Erster direkt gewählter Oberbürgermeister Solingens

Franz Haug ist mit 80 Jahren noch immer aktiv

Nach wie vor ist er Vorsitzender der Freunde des Klingenmuseums
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Nach wie vor ist Franz Haug Vorsitzender der Freunde des Klingenmuseums.

Der frühere Oberbürgermeister feiert am 25. Januar einen runden Geburtstag.

Von Andreas Tews

Solingen. Eigentlich sollte es zum 80. Geburtstag des früheren Oberbürgermeisters Franz Haug (CDU) am Dienstag einen ganz großen Bahnhof geben. Doch den geplanten Empfang im Kunstmuseum in Gräfrath sagten Haug und der aktuelle Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) pandemiebedingt ab. Dabei hätte ein großer Bahnhof gut zu Haugs zehnjähriger Amtszeit als Chef im Rathaus gepasst. Denn im Zuge des Landesförderprogramms Regionale 2006 eröffnete er seinerzeit unter anderem die beiden neuen Bahnhaltepunkte Grünewald und Solingen-Mitte.

Die Regionale 2006 mit der Eröffnung neuer Bahnhaltepunkte war einer der Höhepunkte in Franz Haugs (rechts) Amtszeit.

Franz Haug war 1999 der erste direkt gewählte Oberbürgermeister der Klingenstadt. Das Amt bekleidete er bis 2009. Im gleichen Jahr wurde ihm der Ehrenring der Stadt Solingen verliehen.

Stolz ist der gebürtige Schwabe unter anderem auf die Großprojekte der Regionale 2006, die während seiner Amtszeit abgeschlossen wurden. Besonders hebt er als Freund der Kultur dabei den Südpark mit seinen Ateliers, hervor. Aber auch der Brückenpark Müngsten, der Umbau des Neumarkts, die neuen Bahnhaltepunkte sowie die Korkenziehertrasse gehen auf dieses Programm zurück. Ein Projekt, bei dem Solingen gegenüber den Partnern in Wuppertal und Remscheid stets um mindestens eine Nasenlänge voraus war. Haug habe drei Viertel der Fördergelder nach Solingen gelenkt, hebt der CDU-Kreisverband hervor. Weitsicht und Entschlusskraft prägten sein Handeln.

Dass Haug einst die riskanten Cross-Border-Leasing-Geschäfte verhinderte, halten ihm auch damalige politische Gegner zu Gute. Mittlerweile ist bekannt, dass sein Gespür nicht trog. Die Stadt Wuppertal und der Wupperverband erlitten mit dem Modell, eigene Anlagen in die USA zu verkaufen, um sie dann zurückzuleasen, finanziellen Schiffbruch.

Der CDU-Kreisverband hebt neben der Regionale 2006 auch Haugs Verdienste um die Zusammenarbeit zwischen den bergischen Großstädten hervor. Auf sein Engagement gingen die Gründung der Bergischen Entwicklungsagentur, die gemeinsame Feuerwehrleitstelle mit Wuppertal und die Bergische VHS zurück. Andere Politiker erinnern an Haugs Engagement als leidenschaftlicher Verteidiger des Städtischen Klinikums. Nicht zu vergessen ist der Erhalt der Bergischen Symphoniker als gemeinsames Orchester mit Remscheid. Der Kultur bleibt er nicht nur als regelmäßiger Besucher treu. Aktiv ist er noch im Kunstmuseum und als Vorsitzender der Freunde des Deutschen Klingenmuseums in seiner Wahlheimat Gräfrath.

Aus der aktuellen Politik hält sich der frühere OB heraus

Haugs Weggefährten wie der SPD-Ratsherr Ernst Lauterjung schätzen ihn als zuverlässigen und angenehmen Menschen. Bei öffentlichen Auftritten begegnet man ihm zumindest mit Respekt und Anerkennung, oft mit Sympathie.

Die aktuelle Politik verfolgt Haug intensiv – unter anderem als treuer Tageblattleser. Aus Entscheidungsprozessen hält er sich aber bewusst heraus. „Ich hatte meine Zeit“, erklärt der frühere OB. Treu geblieben ist er einer Haltung die ihm schon als OB zugutekam, wenn er als Vermittler und Moderator gefragt war: „Ich mag Menschen – auch wenn sie mal nicht meiner Meinung sind.“

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