„She loves me“

Nur wenige Zuschauer sehen eine bezaubernde Musical-Premiere

Samuel Ismail Türksoy in einer Szene aus „She Loves me“. Foto Abirami Arulrasa/Theater Solingen
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Samuel Ismail Türksoy in einer Szene aus „She Loves me“. Foto Abirami Arulrasa/Theater Solingen

Gelungene Zusammenarbeit des Kulturmanagements mit der Folkwang-Uni.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Der begeisterte Applaus am Schluss machte es deutlich: Das Solinger Publikum, das am Mittwochabend das Musical „She loves me“ erlebte, war hin und weg. Dass die derzeit sehr hohen Infektionszahlen offensichtlich viele Zuschauer von einem Theaterbesuch abhielten, war überaus schade für die rundum gelungene Eigeninszenierung des Kulturmanagements, die erstmalig in Kooperation mit der Folkwang Universität der Künste entstanden war.

So genoss lediglich ein rund hundertköpfiges Auditorium die liebevoll in Szene gesetzte Story aus den Federn von Jerry Bock und Sheldon Harnick, die Gil Mehmert schwungvoll und detailverliebt auf die Bühne des Pina-Bausch-Saales gebracht hatte. Britta Tönne, zuständig für Kulisse und Kostüme, nahm das Publikum mit in eine perfekt und konsequent im damaligen Ladenbau-Stil hergerichtete Parfümerie, in der Verkäufer im weißen Kittel oder Verkäuferinnen mit weißen Schürzen elegante Damen mit Pfennig-Absatz-Schuhen und toupierten Frisuren bedienten.

Zwei des Verkaufsteams, die kesse Amalia (Yasmina Hempel) und der penible Georg Louis Dietrich) waren ineinander verliebt, ohne es zu wissen, denn sie ahnten nicht, dass sich hinter der jeweiligen Brief-Freundschaftsflamme der Kollege beziehungsweise die Kollegin verbirgt – noch gab es keine reale Verabredung. Ein paar amüsante Turbulenzen und jede Menge schwungvolle Dialoge und peppige Songs später lagen sich die beiden schließlich beim Happy End am Weihnachtsabend in den Armen.

Weitere Aufführungen heute und morgen – es gilt 2G plus

Der Stoff nach einem Theaterstück von Miklós László stand bereits Pate für Filme wie „Damals im Sommer“ (1949) mit Judy Garland und die jüngere Filmkomödie „E-Mail für Dich“ mit Meg Ryan und Tom Hanks. „Das sieht ja aus wie ein alter Kaufmannsladen für Kinder“, war in der Pause mehrfach von hingerissenen Zuschauern mit Bezug aufs Bühnenbild zu hören und auch die Mode der 30er Jahre war in Gesprächen Thema.

Schnell war es gelungen, das Publikum mit ins Bühnengeschehen mitzunehmen. Spontanapplaus bewies, wie sehr die Solinger den leichten Musicalabend genossen. Ein stimmstarkes Ensemble präsentierte nonstop einen Mix aus geschmeidigen Melodien und pfiffigen Kurzchoreographien und schuf somit Unterhaltung vom Feinsten.

Mit „She loves me – Liebesbriefe nach Ladenschluss“ präsentierte das Kulturmanagement ein weiteres Bonbon unter seinem neuen Label „Broadway-Fieber“. Mitglieder des Studiengangs Musical der Folkwang Universität arbeiteten perfekt mit den Bergischen Symphonikern zusammen. Die musikalische Gesamtleitung hatte Jürgen Grimm.

Weitere Aufführungen heute und morgen, jeweils 19.30 Uhr, im Theater und Konzerthaus. Karten ab 33 Euro. Beim Besuch gilt 2G plus.

termine.solinger-tageblatt.de

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