Bereitschaft für Ehrenamt ist da

Neuer Wegepate für Bergischen Weg tritt seinen Dienst an

Michael Maul (v. l.) bekommt von Wastl Roth-Seefrid die notwendige Ausrüstung überreicht. Foto: Christian Beier
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Michael Maul (v. l.) bekommt von Wastl Roth-Seefrid die notwendige Ausrüstung überreicht.

Michael Maul wird zukünftig zwei Mal im Jahr Kontrollen durchführen.

Von Anna Lauterjung

Solingen. Mit der feierlichen Übergabe der Arbeitsweste mitten im Wald bei Gräfrath ist offiziell geworden: Michael Maul ist der neue Wegepate für den Bergischen Weg. Der Ohligser wird sich in Zukunft um die acht Kilometer lange Strecke auf dem Solinger Stadtgebiet von Fürkeltrath bis Burgholz kümmern.

„Die Wegepaten sind die Augen für das Wegemanagement.“
Wastl Roth-Seefrid, Wegemanager

Zweimal im Jahr wird der neue Wegepate nun den Bergischen Weg kontrollieren. Unter anderem wird er dabei auf Mängel wie Forstschäden durch Trockenheit oder Borkenkäfer achten. Aber auch wenn Markierungen an der Strecke fehlen, kommt dies ins Protokoll. Bei seinen vielen Wanderungen mit seiner Familie durch das Bergische Land ist Michael Maul bereits in der Vergangenheit aufgefallen, dass die Markierungen oft gefehlt haben.

Das Wegenetz sei insgesamt leider nicht in einem guten Zustand, bedauert Maul. Nach einem Aufruf in der Zeitung für neue Wegepaten setzte er sich dann mit dem Wegemanager Wastl Roth-Seefrid in Verbindung. „Die Wegepaten sind die Augen für das Wegemanagement“, betont Roth-Seefrid. Über 900 Kilometer Wanderwege befinden sich im Bergischen Land. Darunter auch der zertifizierte Bergische Weg zwischen Essen und Königswinter.

Durch diese Zertifizierung bestehe hier ein höherer Qualitätsanspruch als bei anderen Wegen, so Roth-Seefrid. So wird hier unter anderem ein höherer Wert auf die Beschaffenheit der Wege, die Wegführung und die Markierung gelegt. Um die Strecken weiterhin auf diesem hohen Standard zu halten, unterstützen Roth-Seefrid daher 62 ehrenamtliche Wegepaten. Im Solinger Gebiet kommen dazu sechs weitere Wegezeichner. „Die Bereitschaft für das Ehrenamt ist da“, sagt Roth-Seefrid. Neue Wegepaten sollten motiviert sein, ein Händchen für Natur haben und bereit sein, ihre Arbeit mit den Menschen auf den Wegen und auch in den sozialen Netzwerken zu teilen.

Die konstante Kontrolle der Wege sei aus zwei weiteren Gründen besonders wichtig. Ziel des Wegemanagements sei es, ein Wandern ohne Karte möglich zu machen, erklärt Roth-Seefrid. Dazu zähle auch die Nutzung des Smartphones. Die Arbeit der Wegepaten sei hier wichtig, weil nicht an allen Punkten in Solingen guter Empfang sei, beispielsweise an der Wupper.

Auch der Naturschutz spielt eine große Rolle. Die Wanderer sollten sich unbedingt auf den Wegen halten, so Roth-Seefrid. So würden Tiere nicht gestört und Jungpflanzen nicht zertreten werden. „Durch Corona haben die Menschen die Natur zu schätzen gelernt“, so Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD). Doch oft werde der Wald in einer Art und Weise genutzt, die nicht gut für ihn sei. Bereits 50 Prozent des Waldes seien gefährdet. Daher ruft auch Kurzbach die Wanderer dazu auf, auf den Wegen zu bleiben.

Die neu-gefundene und alt-aufgelebte Begeisterung für die Natur biete auch eine große touristische Chance für die Klingenstadt. „Wir machen zu wenig aus unserem touristischen Potenzial“, sagt Kurzbach. Die tollen Landschaftszüge und die Wanderstrecken brächten Menschen nach Solingen, das weiß auch Roth-Seefrid.

Bergischer Weg

Strecke: Der Bergische Weg führt auf 260 Kilometern von Essen nach Königswinter. Er ist vom Deutschen Wanderverband als „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ ausgezeichnet.

Solingen: Die Solinger Strecke zieht sich über acht Kilometer von Fürkeltrath über Gräfrath bis Burgholz. Von Müngsten nach Burg führt der Weg erneut über Solinger Stadtgebiet.

Rotes Kreuz setzt aufs Ehrenamt: Mit Beginn der Corona-Pandemie kam auch auf den Solinger Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) mehr Arbeit zu. Früh war der Hilfsdienst in das Netzwerk aus Ärzten, Kliniken, Helfern und dem Gesundheitsamt der Stadt eingebunden.

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