Ohligs

ADFC kritisiert Pläne für Bahnhofsumbau Ost

Der ADFC wünscht sich an der einen ebenerdigen Aufgang, der die Treppe kreuzen soll. Foto: Christian Beier
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Der ADFC wünscht sich an der einen ebenerdigen Aufgang, der die Treppe kreuzen soll.

Verkehrsclub wünscht sich ebenerdigen Zugang zum Fußgängertunnel – Stadt hält dies für nicht realisierbar

Von Kristin Dowe

Solingen. Die östliche Seite des Hauptbahnhofs in Ohligs wird von vielen Solingern als Schandmal empfunden. Bereits 2013 hatte der Rat die Umgestaltung des Areals im Integrierten Stadtteilentwicklungskonzept (ISEK) beschlossen – es folgte ein Bürgerbeteiligungsverfahren im vergangenen Jahr. Von den aktuellen Planungen für den hinteren Bahnhofsteil zeigt sich der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) allerdings nicht begeistert. Insbesondere in puncto Barrierefreiheit sieht der Kreisverband Wuppertal/Solingen noch Luft nach oben, berichtet dessen Solinger Vorsitzender Bernhard Stoer.

„Um eine bestmögliche Erreichbarkeit der Gleisanlagen für Mobilitätseingeschränkte genauso wie für Radfahrer zu gewährleisten, halten wir es für zu kurz gedacht, sich darauf zu verlassen, dass der Hotelbetreiber den öffentlich zugänglichen Teil der Aufzuganlagen wartet und reinigt.“ Die Pandemie habe gezeigt, dass sich Geschäftsgrundlagen schnell ändern können – „daher halten wir einen dauerhaften und verlässlichen Zugang für wichtig“, argumentiert der ADFC. Reisende könnten aus Sicht des Verkehrsclubs vom Aufzug unabhängig werden, indem man einen ebenerdigen und damit barrierefreien Zugang zum Fußgängertunnel von etwa einem Meter Breite schafft, der serpentinenartig an die Treppe anschließt.

Diese Variante hätte laut ADFC mehrere Vorteile: Während der Aufzug meist nicht auf den Transport von Rädern ausgelegt ist, könnten Radfahrer und Pendler die Gleise durch den Tunnel ohne Anstehen am Aufzug erreichen. Durch die gute Verbindung könnten Radler außerdem mühelos auf beiden Seiten des Bahnhofs nach einem Stellplatz für ihr Fahrrad suchen und die Erreichbarkeit des Ohligser Zentrums verbessere sich „für alle, die von der Ostseite kommen“. Zudem könnten Fußgänger die jeweils andere Bahnhofsseite bei Regen trockenen Fußes erreichen.

Dieser Idee erteilte die Stadt aus baulicher Sicht eine Absage: „Aus Platzgründen ist es nicht möglich, eine für diese Situation geeignete Rampe anzulegen, die in den Tunnel führt. Die dafür benötigte Fläche steht nicht zur Verfügung“, heißt es dazu aus der Pressestelle. Konkret müsse ein Höhenunterschied von insgesamt fünf Metern überwunden werden. Bei einer behindertengerechten Rampenneigung von maximal sechs Prozent ergebe sich eine Rampenlänge von 83,33 Metern. Außerdem müssten Zwischenpodeste eingezogen werden, damit beispielsweise Rollstuhlfahrer dort pausieren können. „Damit müsste die Rampe insgesamt 100 Meter lang sein.“ Weiterhin wünscht sich der ADFC zusätzliche Fahrradstellplätze zu den aktuell zwölf vorgesehenen, die idealerweise überdacht sein sollten.

Solingen: Einbahnstraße soll für Radfahrer freigegeben werden

Kritik äußern die Mitglieder außerdem an der teilweisen Einbahnregelung in der Sauerbreystraße, die aus ihrer Sicht auf dem betreffenden Abschnitt für Radfahrer aufgehoben werden sollte. Die beiden dortigen Fahrspuren am Ende der Straße seien „überdimensioniert und sogar gefährlich“. Eine Aufhebung der Einbahnregelung für Radfahrer würde die Gefahren für diese entschärfen, so der ADFC.

Dies sei geplant, teilt Stadtsprecherin Sabine Rische mit. „Wir streben die Umsetzung spätestens zur Vorplatzgestaltung an.“ An der Einmündung Kamper Straße müsse die Ampel modifiziert und Fahrbahnmarkierung angepasst werden. Zwischen Suppenheider Straße und Hauptbahnhof könne die Freigabe theoretisch sofort erfolgen. „Sinnvoll ist sie aber erst, wenn die Durchfahrt bis zur Kamper Straße möglich ist.“

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