Diszipliniert

Nicht alle Regeln zur Maskenpflicht sind bekannt

Kontrollen in Bussen, Bahnen und Geschäften sind vor allem Sache der Betreiber.
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Kontrollen in Bussen, Bahnen und Geschäften sind vor allem Sache der Betreiber.

Kontrollen in Bussen, Bahnen und Geschäften sind vor allem Sache der Betreiber.

  • Auch an Haltestellen muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.
  • Busfahrer weisen Fahrgäste per Durchsage auf Maskenpflicht hin.
  • Verstöße kommen selten vor.

Von Andreas Tews

Solingen. Fast alle Kunden tragen in Geschäften, Bussen und Bahnen mittlerweile den vorgeschriebenen Mund- und Nasenschutz. Dies erklärten Vertreter des Solinger Einzelhandels und der Verkehrsbetriebe. Wer auf einen fehlenden Schutz angesprochen werde, verhalte sich zumeist einsichtig. Dies geschehe vor allem an Haltestellen. Dass auch dort Masken zu tragen seien, sei vielen Fahrgästen nicht bekannt, schildert Julia Limia y Campos, Sprecherin des Bahnunternehmens Abellio.

Ein Mund- und Nasenschutz muss vor allem dort getragen werden, wo der vorgeschriebene Mindestabstand von eineinhalb Metern nicht immer eingehalten werden kann. Dies gilt in erster Linie für Busse, Bahnen und Einzelhandelsgeschäfte. Die Einhaltung dieser Regeln überwachen in erster Linie die jeweiligen Inhaber und Betreiber. Nur wenn es Ärger mit uneinsichtigen Kunden gebe, werde die Polizei oder der Kommunale Ordnungsdienst zur Hilfe gerufen, hieß es von Händlern und Verkehrsbetrieben. Dies sei aber äußerst selten nötig.

Von kleineren Problemen berichtet unter anderem die Abellio-Sprecherin Limia y Campos. Ausdrücklich weist sie darauf hin, dass Fahrgäste nicht erst beim Betreten von Zügen oder Bussen einen Schutz tragen müssen. Dies gelte auch für den gesamten Bahnhof und die Haltestelle. Dies sei vielen Kunden nicht bewusst. Auf diese Regel weisen auch Mitarbeiter des Stadtwerke-Verkehrsbetriebs die Kunden hin. Es sei Aufgabe der Service-Trupps, berichtet Stadtwerke-Sprecherin Silke Rampe. Auch auf den Informationsdisplays an den Haltestellen werde auf diese Regel ständig schriftlich hingewiesen.

An größeren Haltestellen sei es zudem nicht immer leicht, zwischen wartenden Fahrgästen und Passanten zu unterscheiden, die einfach nur an der Haltestelle vorbeikommen. Dies gelte vor allem für die Haltestellen Graf-Wilhelm-Platz, Rathaus, Hauptbahnhof und Bahnhof Mitte.

In den Bussen selbst sei keine vollständige Kontrolle möglich, berichtet Rampe. Um die Fahrer vor Ansteckung zu schützen, säßen die hinter einer Acrylglasscheibe. Wenn ihnen Fahrgäste ohne Maske auffielen, weisen sie diese laut Rampe durch allgemeine Durchsagen auf die Mundschutzpflicht hin.

In den S-Bahn-Zügen von Abellio sind laut Limia y Campos die Kundenbetreuer in voller Besetzung im Einsatz. Diese kontrollieren nicht nur die Fahrausweise, sondern weisen auch auf die Abstandsregeln und die Mund- und Nasenschutzpflicht hin. Sollte sich ein Fahrgast dem widersetzen, werde er des Zuges verwiesen. So verfährt laut Sprecherin Cansu Erdogan auch der Bahnbetreiber National Express. Wenn nötig, machen die Kundenbetreuer von ihrem Hausrecht Gebrauch. Dies sei aber nur in wenigen Fällen nötig.

In den Geschäften des Einzelhandels gibt es offenbar kaum Kunden, die ohne Maske kommen. „Die Kunden sind da sehr konsequent berichtet Detlef Ammann, Vorsitzender des Werbe- und Interessenrings Innenstadt Solingen. Auch Brigitte Kiekenap (Ohligser Werbe- und Interessengemeinschaft) berichtet, dass Kontrollen fast nicht nötig seien.

Anders als in anderen Städten wird ein Streit um Zuständigkeiten zwischen Inhabern und Behörden nicht offen ausgetragen. Grundsätzlich sei zwar der Staat dazu verpflichtet, seine Verordnungen durchzusetzen, erklärt Rainer Francke (Walder Werbering). „Wir machen das aber zu unserem eigenen und zum Schutz unserer Mitarbeiter.“ Er gibt aber auch zu bedenken, dass die Überwachung in größeren Geschäften Probleme bereiten könne.

Stadt informiert über Lockerungen

Über bevorstehende und bereits geltende Lockerungen beim Infektionsschutz informiert die Stadtverwaltung bei einem einstündigen Livestream im Internet. Der beginnt heute um 17.30 Uhr auf den Facebook- und You-Tube-Kanälen der Stadt. Es informieren Oberbürgermeister Tim Kurzbach, sein Ressortgeschäftsführer Dirk Wagner und Dr. Isabell Immel (Klingenmuseum).

Acrylgas-Scheibe schützt Taxifahrer und Gäste: Die Solinger Taxiunternehmer haben ebenfalls Maßnahmen getroffen.

Die Frima Walbusch spendet 40.000 Mund-Nase-Masken: Der Erlös aus dem Verkauf geht komplett an gemeinnützige Solinger Einrichtungen.

Standpunkt: Diszipliniert bleiben

Von Andreas Tews

Langsam stellt sich wieder ein Hauch von Normalität ein. Dies haben wir uns durch diszipliniertes Verhalten in den vergangenen Wochen verdient.

Eines müssen wir uns dabei immer wieder vor Augen führen. Wenn die Beschränkungen jetzt gelockert werden, heißt dies, dass wir bei den noch bestehenden Bestimmungen diszipliniert bleiben müssen. Die Maskenpflicht hat zwar ihren Sinn. Das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes entbindet uns aber nicht von dem Gebot, zu fremden Menschen möglichst Abstand zu halten. 

Erfreulich ist in diesem Zusammenhang, dass die handelnden Personen in unserer Stadt sich nicht in Kompetenzgerangel verstricken. In anderen Städten streiten Behörden auf der einen sowie Ladeninhaber und Verkehrsbetriebe auf der anderen Seite darüber, wer dazu verpflichtet ist, die Bestimmungen in Läden und Bussen durchzusetzen. Zu der relativ entspannten Situation hier haben die Solinger durch ihr weitgehend vernünftiges Verhalten beigetragen. Diskutieren über die Beschränkungen ist erlaubt. Wenn Regeln gelten, müssen sie aber eingehalten werden.

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