Naturschutz

Gräfrath: Nümmener Bach braucht mehr Wasser

Im oberen Bereich, direkt unterhalb der Quelle am Heider Hof, führt der Nümmener Bach noch Wasser. Foto: Christian Beier
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Im oberen Bereich, direkt unterhalb der Quelle am Heider Hof, führt der Nümmener Bach noch Wasser.

Das Gewässer fällt oft trocken. Schuld ist nicht nur der Klimawandel, sondern auch das Gewerbegebiet Dycker Feld.

Von Andreas Tews

Solingen. Vor allem im unteren Verlauf führt der Nümmener Bach nur selten Wasser. Dies sei nicht nur auf den Klimawandel zurückzuführen, berichtete Dr. Jan Boomers in der Bezirksvertretung Gräfrath. Der Leiter der Biologischen Station Mittlere Wupper, erklärte, dass der Bach schon seit vielen Jahren trockenfalle. Vor allem führt er dies darauf zurück, dass das Einzugsgebiet durch das Gewerbegebiet Dycker Feld und benachbarte Wohngebiete deutlich verkleinert worden sei.

Bäche in Solingen trocknen immer häufiger aus

Der Wassermangel des Baches hat auch Folgen für die Dycker Teiche und dort lebende Tiere. Dies sei bereits bei einer Gewässerschau vor 25 Jahren festgestellt worden. Der Klimawandel mit den Dürrejahren 2018, 2019 und 2020 habe die Situation noch verschärft.

Boomers rät zu prüfen, ob dem Nümmener Bach aus den in den vergangenen 30 Jahren versiegelten Gebieten im Umfeld mehr Oberflächenwasser zugeleitet werden könne. In einigen Fällen sei dies auch geschehen, sagte er auf Nachfrage von Andreas Zelljahn (FDP). Der Freidemokrat hatte auf seinerzeitige Planungen für die Bebauung hingewiesen. Auch Boomers erinnerte daran, dass es bei der Entwicklung des Gewerbegebietes entsprechende Diskussionen gegeben habe.

Der Biologe empfiehlt auch zu prüfen, inwieweit der Bach aus seinem künstlich begradigten Verlauf herausgenommen werden könne. Ein Gewässer, das stärker mäandriere, könne mehr Wasser zurückhalten. Zudem empfiehlt Boomers, bei der in diesem Jahr anstehenden Amphibienkartierung, auch den Nümmener Bach in den Blick zu nehmen.

Ruth Fischer-Bieniek (Grüne) kündigte an, dass die Politik aktiv werde. Andreas Salzmann vom Büro des Oberbürgermeisters berichtete, dass die Verwaltung an dem Thema arbeite. Im März wolle das Rathaus der Bezirksvertretung etwas Schriftliches vorlegen.

Lesen Sie auch: In der Wupper leben wieder 32 Arten.

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