Unternehmer-Ehepaar gründet Stiftung

Ohligser Festhalle muss bald komplett saniert werden

Die ersten Arbeiten sind abgeschlossen, die Halle ist aber in einem schlechten Zustand. Das Unternehmer-Ehepaar Novakovic hat große Pläne.

Von Björn Boch

Dragana und Mirko Novakovic haben die Ohligser Festhalle von der Stadt gekauft und werden sie mit Hilfe einer gemeinnützigen Stiftung betreiben. Auch das Kapital dafür stellt das Unternehmer-Ehepaar zur Verfügung.

Solingen. Immerhin riecht es nicht mehr schlecht. Das sei wirklich schlimm gewesen, berichten Dragana und Mirko Novakovic, als sie mit dem Tageblatt die Ohligser Festhalle betreten. Zahlreiche Wasserschäden mussten in dem traditionsreichen Gebäude beseitigt werden, Heizungs-, Lüftungsanlagen und der Brandschutz wurden erneuert. Auch LED-Beleuchtung und sanitäre Anlagen sind neu, so dass am 11. November das Hoppeditz-Erwachen am traditionellen Ort gefeiert werden kann.

Es liegt aber noch viel mehr Arbeit vor dem Unternehmer-Ehepaar Novakovic: Fenster sind durchgefault, teils wächst Efeu hinein, viele Stühle sind verschimmelt, die Ausstattung in der Küche ist überaltert. „Wir werden mittel- bis langfristig komplett sanieren müssen. Das hier hat mehr als eine Schwachstelle“, berichtet Mirko Novakovic. Später fällt auch das Wort „desolat“.

„Die vielen Menschen, die neu nach Ohligs ziehen, brauchen auch Freizeit-Angebote.“

Mirko Novakovic
Die sanitären Anlagen wurden bereits saniert – ebenso die Beleuchtung und die Heizungen.

Gemeinsam mit seiner Frau hat er der Stadt – die vom Vorkaufsrecht gegenüber dem Vorbesitzer Gebrauch machte – die Halle abgekauft. Im Jahr 2011 hatte die Stadt die Halle zunächst an die Ohligser Gastronomen André und René Hitzegrad veräußert. Die vertragliche Bindung, die Halle als Veranstaltungs- und Begegnungsstätte zu erhalten, lief 2018 aus. 2019 verkauften die Hitzegrads an einen Kölner Veranstalter, der das bisherige Programm erhalten, aber verstärkt die Zielgruppe der Türkischstämmigen ansprechen wollte. Dann kam Corona.

Im kleinen Festsaal im Obergeschoss sind die Rahmen der Fenster durchgefault.

Die klamme Stadt könnte die Investitionen nicht stemmen. Die Novakovics werden die Halle in eine gemeinnützige Stiftung einbringen, für die sie das Startkapital stellen. Rund eine Million Euro sind dafür im Gespräch – Geld, das nicht ausreichen werde für die Sanierungen. Energetisch müsse die Halle auf den neuesten Stand gebracht werden, weil sonst alleine die Heizkosten einen kostendeckenden Betrieb unmöglich machten. „Ich könnte mir auf dem Dach gut eine Photovoltaik-Anlage vorstellen“, erklärt Mirko Novakovic. Alles solle möglichst nachhaltig sein. „Außerdem werden wir in den Lärmschutz investieren“, sagt der 45-Jährige. Gespräche mit direkten Anwohnern gebe es bereits.

Durch Rohrbrüche im Winter gibt es an vielen Stellen der Festhalle massive Wasserschäden.

Dragana Novakovic erstellt derzeit „mit einer Gruppe von Power-Frauen“ das Konzept für die Festhalle. Sie kann sich gut einen „Social Club“ nach US-amerikanischem Vorbild vorstellen. „Mitglieder zahlen einen Beitrag und engagieren sich außerdem im Projekt, dafür haben sie dann Vorteile, etwa beim Mieten von Räumen“, so die 39-Jährige. Auch Firmen seien willkommen, sich zu engagieren. Neben dem großen Festsaal gibt es einen kleineren Saal im Obergeschoss und weitere Räume, die vermietet oder für eigene Veranstaltungen genutzt werden sollen.

Im früheren Raucherbereich links des Haupteingangs soll ein Café mit Außenterrasse entstehen. Der Eingangsbereich soll nicht mehr von der Garderobe dominiert werden, sondern ebenfalls Aufenthaltsqualität bieten – Kleinkunst, Konzerte oder Lesungen könnten hier stattfinden. Und das alles schon 2022, wie Dragana Novakovic betont – parallel zu den Arbeiten. Denn die werden Zeit brauchen, ebenso wie das finale Konzept für den Betrieb der Halle. Klar ist: Auch Jobs sollen geschaffen werden.

