Osterprodukte

Österliches aus der Klingenstadt

Das Ei brachte viele Solinger dazu, fürs Osterfest Originelles zu knöstern. Archivfoto: Stefanie Knupp
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Das Ei brachte viele Solinger dazu, fürs Osterfest Originelles zu knöstern. (Archivfoto)

Von Eierhockern, Ostergras und kreisrunden Spiegeleiern.

Von Wilhelm Rosenbaum

Solingen. Die Frage ist nicht nur eine heitere Rätselfrage des Stamm- und Familientischs, sondern hat, mit philosophischem Tiefgang, zu Ostern natürlich eine besondere Aktualität: Was war denn nun zu allererst da, das Huhn oder das Ei? Zwischen Gründonnerstag und Ostermontag wäre eine kindgemäß heitere und reizvolle Überlegung vielleicht auch diese: Im Prinzip war da auf jeden Fall erst einmal wohl der Osterhase, wer denn sollte sonst zu den frühlingshaften Feiertagen die zudem noch farbenfroh angemalten Eier überhaupt liefern.

Vor fast 400 Jahren, als das Verstecken erstmalig eine Freude, das Suchen danach im Garten und Grünen ein spannender Riesenspaß war, entstand deshalb auch bereits der kuriose Begriff der „Haseneier“.

Trotzdem gingen etliche Jahre ins Bergische Land, bis der im Südwesten Deutschlands dokumentierte Feld- und Feiertagshase auch an der Wupper heimisch war. Er löste in unserer lokalen Tierwelt in Sachen Eierverteilung nacheinander den Fuchs, den Storch und auch den Kuckuck ab, wobei der Letztere bekanntlich lebenslang nicht von seiner Unsitte abließ, seine Eier kontinuierlich in fremde Nester zu legen. Eine bittere Einsicht, die irgendwann zwangsläufig zur erheblichen Minderung der kindlichen Sammelfreude beitrug.

Apropos Nester: Hier hat die Klingenstadt österliche wie praktische Innovationen parat. In den 70er Jahren berichtete das Tageblatt von dem hier ansässigen Dürener Papieringenieur Hans-Toni Ohlef, der rund ums Nest eine unverzichtbare Deko-Ware produzierte, nämlich Ostergras. Jährlich verließen acht bis zehn Tonnen seiner grünen Papierschnitzelchen die Gräfrather Fabrikationsstätte, um die kostbaren Eier mit entsprechender Polsterung zu versorgen.

Und natürlich haben mit der Hasen-Konjunktur ebenso die heimischen Schneidwaren-Fabrikanten ihren Beitrag geleistet, um die Festtafel zu komplettieren. Handliche Eierlöffel gehörten fortan zum Besteckkasten, die Kreativsten gaben sich damit aber noch nicht zufrieden.

Sie „knösterten“ fürs Osterfest Originelles, Carl Pott erfand einen „Eierhocker“ aus Chromnickelstahl, den die Zeitschrift „Schöner Wohnen“ mit Jubelstürmen – „Fast das Ei des Kolumbus“– begrüßte.

Ein Eierring für kreisrunde Spiegeleier war bei „Prestige“ im Programm, und Carl Mertens überraschte, damit Optik und Geschmack bei jedem Wettersturz die Balance finden, mit seinem Edelstahl-Eierbecher „Neocountry“. Der wurde gleich mit einer farbigen Filzkappe zum Warmhalten geliefert, schon damit der Osterhase nicht zu sehr mit Reklamationen überschwemmt wird.

Selbst das Solinger Tageblatt leistete 1969 seinen individuellen Beitrag zum Thema Ei: In einer exklusiven Festtags-Aktion gestalteten die bekannten Solinger Maler Werner Brattig und Wolfgang Meng, der Grafiker und Fotograf Hans-Jürgen Schmatz und der Bildhauer Henryk Dywan damals aparte „künstlerische Ostereier“.

Spontane Basteleien für die Ostertage.

Dieses Ostermenü könnte auf den Tisch kommen.

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