Jetzt Termin vereinbaren

Obermeister rät: Winterreifen sollten bald aufgezogen werden

Innungsobermeister Uwe Stamm rät, schnell einen Termin zum Autowechseln zu vereinbaren, „dann bleibt genug Vorlauf“. Fotos: Michael Schütz / Christian Beier
+
Innungsobermeister Uwe Stamm rät, schnell einen Termin zum Autowechseln zu vereinbaren, „dann bleibt genug Vorlauf“.

Bekannte Merksprüche müssen nicht zwangsläufig wahr sein. Dieser hier aber ist es, wie Solingens Kfz-Innungsobermeister Uwe Stamm mit Nachdruck betont:

Von Timo Lemmer

Innungsobermeister Uwe Stamm

Solingen. „Von O bis O“, also von Ostern bis Oktober, sollten Autofahrer mit Sommerreifen unterwegs sein. Heißt also auch: Im Oktober sollten die Winterreifen aufgezogen werden. „Man sollte den Satz wirklich beherzigen“, sagt Stamm, der selbst den Auto-Treffpunkt Stamm führt. Er rät Autofahrern, die bislang noch nicht mit Winterreifen unterwegs sind, zügig zum Hörer zu greifen und einen Termin in einer Werkstatt zu vereinbaren. Der Automobilexperte erklärt, dass der Oktober für den Wechsel insbesondere deshalb ideal sei, „weil so genug Vorlaufzeit bleibt“. Zum einen „schneit es selten im Oktober“.

Wer also im Oktober seinen Termin zum Reifenwechsel vereinbart, hat die Winterreifen vor dem ersten Schnee drauf. „Außerdem müssen die Reifen einige Kilometer angefahren werden, da sie bei der Lagerung aushärten. Man sollte also auch gar nicht direkt nach dem Reifenwechsel auf Schnee fahren.“ Und die übliche Panik, so Stamm, die aufkommt, wenn im Wetterbericht der erste Schneefall des Jahres angekündigt wird, entfalle. Dann sei ohnehin nichts zu machen. Denn Werkstätten sind zur Wechselzeit freilich gut ausgelastet. „Wir haben in der Werkstatt jetzt schon einen Vorlauf von etwa zehn bis 14 Tagen“, blickt Stamm auf seinen Betrieb, „und von den Kollegen aus der Innung höre ich ebenfalls, dass das Geschäft mit dem Räderwechsel im vollen Gange sei.“

Apropos Geschäft: Eine goldene Nase verdiene man sich als Kfz-Meister damit nicht. „Etwa 20 bis 25 Euro kostet der Reifenwechsel“, gibt Stamm als Richtwert mit. Es sei ein offenes Geheimnis, dass diese Summe bei etwa einer halben Stunde Arbeit nicht den üblichen Werkstattpreisen entspräche.

Manche Autofahrer versuchen es mit Ausreden

Kurzum: Mit anderen Dienstleistungen verdienen Werkstätten mehr. „Der Reifenwechsel gehört aber natürlich zum Kundenservice und dient der Sicherheit. Zumal der Kunde während des Wechsels quasi noch einen kleinen, kostenlosen Wintercheck mit bekommt.“ Der freie Blick auf die Bremsen bei abmontierten Rädern – für die Experten in den Solinger Werkstätten selbstverständlich, berichtet Stamm. Stamm ist darüber hinaus kein strikter Gegner davon, dass Autofahrer ihre Reifen selbst wechseln, wenn die technischen Fähigkeiten stimmen. Aber: „In der Regel haben jedoch die wenigsten die dafür notwendigen professionellen Möglichkeiten.“ Kunden, die einen Wagenheber inkorrekt einsetzten und dann aufgrund eines Karosserieschadens in die Werkstatt kämen, erlebten er und seine Solinger Mitstreiter immer wieder. „Und auch der professionelle Blick unter den Wagen sowie auf die Reifen, der in professionellen Werkstätten immer dazugehört, entfällt zuhause.“

Wo auch immer die Reifen gewechselt werden, Stamm bläut zum Abschluss abermals ein: „Wenn der Merksatz ‚von O bis O‘ in den Köpfen angekommen ist, sind wir gut unterwegs.“ Dann würden ihm und seinen Kollegen auch die beliebtesten Ausreden erspart bleiben: „Ich muss ganz dringend nach München!“, hören die Autohändler oft, wenn sie nicht kurzfristig einen Termin zum Reifenwechsel anbieten können, berichtet Stamm. Klar, im Alpenvorland schneit es mehr. Kurzfristige Termine aber gibt es nicht, wenn erst einmal alle Autofahrer auf dieselbe Idee kommen.

Wissenswert

Profil: Gesetzlich ist in der Straßenverkehrsordnung eine Mindest-Profiltiefe von 1,6 Millimetern festgeschrieben. „Das kann man aber vergessen“, sagt Uwe Stamm. „Drei bis vier Millimeter Profiltiefe müssen es mindestens sein, um sicher unterwegs zu sein.“ Und auch dieser Wert sei abhängig von der durchschnittlichen Fahrdistanz im Jahr: „Wer 25 000 bis 30 000 Kilometer im Jahr fährt, braucht zum Wechselzeitpunkt sicher mehr.“

Reifenart: Stamm lehnt Alternativen wie Ganzjahres- oder Allwetterreifen keineswegs ab. „Je nach Fahranalyse“, merkt der Profi an. „Für Leute, die nur innerstädtisch unterwegs sind, die dann vermutlich an dem einzigen Schneetag im Jahr ohnehin nicht fahren, sind das sicher gute Alternativen.“ Immerhin erfüllten die genannten Reifen die Anforderungen, die durchschnittliche Sommer- sowie durchschnittliche Winterreifen ebenfalls erfüllen. Stamms Richtwert liegt bei 5000 bis 8000 Kilometern im Jahr: „Jemand, der mehr fährt, fährt sich einen Ganzjahresreifen zu schnell runter.“

Autoreifen selbst wechseln: Diese Fehler sollten Auto-Besitzer unbedingt vermeiden

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Solinger Händler ziehen gemischte Bilanz
Solinger Händler ziehen gemischte Bilanz
Solinger Händler ziehen gemischte Bilanz
70 Menschen demonstrieren für Erhalt von Kleingartenanlage
70 Menschen demonstrieren für Erhalt von Kleingartenanlage
70 Menschen demonstrieren für Erhalt von Kleingartenanlage
Welches Gebäude suchen wir in dieser Woche?
Welches Gebäude suchen wir in dieser Woche?
Welches Gebäude suchen wir in dieser Woche?
Corona: St. Lukas - Noch keine OP-Verschiebungen
Corona: St. Lukas - Noch keine OP-Verschiebungen
Corona: St. Lukas - Noch keine OP-Verschiebungen

Kommentare