Aktion

Oldtimerbus bringt Kinder zum Nikolaus

Mit dem Bus ging es zum Nikolaus, der mit den Kindern sang und Süßigkeiten verteilte. Foto: Andreas Horn
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Mit dem Bus ging es zum Nikolaus, der mit den Kindern sang und Süßigkeiten verteilte.

Erstmals seit Beginn der Pandemie fanden am Wochenende die traditionellen Fahrten statt.

Von Moritz Berger

Solingen. Es ruckelt im Inneren alles etwas stärker, als sich der beigefarbene Bus vom Graf-Wilhelm Platz in Richtung Rathaus schiebt. Über der Innenstadt hängt an diesem Samstagmittag ein dichter Nebelschleier. Der Oldtimerbus klingt bei weitem nicht mehr so elegant wie die elektrischen Pendants, die sonst über die Straßen schnurren. Dabei lassen sich die Anstrengungen des Motors, um das alte Gefährt in Bewegung zu bringen, kaum überhören.

„Für uns ist wichtig, dass die Kinder hier Spaß haben.“

Franz Josef Grantl, Obus-Museum

Immer weiter bahnt sich der weihnachtlich dekorierte Autobus seinen Weg durch die Stadt anhand des „Nikolaus-Navis“. Das Ziel ist für die kleinen Fahrgäste eindeutig: den Nikolaus finden. Deshalb halten die Kinder mit großen Augen stets Ausschau, während sich der Bus entlang einer „strenggeheimen Route“ durch die Innenstadt tastet. Auf dem Betriebshof der Stadtwerke ist die Suche schnell von Erfolg gekrönt. Trotz des Nebels, der über der weitläufigen Anlage liegt, ist der Nikolaus in seinem langen roten Mantel und mit weißem Rauschebart nicht zu übersehen.

Seit mehr als zehn Jahren organisiert der Verein Obus-Museum Solingen nun schon die sogenannten Nikolausfahrten. Dabei ist das Konzept seit Beginn gleichgeblieben: Ein Oldtimerbus aus dem Bestand des Museums holt die Kinder mit ihren Begleitungen ab und bringt sie zum Nikolaus, der für die Kleinen stets ein süßes Präsent hat. Seither musste die Aktion nur im letzten Jahr aufgrund der Pandemie ausfallen. „Wir haben auch diesmal lange gebangt“, berichtet Franz Josef Grantl vom Verein. Mit einem Lächeln unter seiner Maske erklärt Grantl: „Für uns ist wichtig, dass die Kinder hier Spaß haben.“

Als die kleinen Fahrgäste aus dem Oldtimer aussteigen, erwartet sie der Nikolaus bereits und lädt sie in „die kleine Stube“ ein. In einem Unterstand nehmen die Kinder auf drapierten Strohballen Platz und hören gespannt, was der Nikolaus zu erzählen vermag.

Nachdem alle einmütig versicherten, in diesem Jahr auch brav gewesen zu sein, stimmt der Nikolaus alias Dustin Adams ein Lied an. Zwischen ausrangierten Bussen erklingen nun Töne aus der bekannten „Weihnachtsbäckerei“, lautstark von den Kindern geträllert.

Dennoch tasten sich nur wenige Kinder selbstständig zum Nikolaus vor, um die kleine Belohnung fürs Brav-Sein abzuholen. Einige bleiben verschüchtert bei den Eltern zurück, so dass der Nikolaus die mit Süßigkeiten gefüllte Tasche selber vorbeibringt. Für Vereinsmitglied Dustin Adams ist es eine Premiere, den Nikolaus zu spielen. „Er musste kurzfristig einspringen, macht seine Aufgabe aber klasse“, erklärt Franz Josef Grantl.

Auf der Rückfahrt schiebt sich der Oldtimer noch einmal durch die Innenstadt, während es sich im Inneren Jakob Wupper gemeinsam mit seinen Eltern auf den mit Kunstleder bezogenen Sitzen bequem macht. Ihm gefiel „eigentlich alles“, erklärt der Junge, überwältig von den ganzen Eindrücken.

Auch Leonidas Dankantas hat sich über die Fahrt, „besonders aber über den Nikolaus“, gefreut. Zusammen mit seinem Vater war er zwar das erste Mal dabei, aber „definitiv nicht das letzte Mal“, versichert Stefan Dankantas. Das wiederum dürfte Franz Josef Grantl sehr freuen.

Verein

Seit mehr als zehn Jahren veranstaltet der 1999 gegründete Verein Obus-Museum Solingen die Nikolausfahrten. Er will zudem dafür sorgen, dass die Verkehrsgeschichte Solingens erhalten bleibt.

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