Der Zusammenhalt in Ohligs macht das Projekt erst möglich

Durch Rohrbrüche im Winter gibt es an vielen Stellen der Festhalle massive Wasserschäden.

Den Novakovics ist wichtig, dass die Festhalle kein Ort wird, an dem nur alle zwei Wochen eine große Veranstaltung stattfindet. Sie soll ein Treffpunkt werden für die Ohligser und alle Solinger (| Kasten). „Viele hängen an der Halle und freuen sich schon. Und von Veranstaltern gibt es erste Anfragen“, berichtet Dragana Novakovic. „Die vielen Menschen, die neu nach Ohligs ziehen, brauchen auch Freizeit-Angebote“, ergänzt ihr Mann.

Neben dem Geld und der Stiftung mache der Zusammenhalt in Ohligs das Projekt erst möglich. Das sei spürbar – nicht zuletzt aufgrund der Menschen, die sich bereits engagierten, Gloria Göllmann etwa von der Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) Solingen-Ohligs oder Jörg Wacker von den Ohligser Jongens. Die Novakovics sind begeistert: „Jeder hilft. Die Leute haben Herzblut.“

So sieht es in der Ohligser Festhalle aus

Dragana und Mirko Novakovic haben die Festhalle in Ohligs gekauft. Aber es gibt noch viel zu tun.
Dragana und Mirko Novakovic haben die Festhalle in Ohligs gekauft. Aber es gibt noch viel zu tun. © Christian Beier
Dragana und Mirko Novakovic haben die Festhalle in Ohligs gekauft. Aber es gibt noch viel zu tun.
Dragana und Mirko Novakovic haben die Festhalle in Ohligs gekauft. Aber es gibt noch viel zu tun. © Christian Beier
Dragana und Mirko Novakovic haben die Festhalle in Ohligs gekauft. Aber es gibt noch viel zu tun.
Dragana und Mirko Novakovic haben die Festhalle in Ohligs gekauft. Aber es gibt noch viel zu tun. © Christian Beier
Dragana und Mirko Novakovic haben die Festhalle in Ohligs gekauft. Aber es gibt noch viel zu tun.
Dragana und Mirko Novakovic haben die Festhalle in Ohligs gekauft. Aber es gibt noch viel zu tun. © Christian Beier
Dragana und Mirko Novakovic haben die Festhalle in Ohligs gekauft. Aber es gibt noch viel zu tun.
Dragana und Mirko Novakovic haben die Festhalle in Ohligs gekauft. Aber es gibt noch viel zu tun. © Christian Beier
Dragana und Mirko Novakovic haben die Festhalle in Ohligs gekauft. Aber es gibt noch viel zu tun.
Dragana und Mirko Novakovic haben die Festhalle in Ohligs gekauft. Aber es gibt noch viel zu tun. © Christian Beier
Dragana und Mirko Novakovic haben die Festhalle in Ohligs gekauft. Aber es gibt noch viel zu tun.
Dragana und Mirko Novakovic haben die Festhalle in Ohligs gekauft. Aber es gibt noch viel zu tun. © Christian Beier
Dragana und Mirko Novakovic haben die Festhalle in Ohligs gekauft. Aber es gibt noch viel zu tun.
Dragana und Mirko Novakovic haben die Festhalle in Ohligs gekauft. Aber es gibt noch viel zu tun. © Christian Beier
Dragana und Mirko Novakovic haben die Festhalle in Ohligs gekauft. Aber es gibt noch viel zu tun.
Dragana und Mirko Novakovic haben die Festhalle in Ohligs gekauft. Aber es gibt noch viel zu tun. © Christian Beier
Dragana und Mirko Novakovic haben die Festhalle in Ohligs gekauft. Aber es gibt noch viel zu tun.
Dragana und Mirko Novakovic haben die Festhalle in Ohligs gekauft. Aber es gibt noch viel zu tun. © Christian Beier
Dragana und Mirko Novakovic haben die Festhalle in Ohligs gekauft. Aber es gibt noch viel zu tun.
Dragana und Mirko Novakovic haben die Festhalle in Ohligs gekauft. Aber es gibt noch viel zu tun. © Christian Beier

Engagement

Stiftung: Details zur Art der gemeinnützigen Stiftung, deren Gremien und Organisation stehen noch nicht fest. Dragana und Mirko Novakovic betonen, dass die Halle für alle da sein soll und freuen sich über Vorschläge. Wer sich finanziell oder ehrenamtlich engagieren möchte – oder gute Ideen hat für die künftige Nutzung der Festhalle – kann sich per E-Mail an Dragana Novakovic wenden.

dragananovakovic@web.de

Rubriklistenbild: © Christian Beier

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