Hotel „In der Straßen“ in Oberburg

Notunterkunft für Ukraine-Flüchtlinge: Heibach will Brandschutzmängel zügig beheben

Wegen erheblicher Brandschutzmängel mussten Geflüchtete aus der Ukraine das Hotel „In der Straßen“ kurz nach ihrer Ankunft dort wieder verlassen.
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Wegen erheblicher Brandschutzmängel mussten Geflüchtete aus der Ukraine das Hotel „In der Straßen“ kurz nach ihrer Ankunft dort wieder verlassen.

Der Betreiber des Hotels „In der Straßen“ will ein Konzept vorlegen und die Mängel beheben, damit das Hotel möglichst schnell wieder für Geflüchtete genutzt werden kann.

Von Kristin Dowe

Solingen. Der erste Frust sei verflogen, er wolle jetzt nach vorne schauen, macht Andreas Heibach deutlich, der fest entschlossen ist, sein Hotel „In der Straßen“ wieder als Unterkunft für Geflüchtete aus der Ukraine zur Verfügung zu stellen. Nachdem kürzlich die ersten Frauen mit Kindern dort vorübergehend eingezogen waren, hatte die Stadt das Gebäude am Freitag mit dem Verweis auf Brandschutzmängel räumen lassen. Bei seinem weiteren Vorgehen wolle er nun mit der Stadt und allen weiteren Beteiligten an einem Strang ziehen, um wieder schnell Hilfe leisten zu können, versichert Heibach.

Aufseiten der Stadt hätten nun die Bauaufsicht und der Vorbeugende Brandschutz die Federführung übernommen, teilt Rathaussprecher Daniel Hadrys auf Nachfrage mit. Beide böten „eine zügige Zusammenarbeit“ an. Die Anforderung an Andreas Heibach sei nun, einen Bauantrag mit Brandschutzkonzept einzureichen, um nachzuweisen, dass die Brandschutzmängel beseitigt wurden. „Es folgt eine Prüfung, ob dieses Konzept genehmigungsfähig ist“, so Hadrys. Ist dies der Fall, müsse ein Sachverständiger die Umsetzung begleiten und das Gebäude am Ende von der Bauaufsicht abgenommen werden.

Wie schnell diese Schritte möglich sind, hänge maßgeblich davon ab, „ob das Konzept inhaltlich und rechtlich tragfähig ist“, erläutert Hadrys. „Zudem ist von einer höheren Investition auszugehen. Auch die muss für den Eigentümer darstellbar sein. Von der entsprechend zügigen baulichen Umsetzung durch den Eigentümer ganz zu schweigen.“ Zudem stehe das Gebäude unter Denkmalschutz, so dass auch hier Auflagen berücksichtigt werden müssen.

„Dringend notwendig wären erste Rettungswege.“

Rainer Anneken, Brandsachverständiger

Der beauftragte Brandsachverständige Rainer Anneken hat sich bereits einen Überblick verschafft, welche baulichen Änderungen an dem Gebäude notwendig wären. Am Wochenende erstellte er einen Begehungsbericht und legte diesen schon der Bauaufsicht vor. „Dringend notwendig wären erste Rettungswege, so dass die Rettungskräfte im Brandfall in das Gebäude kommen und die Bewohner umgekehrt nach draußen flüchten können“, so seine erste Einschätzung. Eine Idee sei, an der Außenfassade eine Gerüsttreppe zu errichten, damit im Ernstfall nicht das Erdgeschoss genutzt werden muss. „Das würde schon ein großes Stück mehr Sicherheit bedeuten.“ Weiterhin müssten unter anderem Feuerlöscher und Sicherheitsleuchten installiert werden, damit das alte Fachwerkhaus zumindest provisorisch als Unterkunft genutzt werden könne.

„Es geht auch um Fragen der Statik und der Bausubstanz“, ergänzt Architekt Gerhard Pfeil, der Andreas Heibach bei der Bearbeitung der Formalitäten unterstützt. Wie lange es nun dauert, hänge auch davon ab, wie schnell Handwerker und die benötigten Baumaterialien verfügbar sind. Alle Beteiligten hätten sich aber zum Ziel gesetzt, das Gebäude schnell wieder für Geflüchtete in Schuss zu bringen. „Jeder Tag zählt.“

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