Land fördert intelligenten Flächenverbrauch

NRW-Umweltministerin: Rasspe-Areal hat Modellcharakter

Bei Rasspe stellte Ursula Heinen-Esser die Maßnahme „Intelligente Flächennutzung“ vor. Foto: Christian Beier
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Bei Rasspe stellte Ursula Heinen-Esser die Maßnahme „Intelligente Flächennutzung“ vor.

Das ehemalige Rasspe-Areal war schon oft Kulisse für Filme und TV-Serien wie „Babylon Berlin“.

Von Philipp Müller

Solingen. Am Mittwoch nutzte NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) das in der Sanierung befindliche Gewerbegebiet für die Ankündigung, künftig die Revitalisierung solcher Industriebrachen mit Mitteln aus ihrem Haushalt zu unterstützen. Auch wenn Solingen – das Projekt läuft ja bereits – dabei leer ausgeht, freute sich Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) doch über den Besuch der Ministerin. Der eingeschlagene Weg zeige, dass Solingen auf diesem Feld spitze in NRW sei. Die Ministerin betonte dann auch, dass das Rasspe-Areal durchaus Modellcharakter für das Programm „Intelligenter Flächenverbrauch“ habe.

Der Besuch von Ursula Heinen-Esser fällt in eine Zeit, in der die städtische Wirtschaftsförderung zusammen mit dem Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung (AAV) Teile der alten Industriehallen abreißt, die Trümmer vor Ort recycelt und wieder auf dem 65 000 Quadratmeter großen Grundstück einsetzt, damit am Ende mit „Stöcken 17“ ein modernes Gewerbegebiet vermarktet werden kann.

„Wir sind mit bereits vielen Investoren im Gespräch.“ 

Tim Kurzbach, Oberbürgermeister

Die Ministerin betonte, dass künftig dann Fördermittel fließen würden, wenn auch der Aspekt Grün berücksichtigt werde. Das soll in Stöcken 17 auf jeden Fall so sein, erklärte der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung, Frank Balkenhol. Und Tim Kurzbach berichtete, dass man mit dem Ansatz Grün und moderner Infrastruktur Interesse ausgelöst habe: „Wir sind bereits mit vielen Investoren im Gespräch.“

Konkret sieht das so aus: In diesem Jahr soll die abgerissene Fläche recycelt werden. Ab 2021 werde dann die Infrastruktur vom Breitband über einen Radweg – möglichst bis zur Innenstadt – bis hin zu den Verbindungsstraßen im Areal selbst in Angriff genommen. Balkenhol und Kurzbach sagten, dass parallel die Aufstellung des Bebauungsplans laufe. Mit einer konkreten Vermarktung kann dann im Anschluss begonnen werden.

Aber bereits jetzt bietet die Wirtschaftsförderung die Teile der früheren Schneidwarenfabrik an, die stehengeblieben sind. Auch da gebe es großes Interesse und mehrere Bewerber, ließ Frank Balkenhol durchblicken. Für den Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung erklärte AAV-Geschäftsführer Dr. Roland Arnz, dass auf dem Rasspe-Gelände 150 000 Kubikmeter umbauter Raum niedergerissen worden sei und jetzt 10 000 Tonnen Material – zum Teil mit Altlasten – entsorgt und umgeschichtet würden.

Dass es später viele grüne Bereiche geben werde, sei wichtig, erklärte die Umweltministerin. Denn sie sorgten auch dafür, dass es keine Hitzeinseln geben werde. Die entstünden jetzt bereits in den Innenstädten, wo es gegenüber dem ländlichen Bereich bis zu zehn Grad wärmer sei.

Solingen: Die Stadt wünscht sich bei Rasspe modernes Gewerbe

Der Aspekt ist auch für die Stadt wichtig, bemerkte Kurzbach. Denn künftig wolle die Stadt statt neuem Flächenverbrauch lieber Gewerbeflächen in der Nähe der Stadtzentren entsprechend grün und neu beleben. Für die Ansiedlung neuer Firmen mit neuen Arbeitsplätzen hat er das Thema Künstliche Intelligenz im Blick, dazu auch den 3D-Druck, für den von Solingen aus über das 3D-Netzwerk viele Impulse gegeben würden. Für Rasspe kann er sich zudem ein Zentrum für moderne Mobilität vorstellen. Er sicherte zu: „Wir wollen weiter Arbeitsplätze schaffen, Altflächen sanieren.“

Das könne bei Rasspe sicher gelingen, ergänzte Arnz, weil das Areal gut an die Verkehrswege angebunden sei. Er versprach im Januar oder Februar 2021 den Schritt der Sanierung mit den Abrissen und dem Material-Recycling abgeschlossen zu haben. | Standpunkt

Das Projekt „Stöcken 17“

Finanzierung: Mehr als fünf Millionen Euro werden von der Stadt Solingen und der Wirtschaftsförderung Solingen in die Reaktivierung der mehr als 60 000 Quadratmeter großen Industriebrache investiert.

Partner: Der AAV, der Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung, unterstützt die Stadt Solingen mit 80 Prozent der Kosten bei der Sanierung der Grundfläche von Stöcken 17.

Projektziel: Schon 2015 hatte die Stadt formuliert: „Stadtplanerisches Ziel ist es, für das Areal planungsrechtliche Voraussetzungen und Vorgaben zur Revitalisierung und Arrondierung im Sinne einer geordneten gewerblichen Nutzung zu schaffen.“ Dazu entsteht eine moderne Infrastruktur.

Beim Abriss der Gebäude auf dem ehemaligen Rasspe-Gelände sind die Fachfirmen bisher auf keine großen Überraschungen gestoßen. Viele der alten Fabrikhallen wurden inzwischen niedergelegt – nachdem sie entrümpelt und Schadstoffe entfernt worden waren.

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