Büroflächen bleiben erhalten

Ohligser Rathaus: Ensemble wechselt den Besitzer

Das Gebäude-Ensemble geht von Jörg Föste an Mirko Novakovic.

Von Björn Boch

Solingen. Mirko Novakovic investiert weiter in Ohligs: Am Freitag gaben er und Jörg Föste bekannt, dass Novakovic das Ensemble, zu dem das frühere Ohligser Rathaus gehört, erworben hat. Föste hatte es 2007 von der Stadt gekauft und umfangreich saniert. „Es ist wichtig, dass die Gebäude, die für den Standort von großer Bedeutung sind, in gute Hände kommen“, betonte Föste beim Ortstermin. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart, er liege aber „nicht höher als die Entwicklungskosten“ – also Kaufpreis plus Investitionen. Es sei ein „Wechsel unter Freunden“ und „die beste Wahl“ für die Nachfolge.

Mirko Novakovic (l.) erwirbt das Gebäudeensemble von Jörg Föste. Die beiden Solinger sind auch BHC-Gesellschafter.

Der Ohligser IT-Unternehmer Mirko Novakovic hat bereits Millionen in das ehemalige Flora-Frey-Gebäude an der Prinzenstraße investiert – dort gibt es Co-Working-Büros, das Restaurant soll nun Mitte September eröffnen. Außerdem hat er das Eckhaus Bahnstraße / Düsseldorfer Straße am Hauptbahnhof gekauft, wo ein Café und eine Bäckerei entstehen sollen. Die Gaststätte Alt Ohligs hat er jüngst erworben – und 2021 gemeinsam mit seiner Frau Dragana die Ohligser Festhalle, die in eine Stiftung überführt wird.

Im früheren Rathaus und den umliegenden Gebäuden, die alle unter Denkmalschutz stehen, wird sich für die Mieter nichts ändern. Rund 200 Menschen arbeiten dort auf etwa 4500 Quadratmetern, derzeit sei alles vermietet. „Firmen, die in der Stadt Büroflächen in einer Größenordnung von 500 oder 1000 Quadratmetern suchen, finden kaum etwas. Wir brauchen viel mehr Büroflächen“, erklärte Novakovic.

„Vom Konzept der Schlafstadt halte ich nichts.“

Mirko Novakovic will Firmen in die Stadt holen oder hier halten

Es gehe ihm mit dem Kauf auch darum, seine Vision für Ohligs voranzutreiben und östlich des Hauptbahnhofs zu einem IT-Standort der Zukunft machen. Start-ups etwa, denen es an der Prinzenstraße zu klein werde, könnten dann ins frühere Rathaus wechseln statt in eine andere Stadt. „Wir müssen Firmen und Talente in Solingen halten: Es braucht nicht nur Restaurants und Cafés, sondern auch Arbeitsplätze. Vom Konzept der Schlafstadt halte ich nichts.“ Ohligs könne aufgrund seiner guten Lage und Anbindung da mit der Rheinschiene mithalten.

Novakovic hatte 2009 mit seiner Firma Codecentric Räume an der Merscheider Straße 1 bis 7 angemietet – zu dem Ensemble gehören neben dem Rathaus das frühere Amtsgericht und das Bürgerhaus. „Schon damals habe ich Jörg angesprochen, dass ich das gerne eines Tages kaufen würde.“ Codecentric hat heute nur wenige Hundert Meter entfernt an der Hochstraße Ecke Hansastraße seinen Sitz – dort entsteht auch ein Neubau der Firma Item, deren IT-Spezialisten aktuell an der Merscheider Straße arbeiten.

Föste und Novakovic betonen, wie wichtig es sei, dass solche Immobilien in der Hand engagierter Menschen aus Solingen blieben. Seiner Frau und ihm, erklärte Föste, sei es beim Erwerb um den Erhalt des geschichtsträchtigen Ensembles gegangen und um Firmen, die den Standort zu schätzen wüssten. Er hätte schon oft verkaufen können, für mehr Geld, etwa an Immobilienfonds. Aber dann würden daraus Spekulationsobjekte, die schnell mal leer stünden. Novakovic: „Viele Grundstücke oder Gebäude mit Potenzial sind gar nicht zu erwerben.“

Zur Person

Jörg Föste: Der Unternehmer gehört zu den Gründungsmitgliedern des Bergischen HC und übernahm 2013 erstmals die Geschäftsführung der Handballer, die er mit einer Unterbrechung bis heute innehat.

Mirko Novakovic: Neben Codecentric gründete der Ohligser IT-Unternehmer die Firma Instana, die er Ende 2020 an IBM verkaufte.

Unsere Erstmeldung von 13.50 Uhr:

Solingen. Am Freitag gaben er und Jörg Föste bekannt, dass Novakovic auch das Ensemble, zu dem das frühere Ohligser Rathaus gehört, erworben hat. Föste hatte es 2007 von der Stadt gekauft und umfangreich saniert. „Es ist wichtig, dass die Gebäude, die für den Standort von großer Bedeutung sind, in gute Hände kommen“, betont Föste. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart, er liege aber nicht höher als die Entwicklungskosten (früherer Kaufpreis plus Sanierung).

Novakovic hatte einst selbst mit Codecentric Räume an der Merscheider Straße 1 bis 7 gemietet und auch sein zweites Unternehmen Instana dort aufgebaut. „Schon damals habe ich Jörg angesprochen, dass ich das gerne eines Tages kaufen würde.“ Mit den Immobilien will er seine Vision für Ohligs Ost weiter vorantreiben und zum IT-Standort der Zukunft machen. Er hat bereits Millionen in das ehemalige Flora-Frey-Gebäude an der Prinzenstraße gesteckt, Co-Working gibt es dort bereits, ein Restaurant soll Mitte September eröffnen. Mieter, denen es dort zu klein werde, könnten irgendwann dann ins Rathaus wechseln, statt in eine andere Stadt, und blieben Solingen so erhalten.

Beide betonen, wie wichtig es sei, dass solche Immobilien in der Hand engagierter Menschen blieben. Föste erklärte, er hätte schon viele Male verkaufen können, etwa an Immobilienfonds. Aber dann würden daraus Spekulationsobjekte, die auch mal leer stünden, wenn die Miete zu niedrig sei.

Mirko Novakovic hat auch das Eckhaus Bahnstraße / Düsseldorfer Straße direkt am Hauptbahnhof gekauft, dort sollen ein Café und eine Bäckerei entstehen. Auch die Gaststätte Alt Ohligs hat er jüngst erworben. Gemeinsam mit seiner Frau Dragana hat er zudem die Ohligser Festhalle gekauft und will sie in eine Stiftung überführen.

Rubriklistenbild: © Christian Beier

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