Bauprojekt in Ohligs

Entwürfe für Kita an der Schwanenstraße liegen vor

Die Kölner Firma Schilling Architekten zusammen mit dem Studio Grijsbach Landschaftsarchitektur aus Bergisch Gladbach (erster Preis) wollen aus der Kita eine grüne Oase machen.
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Die Kölner Firma Schilling Architekten zusammen mit dem Studio Grijsbach Landschaftsarchitektur aus Bergisch Gladbach (erster Preis) wollen aus der Kita eine grüne Oase machen.

Die besten drei Ideen von Architekten wurden ausgezeichnet. 2024 sollen schon die ersten Kinder in der neuen Kita an der Schwanenstraße in Ohligs spielen können.

Von Alexandra Dulinski

Solingen. Die geplante Kindertagesstätte an der Schwanenstraße in Ohligs soll dem Bedarf an Kitaplätzen gerecht werden – und dem Wohnungsmangel entgegenwirken. Bis 2024 die ersten Kinder planmäßig in der Einrichtung spielen können, ist es aber noch ein weiter Weg. Erste Ideen zur Gestaltung des Komplexes, der Kita und geförderte Wohnfläche vereinen soll, wurden jetzt vorgestellt. Insgesamt wurden drei Projekte von Architekten in Zusammenarbeit mit Landschaftsarchitekten im Rahmen eines Wettbewerbs gewürdigt.

Nachhaltigkeit und Energieeffizienz sollten bei der viergruppigen Einrichtung eine große Rolle spielen, erklärt Carsten Zimmermann, einer von zwei Geschäftsführern der Stadtentwicklungsgesellschaft Solingen (SEG). Keine leichte Aufgabe, wie auch Jury-Mitglied, Architektin und Stadtplanerin Judith Kusch erklärt.

„Dann sitzt dort die Oma und ein Bobbycar flitzt vorbei.“

Korkut Genctuerk, Architekt

Die Kölner Firma Schilling Architekten zusammen mit dem Studio Grijsbach Landschaftsarchitektur aus Bergisch Gladbach (erster Preis) wollen aus der Kita eine grüne Oase machen. Wie „ein Haus auf der Lichtung“ soll der aus drei Elementen bestehende Baukörper einen Vorplatz vor der Kita schaffen, berichtet Architektin Christiane Schmidt. Der Komplex selbst ist von der Straße zurückgesetzt. Der Bäume im Süden des Geländes sollen erhalten bleiben und in die Spielangebote als naturnaher Erlebnisraum integriert werden. „Die Freiräume umspielen dabei das Haus“, beschreibt Landschaftsarchitektin Suzanne Grijsbach die Idee.

Jeder der vier Gruppenräume im Obergeschoss wird nach den Entwürfen mit einer Treppe zur eigenen, wettergeschützten Terrasse verbunden. Fünf Wohnungen und ein Appartement sitzen auf der Kita auf. Auf dem Dach soll ein Gemeinschaftsgarten entstehen. Das Stuttgarter Atelier Coa hat sich in Zusammenarbeit mit der (F)landschaftsarchitektur GmbH aus Solingen für einen nach Süden hin abflachenden Holzbau entschieden. So wird die Kita in die ersten zwei Geschossen einziehen, die acht Wohnungen befinden sich darüber. Zu ihnen gehört jeweils eine private Loggia.

Das siegreiche Team präsentiert seinen Entwurf: Carsten Zimmermann (v. l., SEG-Geschäftsführer), Judith Kusch als Mitglied des Preisgerichts, Negin Zarinbal (Schilling Architekten), Suzanne Grijsbach (Studio Grijsbach Landschaftsarchitektur), Christiane Schmidt (Schilling Architekten) und Stadtdirektor Hartmut Hoferichter.

„Wir wollten den Verkehr entzerren, der morgens stattfindet“, erklärt Architekt Korkut Genctuerk. So sollen im Osten Stellplätze für Bewohner und Mitarbeiter entstehen sowie eine Hol- und Bring-Zone im Nordwesten. Ziel ist zudem ein multifunktionaler Raum, ein Ort der Zusammenkunft für Kita und Wohnen. Ebenfalls im Grünen soll im hinteren Bereich des Komplexes neben der Außenspielfläche ein Gemeinschaftsgarten für die Bewohner entstehen. Eine Vermischung von Generationen plant Genctuerk. „Dann sitzt dort die Oma und ein Bobbycar flitzt vorbei“, sagt er.

Das Architektenbüro LNCL aus Berlin und die Mesh Landschaftsarchitekten aus Hannover (dritter Platz) planen eine Art Schubladensystem. Die Geschosse werden über- und ineinandergeschachtelt. Auch eine Tiefgarage und ein Keller sind geplant. „Das hat aber eine gewisse Tücke. In der Schwanenstraße ist das Grundwasser sehr hoch“, erklärt SEG-Projektleiter Helge Krause.

Bis zum geplanten Start im Sommer 2024 müssen noch etliche Schritte gegangen werden – vom Vergabeverfahren über Förder- und Bauanträge, erklärt Stadtdirektor und SEG-Geschäftsführer Hartmut Hoferichter. Jetzt werde geschaut, welche Pläne realisierbar sind. Die Reihenfolge der Sieger werde dabei berücksichtig, sagt Hoferichter. Die Pläne sollen nun den Ohligsern vorgestellt werden. Die Entwürfe stehen noch bis Freitag, 22. Oktober, im Erdgeschoss der Stadt-Sparkasse am Ohligser Markt.

Hintergrund

Ein oder zwei weitere Kitas werden notwendig sein, um dem Bedarf an Plätzen gerecht zu werden, schätzt Stadtdirektor und SEG-Geschäftsführer Hartmut Hoferichter. Die Zahl der Geburten steigt, ebenso der Bedarf bei den unter Dreijährigen. Auch Wohnraum wird dringend gebraucht, der auch kostengünstig sein muss. Die Zahl an benötigten Wohnungen schätzt Hoferichter auf 250 bis 350 jährlich.

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