Spielzeit 2021/2022

Neues Programm der Bergischen Symphoniker führt durch 400 Jahre Musik

Geschäftsführer Stefan Schreiner, Assistentin Susanne Zorbach und Generalmusikdirektor Daniel Huppert (v. l.) mit dem neuen Programm. „Es wird eine bunte Spielzeit, die begeistern soll“, sagt Huppert. Vor allem soll das Publikum positiv mitgenommen werden. Foto: Michael Schütz
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Geschäftsführer Stefan Schreiner, Assistentin Susanne Zorbach und Generalmusikdirektor Daniel Huppert (v. l.) mit dem neuen Programm. „Es wird eine bunte Spielzeit, die begeistern soll“, sagt Huppert. Vor allem soll das Publikum positiv mitgenommen werden.

Bergische Symphoniker präsentieren die Spielzeit 2021/2022 – roter Faden ist die Frage: Wem gehört die Kunst?

Solingen. Die Corona-Krise war auch für die Bergischen Symphoniker nicht einfach: so gut wie keine Konzerte, Kurzarbeit, und jede Menge Gedanken. Doch sie hat auch etwas Positives hervorgebracht: Das Bewusstsein für Kultur ist in den Vordergrund gerückt. Das empfindet auch der Generalmusikdirektor des bergischen Orchesters, Daniel Huppert, so. „Und es ist spürbar, dass das Konzert als Konzert nicht ersetzbar ist.“

In den vergangenen zwei Jahren habe die Gesellschaft oft eine Frage diskutiert: Braucht man das alles noch? Daniel Huppert beantwortet das mit einem glasklaren Ja. „Und es ist so deutlich wie noch nie.“ Die Atmosphäre eines Live-Konzerts, den musikalischen Moment im Hier und Jetzt zu erleben und der Austausch darüber seien Komponenten, die kein Streaming vor dem heimischen Laptop ersetzen könne. Daraus schöpfen die Bergischen Symphoniker Kraft – und starten mit Zuversicht in die neue Saison 2021/2022. Das neue Programm dazu ist erschienen. Es liegt an allen öffentlichen Stellen aus. Auch im Internet ist es einsehbar. Neu ist ein Ausklappkalender mit chronologischer Übersicht am Ende. „Wir haben versucht, alle Konzerte unter den momentanen Bedingungen stattfinden lassen zu können“, erklärt der Generalmusikdirektor. Wir geben einen kurzen Überblick.

Motto: Das neue Programm trägt bewusst kein Motto. „Das Orchester und der Inhalt sprechen für sich“, erklärt Daniel Huppert. Insgesamt 400 Jahre Musik bildet das Programm 2021/2022 ab, die Bandbreite ist groß. „Es wird eine bunte Spielzeit, die begeistern soll. Das Programm ist nicht mainstream, sondern interessant. Vor allem soll es die Menschen positiv abholen.“ Das Publikum könne das Orchester in unterschiedlichen Facetten erleben.

Dennoch gebe es einen Leitgedanken, einen roten Faden, der sich durch die Spielzeit ziehe. „Musik entsteht nicht im luftleeren Raum, sondern ist von äußeren Umständen geprägt. Daher ist es spannend, sich die Frage zu stellen: Inwieweit ist Kunst frei von Einflüssen?“, erklärt Susanne Zorbach, Assistentin des Generalmusikdirektors. Wie reagiert Kunst auf die Umwelt? Und wie geht der Künstler damit um? Ein Beispiel dafür sind die Werke Sergei Prokofjews, der zu Stalin-Zeiten komponierte.

Philharmonische Konzerte: Auftakt für die neue Spielzeit ist am 31. August im Konzerthaus Solingen: Das 1. Philharmonische Konzert unter der Leitung von Daniel Huppert ist geprägt von der symphonischen Tondichtung „Finlandia“ von Jean Sibelius, dem einzigen Klavierkonzert Edvard Griegs und Antonín Dvoráks 6. Symphonie. Solistin ist Alexandra Dariescu (Klavier). Beim „2. Philharmonischen“ erklingen Mendelssohn, Mozart und Beethoven, ergänzt durch Sopranistin Sophie Karthäuser: 28. September. Das 3. Philharmonische Konzert mit Musik von Bizet, Saint-Saëns und Schumann steht am 26. Oktober an. Solistin: Liya Petrova, Violine. Märchenhafte Klangfarben gibt es am 23. November zu hören: Ljadow, Tschaikowski und Haydn erklingen beim „4. Philharmonischen“. Maximilian Hornung unterstützt das Orchester am Violoncello. Abwechslungsreich geht es bis zum 10. Philharmonischen samt jungen, aufstrebenden Solisten weiter.

„On Fire!“: Das beliebte Crossover-Format geht weiter. Am 14. Oktober heißt es „Tarantino in Concert“, am 3. Dezember „Swinging Christmas“ und am 27. Mai „Danzón Cubano“.

Kammerkonzerte: Vier Kammerkonzerte mit verschiedenen Besetzungen sind geplant: 26. September, 16. Januar, 13. März und 5. Juni im Kunstmuseum. „Auch hier bieten wir eine große Bandbreite“, sagt Huppert.

Musiktheater: Sechs interessante Titel locken ins Theater: Auftakt ist mit „Der Liebestrank“ eine komische Oper von Gaetano Donizetti mit dem Theater Hagen am 15. und 17. September, gefolgt vom Ballett „Coppelia oder das Mädchen mit den Emaille-Augen“ am 17. November. Die Solinger Eigenproduktion „She loves me“ wurde aufgrund der Pandemie vom Sommer auf Ende November verschoben: Die Musicalkomödie von Jerry Bock und Sheldon Harnick in Zusammenarbeit mit der Folkwang-Uni der Künste Essen findet an vier Terminen statt: vom 24. bis 27. November im Theater. Es folgt „Anatevka“ am 23. und 25. März, die Musical-Comedy „Anything goes“ in Zusammenarbeit mit der Folkwang-Uni der Künste am 18., 20. und 21. Mai und die Lehár-Operette „Die Lustige Witwe“ (17. und 18. Juni 2022).

Sonderkonzerte: Mit Traditionen soll man nicht brechen: Gesetzt sind Sonderkonzerte wie Weihnachts-, Silvester- und Karnevalskonzert. Auch die Stadtteilkonzerte unter freiem Himmel sollen wieder erklingen: am 24. Juni im Haus Müngsten, am 25. Juni auf dem Gräfrather Marktplatz und am 26. Juni auf dem Ohligser Markt. Der Chor der Symphoniker tritt zudem am 7. Mai und am 28. November in der St. Joseph-Kirche Solingen auf.

Für junge Ohren: Selbstverständlich bieten die Bergischen Symphoniker auch wieder etwas „für junge Ohren“, denn der Nachwuchs liegt dem Orchester am Herzen. Die einzelnen Angebote für Kinder und Jugendliche stellt das ST morgen ausführlich auf seiner Seite „Familienzeit“ vor.

Konzert in Wald

Kommende Woche wird es sportlich. Am Freitag und Samstag, 2. und 3. Juli, jeweils 18 Uhr, und am Sonntag, 4. Juli, 11 Uhr, spielen zehn Blechbläser der Symphoniker im Walder Stadion open air. Festlich und unterhaltend soll es werden, mit einem Programm von Barock bis Broadway unter der Leitung von Michael Forster. Karten gibt es für 8 Euro (Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre 6 Euro) auf der Website des Theaters und Konzerthauses.

bergischesymphoniker.de

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