Pandemie

Omikron: Stadt verschärft Maßnahmen zum Schutz der kritischen Infrastruktur

Die Polizei im Städtedreieck hat die Maskenpflicht für die eigenen Kräfte wieder intensiviert. Foto: Tim Oelbermann
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Die Polizei im Städtedreieck hat die Maskenpflicht für die eigenen Kräfte wieder intensiviert.

Bei TBS, Polizei und Feuerwehr gelten wegen Omikron teilweise wieder strengere Regeln.

Von Kristin Dowe

Solingen. Im Zuge der rasanten Verbreitung der Corona-Variante Omikron haben im Bergischen viele Organe der kritischen Infrastruktur wie Polizei, Feuerwehr, Müllabfuhr und öffentlicher Personennahverkehr ihre Schutzmaßnahmen überarbeitet und teilweise verschärft. Die Arbeitsfähigkeit dieser für das öffentliche Leben relevanten Bereiche solle unbedingt aufrechterhalten bleiben, hatte kürzlich noch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) beim Corona-Gipfel von Bund und Ländern betont.

Um dies bei ausreichendem Gesundheitsschutz der Beamten gewährleisten zu können, unternimmt auch die Polizei im Bergischen Städtedreieck einige Anstrengungen. Die aktuellen Bestimmungen könnten allerdings immer nur eine „Momentaufnahme“ in der sich dynamisch verändernden Lage sein, macht Polizeisprecherin Simone Mellin deutlich. „Derzeit werden neben einer auch bei der Polizei wieder intensivierten Maskentragepflicht vor allem Einschränkungen im Zusammentreffen der Beschäftigten vorgenommen.“

Wo es möglich sei, setze man auf Homeoffice, Besprechungen würden grundsätzlich über Video- oder Telefonkonferenzen organisiert. Auch würden feste Teams installiert, für die Dienstpläne angepasst werden müssten, so dass „gegebenenfalls einzelne Dienstwünsche nicht berücksichtigt werden können“, so Mellin. Bei einem Corona-Verdachtsfall ergreife die Polizei entsprechende Maßnahmen und passe die Dienstpläne, falls notwendig, komplett neu an.

Solingen: Feuerwehr hat weitreichende Vorkehrungen getroffen

Gut vorbereitet auf die angespannte Situation zeigt sich auch die Solinger Feuerwehr, die die Pandemie bislang „ohne langfristige oder zahlenmäßig hohe Ausfälle“ bewältigen konnte, teilt Feuerwehrchef Dr. Ottmar Müller mit. Ein wichtiger Baustein für den Eigenschutz der Feuerwehrkräfte sei die hohe Impfquote, die bei der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr bei rund 95 Prozent liege – ein Großteil sei auch bereits geboostert.

In falscher Sicherheit will die Feuerwehr sich auch mit Blick auf die Erfahrungen in anderen Ländern dennoch nicht wiegen. „Deshalb haben wir ein mehrstufiges Konzept entwickelt, das im Notfall greift und sogar den geregelten Einsatz von Freiwilliger Feuerwehr auf den Berufswachen vorsieht“, so Müller. „Die Solinger Feuerwehr hat sich so umfassend und gut wie möglich vorbereitet. Sie wird auch weiterhin den Schutz der Solinger Bevölkerung sicherstellen.“

So tagt bereits seit Beginn der Corona-Pandemie regelmäßig ein Stab, dem die Feuerwehrleitung, der ärztliche Leiter des Rettungsdienstes und weitere Führungskräfte angehören. Dieser hat bereits zu Beginn der Corona-Pandemie Ausfallpläne erarbeitet, die bei steigenden Infektions- und Quarantänefällen greifen. Weiterhin hat die Feuerwehr auch räumliche Schutzvorkehrungen getroffen.

Strengere Regeln gelten nun für die Mitarbeitenden der Technischen Betriebe und speziell der Müllabfuhr. Deren Beschäftigte wurden laut Rathausangaben in zwei Gruppen eingeteilt – eine für die Leerung der Abfallbehälter und eine, um diese an ihren Standplatz zurückzustellen. Sowohl bei den Touren der Müllabfuhr als auch im Müllheizkraftwerk habe die Stadt das Personal durch ein Drei-Schicht-System so weit wie möglich reduziert.

Zudem müsse in städtischen Fahrzeugen in den Verwaltungsgebäuden und an den Arbeitsplätzen eine FFP2-Maske getragen werden, ergänzt Rathaussprecherin Sabine Rische. „Alle Mitarbeitenden der TBS erhalten auch weiterhin Angebote, sich impfen oder boostern zu lassen. Die Impfquote liegt bereits bei 92 Prozent.“ Auch Möglichkeiten für Schnelltests stünden ausreichend zur Verfügung.

Derweil gilt bei Fahrten mit Bus und Bahn weiterhin die 3G-Regel, fasst Silke Rampe, Sprecherin der Verkehrsbetriebe Solingen zusammen. „Bis zum Schulbeginn am 10. Januar benötigen auch nicht geimpfte Schülerinnen und Schüler zwischen sechs und 16 Jahren einen negativen Corona-Test.“ In Bussen und Bahnen sowie in Wartebereichen sei zudem mindestens das Tragen einer medizinischen Schutzmaske Pflicht. Für das Personal der Stadtwerke gelten laut Rampe die inzwischen „eingeübten Maßnahmen“.

Feuerwehr

Neubau: Im Zuge des Feuerwachen-Neubaus der Feuerwehr Solingen wurden einige Funktionsbereiche getrennt und etwa die Rettungsdienstbereiche vom Brandschutz baulich separiert. Dies kommt ebenfalls dem Infektionsschutz zugute. Über Details des Projekts wird das Tageblatt demnächst berichten.

Standpunkt

kristin.dowe@solinger-tageblatt.de

Kommentar von Kristin Dowe

Einfach ist es in der pandemisch angespannten Lage für die Behörden und wichtige Dienstleister des öffentlichen Lebens sicherlich nicht, den Spagat zwischen ihrem Versorgungsauftrag für die Bevölkerung auf der einen Seite und dem Gesundheitsschutz für die eigene Belegschaft auf der anderen zu bewerkstelligen.

Wo feste Teams eingerichtet werden, um Begegnungen unter den Mitarbeitenden zu reduzieren und so das Ansteckungsrisiko zu senken, müssen Dienstpläne ständig neu angepasst und Kompromisse gemacht werden – die Urlaubsplanung gerät für die Beschäftigten damit nicht gerade zum Wunschkonzert.

Doch die hochansteckende Corona-Variante Omikron zwingt die Verantwortlichen nun einmal zum Handeln. Positiv ist immerhin, dass etwa die Feuerwehr schon zu Beginn der Pandemie weitreichende Vorkehrungen getroffen hat und auch für ein Worst-Case-Szenario gewappnet ist. Es bleibt zu hoffen, dass dieses Sicherheitsnetz nicht komplett benötigt wird. Denn auf die sogenannte kritische Infrastruktur sind wir in der Pandemie umso dringender angewiesen. Und der Brandeinsatz oder die Müllabholung erledigen sich nicht aus dem Homeoffice.

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