arianna Ahlgrimm (Spieleentwicklerin), Niels Elburg (Programmierer, auf dem Smartphone-Display), Christa-Maria Berger (Vorsitzende des Kunstvereins), Andreas Hentrich (Künstler) sowie Gabriella Ahlgrimm-Pahl (1. stellvertretende Vorsitzende des Kunstvereins).

Solinger Kunstverein will mit einem Onlinespiel Spaß an zeitgenössischer Kunst fördern.

Von Moritz Berger

Solingen. Kurz bevor es losgeht, klemmt Doris Arianna Ahlgrimm noch ihr Handy in die Halterung eines Stativs und schaltet per Video ihren Kollegen Niels Elburg dazu. Es ist Vormittag, im Foyer des Theater und Konzerthauses hat sich eine kleine Menschentraube gebildet, die gespannt auf die Präsentation eines neuen Gedächtnisspiels wartet. „Art Pairs“, wie die Kunstaktion heißt, wurde eigens für den Solinger Kunstverein von Ahlgrimm und Elburg entwickelt. Dabei soll das Spiel „interaktiv Spaß und Freude an zeitgenössischer Kunst und nebenbei noch das Gedächtnis fordern“, erklärt die Vorsitzende des Kunstvereins Christa-Maria Berger bei der Vorstellung.

Das Konzept von „Art Pairs“ ist simpel – im Grunde entspricht es jenem von Memory. In dieser digitalen Ausgabe müssen Kartenpaare gefunden und aufgedeckt werden, die jeweils Ausschnitte von Kunstwerken zeigen. Dadurch entsteht nach und nach eine virtuelle Ausstellung mit den rund 90 Kreationen von acht Künstlerinnen und Künstlern, die der Solinger Kunstverein für das Gedächtnisspiel gewinnen konnte. Weiterhin eröffne „Art Pairs“ auch „einen Zugang zu der Welt hinter den Werken“, wie Doris Arianna Ahlgrimm bei der Vorstellung erläutert. So ließen sich im Spiel „zusätzliche Informationen zur Kunst und ihren Schöpfern“ finden.

Einer der Künstler ist Andreas Hentrich. Seine Bilder zeigen vor allem Motive aus der Natur, die sich auch im Spiel entdecken lassen. „Für mich ist das eine witzige und außergewöhnliche Idee“, erklärt der Maler. Gleichzeitig sei es wichtig, „mit der Kunst auch abseits von Ausstellungen präsent zu sein“, bemerkt Hentrich mit Blick auf eine Öffentlichkeit, die Künstlerinnen und Künstler bräuchten. „Dazu bietet dieses Spiel eine gute Plattform, die ebenso Neugier weckt.“

Digital wird ein niederschwelliger Zugang zu Kunst geschaffen

Auch Christa-Maria Berger ist es wichtig, Kunstschaffende zu präsentieren und dabei den Kunstverein in den Fokus zu rücken. Im vergangenen Jahr sei man jedoch gezwungen worden, neue Wege der Kunstvermittlung zu finden, berichtet die Vorsitzende. „Leider konnten wir deshalb nur noch digital arbeiten und mussten alle Aktionen absagen“, so Berger weiter. Dabei sei der Kunstverein durch einen Zufall auf das Konzept des Entwicklerduos aufmerksam geworden, da Doris Arianna Ahlgrimm die Tochter eines Mitglieds ist. Vor diesem Hintergrund erklärt Christa-Maria Berger, dass „die Idee von Elburg und Ahlgrimm natürlich hervorragend in diese Zeit passt“.

Art Pairs‘ eröffnet einen Zugang zur Welt hinter den Werken.

Doris Arianna Ahlgrimm, Entwicklerin

Ausschließlich digital biete „Art Pairs“ damit einen niedrigschwelligen Zugang zu Kunst, so dass auch Menschen erreicht werden könnten, die nicht regelmäßig Ausstellungen besuchen würden. „Das Spiel ermöglicht einfach einen Umgang mit Bildern in entspannter Umgebung“, erklärt Ahlgrimm. In erster Linie handelt es sich bei „Art Pairs“ jedoch um eine Adaption des ähnlich angelegten Spiels „Goll Pairs“, das ebenso vom Entwicklerduo konstruiert wurde. Dabei lernte die Designerin im vergangenen Jahr den Softwareentwickler Niels Elburg bei einem Hackathon kennen.

Nachdem sie sich gefunden und ausgetauscht hatten, machten sich beide an die Arbeit, um die Idee einer „gemeinsamen Schnittstelle zwischen digitalen und analogen Handlungsfeldern“ umzusetzen, erklärt Ahlgrimm die Entstehung. Daraus entstand schließlich „Goll Pairs“, das „als Plattform die Grundlage bietet, um Bilder in den Vordergrund zu rücken“. Ein voller Erfolg, denn mit dieser Entwicklung konnte das Duo, das sich Collective Pairs nennt, überzeugen und 2020 beim Kultur-Hackathon der Region Saar-Lor-Lux den Publikumspreis gewinnen.

Seitdem gehen Niels Elburg und Doris Arianna Ahlgrimm immer wieder Kooperationen mit Museen oder in diesem Fall dem Kunstverein ein. „Das bietet sich immer an, weil die Inhalte individuell füllbar sind.“ So setzt sich die Adaption „Art Pairs“ mit dem „menschlichen Gedächtnis, der eigenen Wahrnehmung und der Digitalisierung“ auseinander, erläutert Christa-Maria Berger die Kunstaktion.

Hier geht’s zum Spiel

Mit den Werken von acht zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern bestückt, hat das Entwickler-Duo Collective Pairs das Gedächtnisspiel „Art Pairs“ für den Solinger Kunstverein entwickelt. Angelehnt an das Konzept von Memory lädt es dazu ein, die Welt hinter den Werken zu erfahren. Das Spiel ist frei zugänglich und im Internet abrufbar.

artpairs.solinger-kunstverein.de

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