Versorgung

Neurozentrum ist Plus für Schlaganfallpatienten

Dr. Ralf Buhl (v. l.), Chefarzt der Neurochirurgie im Klinikum, Dr. Hannes Nordmeyer, Neuroradiologe bei Radprax, und Prof. Marcel Dihné, Chefarzt der Neurologie in der St. Lukas Klinik, kooperieren bei der Schlaganfall-Behandlung im Neurozentrum. Archivfoto: Christian Beier
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Dr. Ralf Buhl (v. l.), Chefarzt der Neurochirurgie im Klinikum, Dr. Hannes Nordmeyer, Neuroradiologe bei Radprax, und Prof. Marcel Dihné, Chefarzt der Neurologie in der St. Lukas Klinik, kooperieren bei der Schlaganfall-Behandlung im Neurozentrum.

Radprax zieht im Jahr 2026 mit der St. Lukas Klinik von Ohligs nach Hilden.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. Die Ankündigung der Kplus Gruppe, den Standort der St. Lukas Klinik in Ohligs aufzugeben, am Standort Hilden neu zu bauen und 2026 mit allen Bereichen der Klinik dorthin überzusiedeln, betrifft auch den Standort von Radprax. Dieser wird ebenfalls mit nach Hilden wechseln. Seit 2016 ist die Radiologie der Radprax, die in Solingen auch eine Praxis in den Kölner Höfen an der Birkerstraße betreibt, auf dem Gelände der St. Lukas Klinik untergebracht.

2018 wurde in Zusammenarbeit der Neuroradiologie von Radprax, der Neurologie der St. Lukas Klinik und der Neurochirurgie des Städtischen Klinikums das Neurozentrum Solingen gegründet. „Wir kooperieren sehr gut zusammen und wollen diese gute Zusammenarbeit weiter fortsetzen“, betont Privatdozent Dr. Ralf Buhl, Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie am Klinikum.

Auch Radprax-Neuroradiologe Dr. Hannes Nordmeyer betont die erfolgreiche Zusammenarbeit. „Wir haben seit dem Start 2018 eine jährliche Steigerung der Interventionen um etwa 25 Prozent erzielt“, skizziert er das Wachstum. Das Neurozentrum biete das ganze Spektrum der interventionellen Neuroradiologie an und sei auch als Ausbildungszentrum für gefäßeröffnende und gefäßverschließende Verfahren zertifiziert.

„Mit dem Aufbau einer Neuroradiologie durch die Radprax in der St. Lukas Klinik konnten in Solingen erstmals Patienten behandelt werden, die vorher nach Essen oder Düsseldorf gebracht wurden“, betont Prof. Dr. Marcel Dihné, Chefarzt der Neurologie in der St. Lukas Klinik. Alleine im vergangenen Jahr habe man beispielsweise 184 mechanische Thrombektomien, also Entfernungen von Thromben aus den Gefäßen des Gehirns, bei denen eine medikamentöse Auflösung des Gerinnsels nicht in Frage kommt, vorgenommen.

50 Fälle von Aneurysmablutung erfolgreich behandelt

Auch bei einer Aneurysmablutung, der Aussackung eines Hirngefäßes, wurden die Verfahren optimiert. „Früher wurde immer operiert, heute können 80 Prozent der Fälle von innen mit einem Zugang über die Leiste verschlossen werden“, erklärt Dr. Buhl. 50 dieser minimalinvasiven kathetergestützten Eingriffe wurden im vergangenen Jahr in Ohligs gemacht. Die übrigen 20 Prozent müssen operiert werden – was in der Regel in der Neurochirurgie des Klinikums erfolgt. „Bei einer akuten Blutung können wir beispielsweise auch im Klinikum eine Drainage legen, um den Druck im Gehirn zu senken, und den Patienten dann zur weiteren Behandlung in die St. Lukas Klinik bringen lassen“, so der Neurochirurg.

Von den etwa 1400 Schlaganfallpatienten, die pro Jahr in der St. Lukas Klinik behandelt werden, liegt in etwa 85 Prozent die Ursache in einer Durchblutungsstörung. „Bei jedem dieser Patienten wird mit dem Team der Neurologie und der Neuroradiologie in Akutkonferenzen nach der primären Bildgebung, also etwa 15 bis 20 Minuten nach der Notfall-Aufnahme, entschieden, welche Akuttherapie angewendet wird“, erklärt Prof. Dihné.

Der überregionale Versorgungsauftrag des Neurozentrums reiche über die Stadtgrenzen Solingens hinaus, betont auch Kplus-Sprecherin Cerstin Tschirner. Und daran soll auch weiterhin festgehalten werden. Zwar wechselt die Stroke Unit für Schlaganfallpatienten mit dem Umzug auch von Ohligs nach Hilden, werde dort aber vergrößert.

Zudem möchte Kplus im Solinger Klinikum an der Gotenstraße eine Nebenbetriebsstätte für neurologische Akutbehandlungen eröffnen. Sie wird organisatorisch Teil des St. Josefs Krankenhauses Hilden sein und die neurologischen Behandlungen des Klinikums übernehmen. „Dabei werden in erster Linie neurologische Notfälle behandelt werden, die dann bei medizinischer Indikation mit der feststehenden Diagnose und den entsprechenden MRT- oder CT-Aufnahmen zur weiteren Behandlung auch verlegt werden können“, so Tschirner.

Dr. Ralf Buhl geht davon aus, dass die gute Kooperation bestehen bleibt. „Durch die Ansiedlung in unserem Haus werden die Wege vielleicht noch etwas kürzer. Das wäre wünschenswert.“

Notfall

Zeit ist Gehirn: Die Mediziner betonen, dass jeder Schlaganfall ein Notfall ist, ob Blutung oder Durchblutungsstörung. Mit der Bildgebung werde in einer Akutkonferenz sofort die Behandlung festgelegt – rund um die Uhr.

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