Verkehr

Schnittert: Brücke soll im Frühjahr fertig sein

Rund um Ostern sollen die Arbeiten an der Brücke Schnittert enden. Autoverkehr soll schon ab Januar möglich sein. Aufgrund der Sperrung war der Bahnübergang Caspersbroicher Weg erneut in den Fokus gerückt. Anwohner fordern dort Nachbesserungen.
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Rund um Ostern sollen die Arbeiten an der Brücke Schnittert enden. Autoverkehr soll schon ab Januar möglich sein. Aufgrund der Sperrung war der Bahnübergang Caspersbroicher Weg erneut in den Fokus gerückt. Anwohner fordern dort Nachbesserungen.

Anwohner fordern Nachbesserungen bei der Schranke am Caspersbroicher Weg – Die Bahn verweist auf ein gültiges Sicherheitskonzept.

Von Björn Boch

Solingen. Die Eisenbahnüberführung Schnittert soll laut Bahn im Frühjahr fertiggestellt werden. Das erklärte ein Bahnsprecher auf Anfrage. Straßenverkehr durch die Unterführung soll bereits ab Anfang 2023 wieder möglich sein, final sollen die Arbeiten um Ostern herum enden.

Wie mehrfach berichtet sorgten sich betroffene Anwohner um die Erreichbarkeit der Hofschaft, weil die Baustelle an der Unterführung werktags nur im Notfall – durch Polizei und Feuerwehr – passiert werden kann. Der zweite Weg führt über den Bahnübergang am Caspersbroicher Weg. Dort kommt es aber immer wieder zu langen Wartezeiten.

Warum das nicht anders zu regeln sei, erklärte die Bahn Anwohnern bei einem Ortstermin. Presse war dabei nicht zugelassen. Auf ST-Anfrage gab es im Anschluss ein Expertengespräch per Video. Die wichtigsten Erkenntnisse.

Sicherheit: Nicht nur die Baustelle an der Brücke könne im Notfall binnen weniger Minuten geräumt werden – auch für die Schranke gebe es ein Notfallkonzept. „Feuerwehr, Polizei und Rettungskräfte haben stets Kontakt zu unserer Notfallleitstelle“, erklärt Ludger Staymann, Leiter Betrieb Netz Düsseldorf bei der Bahn. Die wiederum nehme Kontakt zum Fahrdienstleiter auf, der Züge notfalls jederzeit stoppen und Schranken öffnen könne.

Schranke: Ein Radar prüft während der Schrankenschließung, ob sich ein Hindernis auf den Gleisen befindet. „Das Schließen der Schranke wird aber nicht automatisch gestoppt, wenn Hindernisse durch das Radar erfasst werden“, erklärt Andreas Schmidt, Bezirksleiter Betrieb. Die Schranken gingen runter. Wenn die Radaranlage aber ein Hindernis melde, erhielten Züge keine Freigabe zur Weiterfahrt. „Die Schranke muss geöffnet und wieder geschlossen werden, wenn eine Blockade auf dem Gleis erkannt wurde“, erklärt Andreas Schmidt. Das bringe allerdings den Fahrplan der Züge massiv durcheinander. Wenn also Autos über die Gleise fahren, obwohl die Ampel „Rot“ zeige oder gar schon eine halbe Schranke unten sei, sorgt das laut Bahn für Verzögerungen, die wiederum Wartezeiten am Übergang verlängern. Gleiches gelte für Versuche, Schranken manuell zu bewegen.

Schäden: Durch Schranken möglicherweise entstehende Schäden seien nicht zu verhindern und hinzunehmen, sagt die Bahn. Das sehen die Anwohner anders. „Wir als Betroffene haben deutlich zum Ausdruck gebracht, dass ein solches Verfahren aus unserer Sicht nicht akzeptabel ist und technisch nachgearbeitet werden muss“, erklärt ein Anwohner für die Hofschaft.

Wartezeit: Während Anwohner von bis zu 70 Minuten Wartezeit berichten, geht die Bahn im normalen Betrieb von maximal 20 bis 25 Minuten aus. Anwohner vermuten bahninterne Kommunikationsstörungen zwischen Zugführer und der Fahrdienstleitung. „Dieser Sachverhalt dürfte ein Hauptproblem für lange Schrankenschließungszeiten an unserem Bahnübergang sein. Beim Ortstermin haben wir eindringlich argumentiert, an der internen Kommunikation zu arbeiten, das Verfahren zu optimieren und gegebenenfalls technisch zu ergänzen“, heißt es in einem Schreiben an die Bahn nach dem Termin.

Auslastung der Strecke: Ein Grund für die längeren Wartezeiten an den Übergängen am Caspersbroicher Weg und auch am Schnitterter Weg ist laut Bahn die hohe Streckenauslastung. Es könne passieren, dass für einen Zug aus Richtung Haan automatisch die Schließung der Schranke angefordert werde – bis dieser die Schranke passiert habe, stehe bereits der nächste Zug im Hauptbahnhof. Ist der abgefahren, kommt schon wieder einer aus Richtung Haan. Auf der Strecke verkehren Regional-, Intercity- und Güterzüge. Dazu komme derzeit laut einem Bahnsprecher viel Umleitungsverkehr. Aufgrund vieler Baustellen seien alle Strecken stark ausgelastet.

Ablauf: Aus Sicherheitsgründen werde der Vorgang an den Schranken bereits automatisch gestartet, wenn ein Zug auf Höhe des Bahnhofs Gruiten ist – mit Verzögerung, falls der Zug noch in Haan hält, wie die Bahn versichert. Die Technik sei auf dem neuesten Stand und könne nicht nachgerüstet werden. Das wiederum bezweifeln die Anwohner.

Vorrang: Es passiert, dass bei langen Schlangen nicht alle Autos zwischen zwei Rotphasen über den Übergang kommen. Das weiß auch die Bahn. Forderungen einiger Anwohner, bei hohem Autoaufkommen den Pkw den Vorzug zu geben, sind laut Bahn aber nicht umsetzbar. „Das würde den gesamten Zugverkehr beeinträchtigen und Fahrpläne durcheinanderbringen.“

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