Musik

Konzert in der Kirche: Ohrwürmer der Jazzgeschichte erklingen

Das Quintett „Jazz im Ohr“ spielte Samstagabend in der Burger Kirche, in der die Flutschäden noch lange nicht behoben sind. Foto: Christian Beier
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Das Quintett „Jazz im Ohr“ spielte Samstagabend in der Burger Kirche, in der die Flutschäden noch lange nicht behoben sind.

Quintett trat live in der evangelischen Kirche in Unterburg auf.

Von Karl-Rainer Broch

Jazz und Kirche passen gut zusammen. Dieser Meinung waren am Samstagabend auch 80 Besucherinnen und Besucher, die die evangelische Kirche Unterburg füllten und den Auftritt der Wuppertaler Formation „Jazz im Ohr“ mit großem Beifall begrüßten. Gleich beim ersten traditionellen Stück „Love Your Spell is Everywere“ vermittelte das Jazz-Quintett das Motto des Abends, mit Liebe einen Zauber auszustrahlen. Dabei lotete Frontmann Thorsten Schmidt mit seinem Saxofon die Akustik der Kirche aus und verbreitete mit seinem schmelzenden Klang gleich gute Stimmung.

Auch anschließend wurde bei „Doxy“ mit seinen Akkordwechseln der neblige Vorfrühlingstag, unterstützt durch perlende Pianoklänge von Uwe Stockmann und der Posaune von Cornelia Fleschke, förmlich hinweggefegt. Beim 1996 gegründeten Jazz-Quintett – von den ursprünglichen Musikern ist keiner mehr dabei – hat der Name „Jazz im Ohr“ doppelte Bedeutung. Einerseits bemühen sich die Musiker, Klänge zu produzieren, die im Ohr angenehme Empfindungen auslösen. Zum anderen weist der Begriff „Ohr“ mit einem Wortspiel auf das Proben-Domizil am Wuppertaler Otto-Hausmann-Ring hin, dessen Anfangsbuchstaben eben „OHR“ ergeben.

Schlagzeuger Jürgen Schmidt stieß 2006 zu der Gruppe: „Damals war ich der Jüngste, jetzt bin ich mit 68 Jahren der älteste Musiker.“ Er erklärt auch den Erfolg der auf Jazz-Klassiker wie Duke Ellington oder Miles Davis spezialisierten Gruppe: „Vieles entsteht aus dem Moment heraus, wobei wir uns nicht an die entsprechende Vorlage gebunden fühlen.“

Quintett hofft auf weitere Engagements

„Jazz im Ohr“ trat vor der Pandemie schon im Solinger Tom Bombadil auf und bereicherte auch eine Jazz-Woche bei der Firma Forst an der Schützenstraße, inspiriert durch Jazz-Fan Michael Kölker. In der Unterburger Kirche hatten sie nach der Unterbrechung durch Corona ihren ersten Auftritt, warten jetzt noch auf weitere Engagements. Angesichts des Programms mit insgesamt 18 Ohrwürmern aus der internationalen Jazz-Geschichte sollte ihnen das nicht schwer fallen.

Bei „A Night in Tunesia“ begann Bernd Pitzer am Kontrabass geradezu entfesselt, dem ein langes Piano-Solo folgte. Das Versprechen, „mit der Musik zum Mond zu fliegen“, wurde mit „Flying to the Moon“ von Count Basie – seinerzeit von Frank Sinatra gesungen –auch erfüllt, als der Bassist eindrücklich die Tiefe des Universums in den Kirchenraum zauberte.

Ungewöhnlich war der Auftakt nach der Pause mit „Killer Joe“. Nacheinander kamen die fünf Musiker mit einem Intro zum Vorschein, nach Bass, Schlagzeug und Piano schließlich die beiden Bläser. Damit drückten sie das Prinzip aus, allen Bandmitgliedern den Raum zu Solo-Improvisationen zu geben.

Für die evangelische Kirchengemeinde setzt sich die ehrenamtliche Mitarbeiterin Regina Brabender zusammen mit vielen Unterstützern für die Wiederherstellung der Kirche nach der Flut ein: „Wir wollen sie nicht verlieren. Das ist ein besonderes Gotteshaus.“ Die Gäste hatten auf Stühlen Platz genommen, das Kirchengestühl wurde vorläufig entfernt, da die Wasserschäden durch die Überschwemmung noch immer nicht beseitigt sind. Mannshoch ist der Putz an den Wänden abgeschlagen, und die Trocknermaschinen laufen ununterbrochen. Ob der neue Holzboden bleiben kann, muss die Denkmalbehörde entscheiden.

Kirche Unterburg

Flut: Die Burger Kirche gehört zur evangelischen Kirchengemeinde Wermelskirchen und wurde bei der Flut im Juli 2021 schwer beschädigt.

Konzert: Juicy Souls, Samstag, 26. März, 19 Uhr, Tickets für 15 Euro gibt es in den ST-Geschäftsstellen und online:

termine.solinger-tageblatt.de

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