ST vor Ort

Obenrüdener Kotten soll wieder saniert werden

Die moderne Küche im Kotten, die Lisa Demmer und Theo Recht vor der Flut regelmäßig dem Fernseh-Kochteam zur Verfügung stellten, muss auch komplett saniert werden. Foto: Tim Oelbermann
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Die moderne Küche im Kotten, die Lisa Demmer und Theo Recht vor der Flut regelmäßig dem Fernseh-Kochteam zur Verfügung stellten, muss auch komplett saniert werden.

Inhaber hatten vor der Flut Urlauber und Fernsehteams zu Gast

Von Simone Theyßen-Speich und Philipp Müller

Solingen. Die Geschichte über den Obenrüdener Kotten im Rahmen der Stadtteilserie sollte eine ganz andere werden. Sie sollte erzählen von dem idyllischen Kotten an der Wupper als Domizil für Feriengäste und von den Filmproduktionen, die in der ehemaligen Schleiferei durchgeführt werden. Bei dem ersten Besuch des ST Anfang Juli erzählte Lisa Demmer, die den Kotten vor 28 Jahren gekauft und saniert hatte, vor allen Dingen von Fernseh-Koch Björn Freitag, der regelmäßig in ihrer Küche gedreht hat.

Das war vor dem 14. Juli. Bis gegen 19 Uhr an jenem Mittwoch vor fünf Wochen war die Welt von Lisa Demmer und ihrem Lebensgefährten Theo Recht im Obenrüdener Kotten noch in Ordnung. Doch dann stieg die Wupper immer weiter an. In einer dramatischen Rettungsaktion wurden die beiden schließlich durch die Feuerwehr aus dem Kotten evakuiert.

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Ein paar Tage nach der Flut-Katastrophe erzählten sie, wie groß die Schäden am Ende sind. Der Kotten muss an vielen Stellen kernsaniert werden. Vor allem muss das durchweichte Mauerwerk weiter trocknen – wie an so vielen Stellen entlang der Wupper. Auch am Obenrüdener Kotten gilt: Einiges ist versichert, anderes indes nicht.

Theo Recht schätzt die Zeit bis zur Wiedereröffnung auf das Jahr 2023. Denn die Sanierung soll vernünftig und umfassend erfolgen. Lisa Demmer und er wollen das Thema Energieversorgung für das Denkmal neu denken. „Wichtig ist uns, dass die Behörden dabei schnell und gut mit uns zusammenarbeiten.“

Traum an der Wupper soll fortgesetzt werden

Doch eins war auch nach der Flut sofort klar, die beiden machen weiter und wollen ihren Traum an der Wupper fortsetzen, von dem sie noch Anfang Juli berichtet hatten. Für Lisa Demmer ist der Wiederaufbau der zweite Neustart in dem historischen Gebäude. Als sie mit ihrem damaligen Mann vor 28 Jahren den Obenrüdener Kotten kaufte, stand die alte Schleiferei, die bereits 1976 den Betrieb eingestellt hatte, schon seit Jahren leer. Das Gebäude war verfallen.

Böden raus, Putz von den Wänden, Inventar in den Schrottcontainer: So hieß es im Obenrüdener Kotten direkt nach der Flut. Jetzt muss erst alles trocknen. Dann beginnt der Wiederaufbau bis 2023.

Mit viel Liebe zum Detail hatten sie das Backsteingebäude saniert und im Hauptteil ihre eigene Wohnung eingerichtet sowie zwei Ferienwohnungen in der ehemaligen Schreinerei. Das besondere Domizil wieder herzurichten und das Leben im Loft in einem alten Industriegebäude, das in der Vergangenheit auch viele Urlauber aus der ganzen Welt geschätzt haben, wieder zu ermöglichen, ist ihr Ziel.

TV-Koch Björn Freitag vor dem Obenrüdener Kotten.

Auch Fernseh-Koch Björn Freitag, der die Koch-Szenen für seine Sendungen „Einfach köstlich“ und „Viel für wenig“ oft in der Küche der Demmers gedreht hat, habe das besondere Ambiente des Kottens immer sehr geschätzt.

ST-Stadtteilserie

Themen: Zum Abschluss der Stadtteil-Serie geht es am morgigen Samstag um die aktuelle Situation von Balkhauser Kotten und Wipperkotten nach der Flut.

Ende: Mit dem Stadtteil Höhscheid in dieser Woche endet die Stadtteil-Serie dann.

Alle Teile der ST-Stadtteilserie finden Sie hier.

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