Karneval

Die Ohligser Prinzengarde vergibt Orden mit Kompassnadel

Vorsitzender der Prinzengarde Blau-Gelb Solingen-Ohligs Joachim Junker
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Auch in dieser Session wollte die Prinzengarde Blau-Gelb Solingen-Ohligs mit ihrem Vorsitzenden Joachim Junker nicht auf einen Orden verzichten.

Nicht alle Karnevalisten verzichten auf Orden: Die Prinzengarde Blau-Gelb Solingen-Ohligs überreicht Freunden jecke Ehrenzeichen – Solingens OB verschickt sie per Post.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Zwar finden in dieser Session weder Partys noch Sitzungen statt und auch der Rosenmontagszug ist wegen der Pandemie abgesagt. Dennoch hat es sich die Prinzengarde Blau-Gelb Solingen-Ohligs nicht nehmen lassen, einen Orden zu entwerfen und ihn Freunden und Mitgliedern – natürlich mit Abstand – zu überreichen.

„Wir möchten damit ausdrücken, dass wir in dieser begegnungsarmen Zeit aneinander denken“, sagt Joachim Junker. Er ist der Vorsitzende der Blau-Gelben. Dass die Gedanken über den Stadtrand hinaus gehen, nämlich zu den Karnevalisten in den Nachbarstädten, beweist die spezielle Form des Ordens: Eine Kompassnadel zeigt wahlweise auf Solingen, Düsseldorf, Köln, Hilden, Wuppertal oder Velbert – samt den dort üblichen Schlachtrufen, die von „Lot jonn“ über „Alaaf“, „Helau“, „Wupp-di-ka“, „Tüp Tüp Helau“ bis „Itter Itter Helau“ reichen.

Auf dem aktuellen Orden der Blau-Gelben zeigt eine Kompassnadel auf jecke Städte der Region.

Die Mitglieder der KG Rot-Weiß Klingenstädter mit Axel Hawranke an der Spitze dagegen haben sich – wie einige andere Karnevalsvereine in der Klingenstadt auch – in diesem Jahr gegen einen Orden entschieden. „Es gibt ja doch keine Begegnungen, bei denen man solche Orden austauscht und für uns hängt der Sinn eines solchen Ordens unmittelbar am persönlichen Zusammentreffen“, begründet Hawranke diese Entscheidung. „Das Geld, das wir dafür ausgegeben hätten, fließt in einen Benefit, den wir uns noch überlegen. Das finden wir diesmal gebotener.“

Der Oberbürgermeister hat in der vergangenen Woche insgesamt 130 Orden postalisch verschickt: An Personen, die dem Karneval und dem Brauchtum eng verbunden sind. Dazu zählt beispielsweise der Festausschuss. Aber auch Vertreter von Einrichtungen, denen er in dieser besonderen Zeit ein besonderes Dankeschön übermitteln möchte.

Dazu gehören etwa Mitarbeiter in Kliniken und im Gesundheitsamt. „Gerne hätte ich Ihnen den Orden persönlich übergeben“, schreibt Tim Kurzbach (SPD) dazu. „Nun kommt er per Post und er soll vor allem eines: Ihnen ganz viel Freude bringen und die Zuversicht, dass wir bald wieder gemeinsam feiern.“ Wie in jedem Jahr hatten die Klassen „Gestaltungstechnische Assistenten“ und „Graveur und Metallbildner“ des Technischen Berufskollegs einen Orden für den Oberbürgermeister präsentiert.

Und schon im letzten Spätsommer hatte der Entwurf von Ilkay Dalkilic in Form einer Mund-Nasen-Maske, darauf ein bunter Wagen und fröhliche Menschen jeder Haar- und Hautfarbe, die Jury überzeugt.

Ilkay Dalkilic entwarf den OB-Orden für diese Session. 130 Stück verschickte Tim Kurzbach – an Menschen, die dem Brauchtum verbunden sind und an Vertreter medizinischer und pflegender Berufe.

Der Oligser Turnverein möchte auch nicht auf ein wenig Fastnachtsstimmung verzichten. Sie feiern den Kinderkarneval online.

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