Sicherheit

Oliver Vierk ist Herr über die Spielgeräte

Am Spielplatz Weegerhof ist Oliver Vierk dreimal pro Woche. Hier muss unter anderem die Reifenschaukel überprüft werden.
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Am Spielplatz Weegerhof ist Oliver Vierk dreimal pro Woche. Hier muss unter anderem die Reifenschaukel überprüft werden.

Oliver Vierk ist einer von zwei Spielplatzwarten in Solingen.

Von Anja Kriskofski

Solingen. Rennsau Schorschi „rennt“ erst mal nicht mehr auf dem Spielplatz am Böckerhof. Das Wipptier musste Spielplatzwart Oliver Vierk von den Technischen Betrieben Solingen (TBS) in der vergangenen Woche abmontieren, weil ihm der Kopf fehlte. Unbekannte hatten die halbe Kunststoffplatte in Form eines Schweines abgerissen, wegen der Verletzungsgefahr hat Vierk das Gerät sofort mitgenommen. Alle 135 Spielplätze und 28 Bolzplätze kontrollieren er und sein Kollege Uwe Fürer oder ihr Stellvertreter jede Woche – manche bis zu drei Mal. Bei einer seiner Touren entdeckte er das beschädigte Rennschwein. „Schorschi“ werde nun vorerst durch ein anderes Wipptier, das die TBS noch in ihrer Werkstatt haben, ersetzt.

In Ost und West haben die TBS die Spielplätze im Stadtgebiet unterteilt. Oliver Vierk ist für den Osten, also Gräfrath, Mitte, Burg und Teile Höhscheids zuständig. Seit über 20 Jahren ist er Spielplatzwart. Zu seinem Bereich gehört auch der beliebte Spielplatz am Weegerhof. Dort nimmt er neben einem großen Kombispielgerät mit Rutsche und Kletterelementen unter anderem Hüpfplatten, Sandkasten und eine Reifenschaukel mehrmals pro Woche unter die Lupe: Schrauben müssen festgezogen, Sprungfedern geprüft und der Fallschutz aus Holzresten gerade gezogen werden. Im letzten Jahr eröffnete der Spielplatz Maltesergrund - ein neues Gebiet für den Spielplatzwart.

An der Schaukel zeigt er einen Reifen, der ersetzt werden muss. Die Sitzfläche wurde mit einem Messer angeschnitten. „Weil die aber mit einem Stahlkeil verstärkt ist, lässt sie nicht nicht durchschneiden“, erklärt Vierk. Ausgetauscht wird aus Sicherheitsgründen trotzdem.

Kleine Reparaturen erledigen die Spielplatzwarte in Solingen selbst

Einen Blick hat er auch immer auf den kleinen Sandkasten: „Den benutzen die Katzen gerne als Klo.“ Ein Problem seien oft auch Glasscherben auf den Spielplätzen. „In der vergangenen Woche hat uns ein Vater auf Scherben auf dem Bolzplatz am Volksgarten hingewiesen.“ Diese seien sofort entfernt worden. Lasse sich das Glas nicht aufsammeln, würden Sand oder Fallschutz auch großflächig ausgetauscht.

Ein Sitz der Reifenschaukel wurde mit einem Messer angeschnitten und muss ausgetauscht werden.

„Für solche Hinweise von Bürgern sind wir sehr dankbar“, ergänzt Andreas Brühne von den TBS. Die Servicenummer Tel. 290-48 20 ist auch auf Hinweisschildern auf den Spielplätzen angegeben. Beim Termin mit dem Tageblatt wird Vierk von einem Mädchen angesprochen: „Diese Schaukel ist nicht fest“, sagt sie und weist auf einen der Reifen. „Da gucken wir gleich mal“, verspricht Vierk.

Auch andere Vandalismusschäden wie Schmierereien und Beschädigungen im Holz kämen immer wieder vor, sagt Brühne. So sei am Weegerhof das große Spielgerät mit Graffiti beschmiert worden, berichtet Vierk. „Das sah nicht nur unansehnlich aus. Weil es anstößige Schmierereien waren, wollten wir sie wegmachen.“ Für das Entfernen mit Hochdruckreiniger und speziellen Graffiti-Mitteln habe ein Kollege zwei Tage gebraucht.

Kleine Reparaturen können die Spielplatzwarte selbst erledigen. In seinem kleinen Elektro-Transporter hat Oliver Vierk neben Ersatzteilen und Werkzeug auch eine kleine, ausklappbare Werkbank. Größere Arbeiten übernehmen Schlosserei, Malerwerkstatt und Schreinerei der TBS.

Am Wippbalken nimmt Vierk die Federn unter die Lupe – und balanciert regelmäßig auch selbst über das Gerät.

Oliver Vierk mag seinen Job: „Man ist an der frischen Luft, hat mit Menschen zu tun und trägt Verantwortung.“ Stehen Neuanschaffungen an, machen die Spielplatzwarte erste Vorschläge. Sie wissen, was sich bewährt hat, zum Beispiel Geräte aus Recycling-Kunststoff oder Metall. Am Weegerhof bekommen demnächst die Hüpfplatten neue Federn. Um die Wipptiere kommen Gummimatten als Fallschutz.

Und für den Spielplatz am Böckerhof muss jetzt geprüft werden, welches Gerät die Rennsau „Schorschi“ dauerhaft ersetzt.

Spielplätze

Kontrolle: Die Spielplätze werden ein- bis dreimal wöchentlich, je nach Nutzung, geprüft. Außerdem gibt es eine Vierteljahreskontrolle und eine Hauptkontrolle pro Jahr. Die Seilpyramiden prüft der Hersteller.

Budget: für Ersatzbeschaffungen 135 000 Euro, Unterhaltung 724 500 Euro, Grünpflege rund 773 000 Euro.

Neuanschaffung: unter anderem eine Spielkombi am Dompfaffweg für 15 000 Euro.

Servicenummer: Hier können Bürger Schäden auf Spielplätzen melden: Tel. 290-48 20.

Klauberg: Von der Matschfläche zum modern gestalteten Spielplatz.

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