Ohligs

Hauptbahnhof: Politik will Parken mit Parkscheibe

Die Parkplätze unmittelbar an der Treppe zur Bahnhofsunterführung an der Sauerbreystraße sind zunehmend von Dauerparkern belegt. Die Politik wünscht sich – auch wegen des Marktes auf der anderen Bahnhofsseite – eine Parkscheibenregelung. Foto: Christian Beier
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Die Parkplätze unmittelbar an der Treppe zur Bahnhofsunterführung an der Sauerbreystraße sind zunehmend von Dauerparkern belegt. Die Politik wünscht sich – auch wegen des Marktes auf der anderen Bahnhofsseite – eine Parkscheibenregelung.

Verwaltung kann sich mit Halteverbot für Ostseite nicht durchsetzen – Corona sorgt für Ausfälle von Bezirksvertretern.

Von Björn Boch

Solingen. Den Politikerinnen und Politikern in der Bezirksvertretung (BV) Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid sind die Dauerparker auf der Ostseite des Solinger Hauptbahnhofs ein Dorn im Auge. Das Ende der Sauerbreystraße – dort soll ein Hotel entstehen – haben einige Autofahrer als Ort entdeckt, an dem sie bequem und kostenlos parken können. Nicht Sinn der Sache, finden die Stadtteilpolitiker.

Einstimmig angenommen wurde daher ein gemeinsamer Antrag von CDU, BfS, SPD, Grünen und Linkspartei, der die Verwaltung „bittet, im Bereich links und rechts des rückwärtigen Bahnhofsausganges bis zum Beginn des Hotelneubaus zur Regelung der dortigen Parksituation eine Parkscheibenregelung mit einer Höchstparkdauer von zwei Stunden einzuführen“.

„Manche Autos stehen dort mehrere Tage lang.“

Marc Westkämper, stellvertretender Bezirksbürgermeister

Die Sitzung fand trotz hoher Infektionszahlen in Präsenz statt – coronabedingt allerdings mit vielen Ausfällen. Geleitet wurde sie vom stellvertretenden Bezirksbürgermeister Marc Westkämper (CDU) – Bezirksbürgermeisterin Gundhild Hübel (SPD) konnte in Zusammenhang mit Corona nicht an der Sitzung teilnehmen. Auch vier weitere Politikerinnen und Politiker fehlten.

Marc Westkämper begründete den Antrag in der Sitzung der Bezirksvertretung – er hatte ihn selbst mit ausgearbeitet. Das wilde Parken am hinteren Bahnhofsausgang habe sich etabliert, was insbesondere dazu führe, dass dort vermehrt Dauerparker stünden – „Pendler, die das Auto morgens abstellen, um zur Arbeit zu fahren. Aber es stehen auch manche Autos mehrere Tage lang dort, vielleicht Urlauber, die mit dem Zug zu einem der Flughäfen fahren“, wie Westkämper vermutete.

Dafür gebe es ausreichend Parkflächen auf der anderen Bahnhofsseite. Der Bereich an der Sauerbreystraße solle dazu dienen, kurz jemanden zum Zug zu bringen oder vom Bahnhof abzuholen – „Kiss and Ride“ nennt sich das Konzept. „Außerdem sind das gute Parkplätze für Marktkunden“, so Westkämper. Die Marktbeschicker müssen wegen der Umbauarbeiten auf dem Ohligser Marktplatz ihre Waren derzeit auf dem Bahnhofsvorplatz und dem Bremsheyplatz anbieten.

Daher verabschiedeten die Politiker einstimmig die Bitte um eine Parkscheiben-Regelung – gegen die ausdrückliche Empfehlung der Fachverwaltung. Carsten Knoch, städtischer Abteilungsleiter für Verkehrsplanung, hatte in der Sitzung für ein Halteverbot geworben. Zunächst hatte er erklärt, dass das Grundstück, auf dem geparkt wird, zwar öffentlich zugänglich sei, aber nicht in städtischer Hand. Die Zustimmung des Eigentümers für ein Halteverbot liege bereits vor – aufgrund des Beschlusses der BV für eine Parkscheibenregelung würden nun weitere Abstimmungen notwendig.

In der beschlossenen Variante für den Umbau des östlichen Bahnhofsvorplatzes sei zudem vorgesehen, dass weniger Verkehr dort ankommen soll, so Knoch. Die Verwaltung wolle verhindern, dass sich der Bereich als Parkbereich etabliere, weil Parken spätestens dann, wenn das Hotel gebaut werde, nicht mehr möglich sein wird. Auch Knoch verwies auf die zahlreichen, nicht ausgelasteten Parkplätze auf der Westseite – die Politik entschied anders.

Keine Entwicklungen gibt es in Bezug auf den geplanten Hotelneubau. Noch vor wenigen Wochen hatte der frühere Baudezernent Hartmut Hoferichter betont, dass es stetigen Austausch zwischen Stadt und Bauherren gebe. Deutschlandweit würden sehr viele Hotelprojekte auf die Umsetzung warten, was auch Corona geschuldet sei. Es gebe aber keinerlei Anzeichen dafür, dass das Ohligser Hotelprojekt nicht verwirklicht werden solle.

Verkaufsoffene Sonntage

Wann: Zur Kenntnis genommen wurden die Termine für verkaufsoffene Sonntage: 3. April (Frühlingserwachen), 4. September (Verwöhnwochenende), 30. Oktober (Brückenfest) und 4. Dezember (Weihnachtsdürpel). Die Termine müssen vom Rat der Stadt beschlossen werden.

Wo: Für den Weihnachtsdürpel samt verkaufsoffenem Sonntag kündigte der Stadtdienst Ordnung eine Regelung an, die das Fest rund um den Marktplatz oder im Park an der Wittenbergstraße ermöglichen soll – je nach Baufortschritten und Entwicklung der Corona-Pandemie.

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