Jahreswechsel

Neujahrsvorsätze: Weniger Schokolade – mehr Hilfe für andere

Ernährungsberaterin Lisa Wüsthoff bedauert, dass manche schnell wieder die Lust auf eine Umstellung ihrer Ernährung verlören, „dabei ist Gemüse ein ein wirklich tolles Lebensmittel, das leider viel zu häufig stiefmütterlich behandelt wird.“ Fotos: Holger Hoeck/Lisa Wüsthoff
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Viele nehmen sich vor, im neuen Jahr weniger Süßes zu essen.

Veränderungen für das neue Jahr stehen an – dabei geht es häufig um eine gesündere Ernährung.

Von Holger Hoeck

Solingen. Der Jahreswechsel stellt traditionsgemäß für viele Solinger und Solingerinnen eine willkommene Gelegenheit dar, dem eigenen Alltag ein wenig neue Struktur zu verleihen. Viele Bürger werden hierbei von dem häufigen Wunsch angetrieben, mehr Sport treiben oder sich zumindest mehr bewegen zu wollen. Auch das Streben nach einer gesünderen Ernährung findet sich oft auf der individuellen Wunschliste.

Ernährungsberaterin Lisa Wüsthoff bedauert, dass manche schnell wieder die Lust auf eine Umstellung ihrer Ernährung verlören, „dabei ist Gemüse ein wirklich tolles Lebensmittel, das leider viel zu häufig stiefmütterlich behandelt wird.“

Lisa Wüsthoff ist gelernte Diätassistentin und zertifizierte Ernährungsberaterin und kennt solche Anliegen. „Viele Leute scheuen aber anfangs oft professionelle Unterstützung, um ihren Neujahrsvorsatz zu realisieren. Die meisten bemühen dabei zunächst das Internet, um sich zu informieren, und das macht es schwierig. Da im Netz ja alles Mögliche kursiert, sitzt so mancher Patient dann später ratsuchend vor mir und weiß nicht mehr, was er essen darf.“

Richtige Ernährung sei ein kontinuierlicher Prozess, der über Feier- und Geburtstagstage sowie Jahreswechsel hinausgeht, betont die 27-Jährige. „Mir ist wichtig, wie sich die Patienten generell ernähren und wie ihr Lebensstil aussieht. In der Regel lasse ich sie daher in den ersten Tagen ein Ernährungsprotokoll schreiben, damit ich die Stellschrauben finde, an denen gedreht werden kann.“

Fast immer analysiert Lisa Wüsthoff, die in Widdert ihre ernährungs-therapeutische Beratungspraxis „Body & Soul“ führt, einen Ernährungsmangel an Obst und Gemüse. „Gerade Gemüse hat wenig Kalorien, dafür aber viele Mikro-Nährstoffe. Das ist ein wirklich tolles Lebensmittel, das leider viel zu häufig stiefmütterlich behandelt wird.“ Sie bedauert, dass manche Menschen leider auch schnell wieder die Lust an ihren ehrgeizigen Plänen verlieren. „Sie stellen fest, dass ihr Vorhaben mit Arbeit und Eigenaktivität verbunden ist. Dann kann es sein, dass sie schon nach kurzer Zeit nicht mehr wiederkommen.“

Solingen: Ehrenamtliche Hilfe geht meist über Neujahrsvorsatz hinaus

Während vielfach Neujahrsvorsätze das eigene Leben thematisieren, schauen Bürger bisweilen auch über den persönlichen Tellerrand hinaus und möchten ihre neue Motivation anderen, insbesondere hilfsbedürftigen Personen widmen. In Zeiten der Pandemie konnte und kann diese Hilfe verschiedene Ausdrucksformen finden wie etwa bei der Erledigung von Einkäufen.

„Es ist beeindruckend, wie sich die Leute gegenseitig helfen. Für viele Unterstützer geht diese wertvolle ehrenamtliche Aufgabe indes über einen Vorsatz fürs neue Jahr hinaus, denn die meisten sind schon von Anfang an dabei“, berichtet Uli Preuss, einer der vier Administratoren der Facebook-Gruppe „Corona Care Solingen“. Jede Hilfe sei natürlich weiterhin herzlich willkommen. „Jeder, der sich engagieren oder sich für das noch so junge Jahr etwas vornehmen will, wird eine Möglichkeit finden, sich in irgendeiner Form zu beteiligen, denn wir haben in der Stadt genügend Einrichtungen, wo mit angepackt werden kann.“

Noch einen Schritt weiter geht Dr. Christoph Zenses, der sich als Vorsitzender des Vereins Solingen hilft auch im neuen Jahr insbesondere um das „Projekt Moria“ kümmern wird. Im Flüchtlingscamp auf der griechischen Insel Lesbos betreut er ehrenamtlich die Menschen medizinisch. „Trotz Corona werde ich wieder hinfliegen, die benötigte Hilfe wie Medikamente und Verbände dorthin bringen und die Betroffenen nicht in ihrer Not alleine lassen“, fasst er seinen neuen, alten Vorsatz zusammen. Gerade in dieser dunklen und kalten Jahreszeit messen Psychologen neben dem körperlichen Wohlgefühl auch der emotionalen Stabilität einer Person große Bedeutung zu. Positive Erlebnisse stärken dabei das Selbstwertgefühl von Jung wie Alt.

Tipp für positive Gefühle

„Mein Mann leidet sehr in diesen Wochen, wenn die Tage noch so kurz sind. Zum neuen Jahr hat er mir aber versprochen, besser gelaunt durch den Winter zu gehen. Zu seiner Unterstützung hab ich ihm eine Zettelbox geschenkt. Da sammelt er jetzt schöne, zuvor aufgeschriebene Erlebnisse, die er sich bei Stimmungsschwankungen durch Lesen ins Gedächtnis zurückholen soll und die damit sein Wohlbefinden positiv beeinflussen sollen“, hat die Gräfratherin Simone Kutsch einen privaten Tipp parat.

Lebensstil

Neujahrsvorsätze sollen zu Änderungen im Lebensstil führen. Vieles beinhaltet dabei die Wandlung zu einem gesünderen Leben. Hierzu zählen etwa das Rauchen aufzuhören, gesünder Essen oder weniger Alkohol. Während der Pandemie hat zudem die Zuwendung gegenüber Hilfsbedürftigen an Bedeutung gewonnen.

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