Aus bergischer Grauwacke

Ohligs erhält ein Stadtwappen aus Stein

Wollen das Stadtwappen an prominenter Stelle sichtbar machen (v. l.): Nina Wacker, Tim Kurzbach, Gundi Hübel, Jörg Wacker und Joachim Junker. Die Türme fehlen an dem Musterstück, sollen aber natürlich später beim Steinbild in 2,5 mal 3,5 Metern Größe nicht fehlen Foto: Michael Schütz
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Wollen das Stadtwappen an prominenter Stelle sichtbar machen (v. l.): Nina Wacker, Tim Kurzbach, Gundi Hübel, Jörg Wacker und Joachim Junker. Die Türme fehlen an dem Musterstück, sollen aber natürlich später beim Steinbild in 2,5 mal 3,5 Metern Größe nicht fehlen

Das 2,5 mal 3,5 Meter große Bild aus Stein soll in den umgestalteten Marktplatz in Ohligs eingelassen werden.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Der umgestaltete Ohligser Marktplatz soll mit einem 2,5 mal 3,5 Meter großen Wappen auf die Geschichte des Stadtteils aufmerksam machen. Ihre Pläne dafür präsentierten die Ohligser Jongens bewusst am Donnerstagabend. Auf den Tag genau war es 125 Jahre her, dass die damalige Kleinstadt vom Deutschen Kaiser die Erlaubnis bekam, ein eigenes Stadtwappen zu führen.

Was bei der Präsentation noch ein Musterstück eines Kölner Steinmetzes und ohne die charakteristischen drei Türme war, soll später in 72 Einzelsteinen in das Pflaster des neuen Marktplatzes eingelassen werden. Die endgültige Stelle sehe noch nicht fest, sagte Jongens-Vorsitzender Jörg Wacker. Man befinde sich da noch in der Abstimmen mit der Stadtverwaltung. „Wir möchten das Wappen zentral, auch im Vorbeigehen gut wahrnehmbar, positionieren. Aber natürlich darf es dauerhaft keiner zu hohen Belastung durch Schritte oder gar schwerer Autoreifen ausgesetzt sein.“

Wacker sieht mit dem Wappen einen schönen geschichtlichen Akzent im künftig ansonsten neu gestalteten Umfeld des Marktplatzes. Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD), der der Präsentation beiwohnte, hob die Bedeutung des Wappens als Identifikation mit dem Stadtteil hervor. Dass Ohligs „boome“, sei auf das Zusammenspiel vieler engagierter Bürger in Vereinen, Verbänden und mehr zurückzuführen, die sich nun – bildlich gesprochen – hinter dem Wappen versammelten.

Stadtwappen auf Ohligser Markplatz: Kosten sollen durch Sponsoren und Spender gedeckt werden

Joachim Junker, ebenfalls im Vorstand der Jongens, sieht in dem Wappenprojekt ein Stück wahrnehmbare Solinger Historie. „Viel Geschichtliches haben wir in unserer Stadt ja leider durch die Zerstörung im Krieg nicht mehr. Dem Wappen sollen gut lesbare Info dazu beigefügt werden – alles in allem also sicherlich ein Gewinn.“

Die sieben Sterne auf dem zweigeteilten Gotenschild symbolisieren die sieben Höfe und Hofschaften von Ohligs. Auf der rechten Seite steht ein Flügelrad für die Bedeutung des Bahnhofs.

Die 30 mal 50 Zentimer großen Steine des Gesamtwerkes sollen aus bergischer Grauwacke gehauen werden. An dem von Steinmetz Markus Müller aus Erftstadt hergestellten Musterstück ließ sich am Donnerstag das System der Schraffuren und der wappenkundlichen (heraldischen) Farbgebung gut nachvollziehen: Je nach Bearbeitung des Steines ergeben sich die Farben Rot bei senkrechten Linien, Blau bei waagerechten, Gold bei Punkten und Silber durch unbearbeitete Flächen. „Dieses klassische System heraldischer Schraffuren macht das Ganze wertig“, sagt Jörn Wacker, der das Projekt gemeinsam mit seiner Frau Nina zur Chefsache gemacht hatte. Dass das nun gezeigte Ergebnis am Donnerstag so viel positive Resonanz bei den geladenen Ohligsern fand, freute ihn sichtlich.

„Wir möchten das Wappen zentral, auch im Vorbeigehen gut wahrnehmbar, positionieren.“

Jongens-Vorsitzender Jörg Wacker

So zeigte er sich auch zuversichtlich, die veranschlagten Kosten von rund 20 000 Euro über Sponsoren und Spenden zusammen sammeln zu können. Alle Ohligser sind aufgerufen, sich daran zu beteiligen. Die zu verarbeitenden Grauwackesteine werden als Stiftersteine ausgelobt. Sie können von Einzelpersonen, Unternehmen oder Institutionen gegen einen Spendenbetrag von 250 Euro gesponsert werden. Weiterhin wird ein Spendenkonto eingerichtet, über das sich alle Bürger an der Realisierung des Projektes beteiligen können.

Ohligser Jongens

Die Ohligser Jongens sind eine Vereinigung von Bürgern, denen Ohligs am Herzen liegt, und dessen Entwicklung wollen sie mitgestalten. Sie sehen sich nicht in Konkurrenz zu anderen Vereinen und Initiativen, sondern wollen ein Netzwerk aufbauen, Kräfte bündeln und Denkanstöße geben.

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