Jetzt beginnt das Genehmigungsverfahren

Neue Moschee der Ditib soll kleiner werden

Auf dem Gelände des alten Schlachthofes will die Ditib-Gemeinde eine Moschee bauen. Mit den dort noch ansässigen Firmen strebt man einvernehmliche Lösungen an. Foto: Uli Preuss
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Auf dem Gelände des alten Schlachthofes will die Ditib-Gemeinde eine Moschee bauen. Mit den dort noch ansässigen Firmen strebt man einvernehmliche Lösungen an.

Die maximale Höhe des Neubaus wird beschränkt, die Größe des Gebetsraumes halbiert. Eine Kindertagesstätte ist vom Tisch.

Von Andreas Tews

Die Pläne für ein islamisches Gemeindezentrum mit Moschee an der Schlachthofstraße sehen jetzt so aus, dass die Stadtverwaltung sie für genehmigungsfähig hält. Dazu musste die Solinger Gemeinde der Türkisch-Islamischen Union (Ditib) ihr Vorhaben deutlich verkleinern. Das teilte die Stadtverwaltung am Mittwoch mit. Verabschiedet hat sich die Gemeinde unter anderem von den Plänen für einen eigenen Kindergarten auf dem Gelände. Jetzt beginnt das Genehmigungsverfahren.

Die Ditib-Gemeinde sucht nach längerer Zeit nach einem neuen Standort für eine Moschee. Das jetzige Gemeindezentrum an der Kasernenstraße reicht vom Platzangebot her nicht mehr aus. An der Schlachthofstraße will sich die Ditib deutlich vergrößern. Auf dem Gelände ist zwar noch die Firma Otto Kalkum GmbH & Co. KG ansässig. Das Unternehmen will aber innerhalb Solingens umziehen. Das Grundstück hat die Ditib-Gemeinde bereits gekauft.

Neben der Moschee sind drei Nebengebäude geplant

Standpunkt von Andreas Tews

Neben der Moschee sollen nach Rathaus-Angaben drei Nebengebäude entstehen. Dabei handele es sich um ein Veranstaltungsgebäude, ein Gemeindehaus und ein Verwaltungsgebäude. Auch rituelle Waschungen sollen in den Nebengebäuden möglich sein. Von einem Kindergarten ist nicht mehr die Rede. Er wurde genauso aus den Überlegungen gestrichen wie ein Teehaus (das wird jetzt in die Moschee integriert), ein Produktions- und Lagergebäude mit Verkauf (unter anderem mit Handwerkern, Metzger, Bäcker, Werkstätten) und eine Lehrwerkstatt. Auch die Größe des geplanten Gebetsraumes in der Moschee wurde von 750 auf 380 Quadratmeter quasi halbiert. Beschränkungen gibt es genauso bei der Höhe der Moschee-Kuppel. 14 Meter sollen nicht überschritten werden. Dies sind 2,50 Meter weniger als es in den ursprünglichen Überlegungen der Ditib der Fall war. Die restlichen Häuser sind auf höchstens acht Meter beschränkt. Ein Minarett ist nicht vorgesehen.

Über die Größe und die Nutzung habe es in den vergangenen Wochen mehrere Abstimmungsgespräche gegeben. Das habe dazu geführt, dass die Entwürfe jetzt planungsrechtlich zulässig seien, teilte das Rathaus mit. Nach den geänderten Plänen sei die Größe des Gebäudeensembles an die Mitgliederzahl der Gemeinde angepasst worden, heißt es aus dem Rathaus.

Die meisten Mitglieder der Ditib-Gemeinde wohnen laut Stadtverwaltung in Solingen-Mitte, in dem sich auch das Grundstück an der Schlachthofstraße befindet. Mit der Größenbeschränkung sollen Befürchtungen unter anderem aus den Reihen der CDU entkräftet werden, nach denen eine „Zentralmoschee“ für das Bergische Land hätte entstehen können.

Im nächsten Schritt werden am Montag (16 Uhr, Theater und Konzerthaus, Kleiner Konzertsaal) die Politiker des städtischen Planungsausschusses und der Bezirksvertretung Mitte über die Pläne und den Sachstand des Genehmigungsverfahrens informiert. Dort werde das von der Ditib beauftragte Architekturbüro die bisherigen Entwürfe vorstellen, kündigte das Rathaus an.

ZEITPLAN

VERFAHREN Aktuell strebt die Ditib-Gemeinde einen Bauvorbescheid an, in dem die planungsrechtliche Zulässigkeit einer Moschee an der Schlachthofstraße geklärt werden soll. Der könnte nach den Sommerferien vorliegen. Danach steigt die Ditib in Detailplanungen ein, die Ende des Jahres abgeschlossen sein könnten.

Da es sich um einen privaten Bauherren handelt, sollte die Angelegenheit ursprünglich im nichtöffentlichen Teil der Sitzung behandelt werden. Auf Bitten der Stadtverwaltung und der Politik stimmte die Ditib aber zu, dass öffentlich beraten wird.

Zeitnah soll auch eine Bürgerbeteiligung beginnen. Das heißt: Anlieger des Grundstücks können sich über das Projekt informieren und Anregungen oder Bedenken vortragen. Wann dies genau der Fall sein wird, teilt die Stadtverwaltung noch mit.

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