Stadtbibliothek

So nutzen Solinger die Online-Ausleihe

Die Stadtbücherei bleibt in Zeiten der Corona-Krise geschlossen.
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Die Stadtbücherei bleibt in Zeiten der Corona-Krise geschlossen.

Das Angebot der Stadtbibliothek ist für drei Monate kostenlos. Es wird gut angenommen.

Von Timo Lemmer

Solingen. Es ist ganz einfach: Wer sich telefonisch oder per Mail an die Stadtbibliothek wendet, muss nur Namen, Geburtsdatum und Anschrift nennen, und erhält seinen Bibliotheksausweis für drei Monate kostenfrei. Mit ihm ist die sogenannte „Onleihe“, also das Ausleihen digitalisierter Medien aller Art, möglich. Und dank der bergischen Kooperation mit Wuppertal und Remscheid ist die Auswahl dabei groß. Die Leiterin der Stadtbibliothek, Heike Pflugner, kann aus ihrer Erfahrung in anderen Städten sagen: „Die Bergische E-Bibliothek ist recht gut aufgestellt. Der Run auf die Medien ist da, und wir haben deshalb schon jetzt neue Medien bestellt.“ Sie und ihre Kollegen stellen fest: Das für drei Monate kostenlose Angebot wird sehr gut angenommen. Zumal der Ausweis normalerweise 24 Euro im Jahr oder 40 Euro für zwei Jahre kostet. Die Idee, in Corona-Zeiten das Angebot der Bibliothek auch ohne physischen Besuch zu ermöglichen, war rasch geboren: „Die Leute müssen ja etwas tun.“

Die Auswahl ist dabei umfangreich: Hör- und Jugendbücher für die jungen Kunden und darüber hinaus Bücher, Magazine, Zeitungen, Audios und „ein wenig Musik“. Die Medien können dann beispielsweise mit dem E-Reader, Laptop, Smartphone oder Tablet genutzt werden.

„Dass wir aktuell keine Gebühren einziehen, ist eine Ausnahmesituation.“
Heike Pflugner Leiterin der Stadtbibliothek

Die Bestleihe im März ist mit „Die Suche“ von Charlotte Link ein Kriminalroman für Erwachsene – Kinder-Medien sind bislang nicht vorne dabei, folgen doch „Die Schattenschwester“ von Lucinda Riley oder die Zeitschrift „Landidee“ auf den weiteren Plätzen. „Unter den meistausgeliehenen Sachen im März finden sich hauptsächlich Romane für Erwachsene, vor allem die aktuellen Bestseller.“

Geschlossen wurde die Bibliothek allerdings auch erst am 14. März, so dass die Monatsstatistiken nicht ausschließlich digital geprägt sind. Die Notwendigkeit war auch deshalb gegeben, da im März bis zur Schließung noch 114 Besucher pro Stunde gezählt wurden. Daraus lasse sich auch ableiten, dass die Stadtbibliothek beispielsweise als Lernort stark frequentiert sei: Pflugner geht daher zwar davon aus, dass sich nach dem aktuellen kostenlosen Angebot in der Corona-Zeit die Zahl der elektronisch ausgeliehenen Medien weiter steigert, aber eben vor allem der Besuch vor Ort weiter beliebt bleiben wird.

Der Anteil digital entliehener Medien habe dabei im Vorjahr bei 6,78 Prozent betragen. Physische Ausleihen habe es im März bis zur Schließung 40 000 gegeben. Aus dem Bestand der 119 000 Medien sei jedes Medium 2019 durchschnittlich 4,58 Mal entliehen worden.

Klar sei aber nicht erst jetzt: Der digitale Zugriff steigt und wird weiter steigen. Im März 2020 wurden 1000 digitale Leihen mehr getätigt als im vergangenen März – obwohl das kostenfreie Angebot erst ab Mitte März galt. „Wir verzeichnen eine spüre Steigerung“, sagt Pflugner. Sie verbucht mit ihrem Team seit Beginn der Corona-Maßnahmen überdurchschnittlich viele Anmeldungen – aufgeschlüsselt in 50 Neukunden und 73 Ausweis-Verlängerungen. „Dass wir aktuell keine Gebühren einziehen, ist natürlich eine Ausnahmesituation“, sagt die Leiterin. Den Bürgern versüßt das die schwierige Zeit.

In unserem Live-Blog finden Sie aktuelle Informationen zu Entwicklungen rund um das Coronavirus in Solingen. Der Blog wird laufend aktualisiert.

STADTBIBLIOTHEK

KONTAKT Um den Bibliotheksausweis zu beantragen, reicht die Kontaktaufnahme per Telefon unter Tel. (02 12) 2 90 32 22 oder Mail.

stadtbibliothek@ solingen.de

ÜBERSICHT Online wird das Sortiment sichtbar.

www.bergisch-emedien.de

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