ST vor Ort - die Stadtteilserie

Neue Kümmerer für den Lehner Pött gesucht

Hanna Otto und Paul Rosenkaimer kümmern sich seit vielen Jahren um die Pflege des Kleinods. Jetzt suchen sie aus Altersgründen Nachfolger. Foto: Christian Beier
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Hanna Otto und Paul Rosenkaimer kümmern sich seit vielen Jahren um die Pflege des Kleinods. Jetzt suchen sie aus Altersgründen Nachfolger.

Kleines Areal rund um die historische Brunnenanlage in der Hofschaft Lehn wurde bisher von Nachbarn instand gehalten

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Die Wiese oberhalb der gemauerten Brunnenanlage ist frisch gemäht, die vor der Eingangstür verlegten Steine und die Stufen von der Straße hinunter sind von Unkraut befreit, die angrenzenden Büsche geschnitten. Der Lehner Pött, einer der wenigen erhaltenen Brunnenanlage auf Solinger Stadtgebiet, präsentiert sich bestens. „Wir haben diese Pflege all die Jahre gut und gerne neben unseren persönlichen Pflichten als Haus- und Gartenbesitzer hier in der Hofschaft mitgemacht“, sagt Paul Rosenkaimer, der zusammen mit seiner Nachbarin Hanna Otto zum Pressegespräch eingeladen hatte. „Aber jetzt sind wir beide weit über 80 Jahre alt und so allmählich wird diese Aufgabe doch zu viel.“ Wer könnte diese Arbeiten an ihrer Stelle übernehmen, so seine Frage an die Öffentlichkeit.

Ein Weidenbaum zerstörte einst das Mauerwerk

Als Ur-Lehner ist Paul Rosenkaimer mit dem Pött aufgewachsen und kann viel über ihn und den bis in die 50er Jahre existierenden Pött-Verein erzählen: Der Brunnen hat einen Durchmesser von 1,50 Meter und wurde früher außer vom Regenwasser noch durch andere Quellen gespeist. „Diese Zuläufe aber wurden wohl im Laufe des Viehbachstraßenbaus gekappt.“

In dem großen, ehemals vereinseigenen Haus mit den in der heutigen Gartengestaltung noch gut erahnbaren Wegen zur ehemaligen Kegelbahn und zum gewesenen Tanzplatz wohnt seit langem Hanna Otto mit Familie. „Wir haben das Areal damals von der Stadt gekauft, die es nach der Auflösung des Lehner Pött-Vereins kurzfristig als Besitz übernommen hatte“, berichtet sie.

Eine weitere Erinnerung, von Paul Rosenkaimer, ist, dass die Anlage einmal unter Denkmalschutz gestellt werden sollte. „Das hat aber nur teilweise geklappt, denn nachdem Anfang der 90er Jahre eine Sanierung des Pötts nötig wurde, waren die Voraussetzungen nicht mehr gegeben: Ein Teil des aus dem 18. Jahrhundert stammenden Brunnen-Bauwerks war damit nicht mehr historisch“, sagt Rosenkaimer. Ein großer Weidenbaum habe damals „von hinten“ das Mauerwerk des Pötts zerstört. „Eine Restaurierung war unumgänglich.“

Gerne denkt Rosenkaimer auch an die Pött-Feste zurück. Wie auch im nahegelegenen Eigen war der Pött nicht nur wasserspendender Ort für die Hofschaft, sondern auch kultureller und kommunikativer Mittelpunkt. Es sei schade, dass Jüngere kein Wissen und damit auch keinen Sinn mehr für das Kleinod habe, sagt Rosenkaimer. Für ihn wie für Hanna Otto steht jedenfalls der Wunsch nach neuen „Pflegeeltern“ für das Areal ganz oben.

ST-Serie

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Themen der Woche: In unserer Stadtteil-Serie rücken wir immer einen Bereich Solingens in den Blickpunkt. In dieser Woche dreht sich alles um Mitte. Und diese Themen beschäftigen uns: Heute geht es um den Brunnen am Lehn, der neue Paten sucht, die ihn betreuen. Wir widmen uns dem Felix Kids Club und seiner sozialen Bedeutung. Neues zum Neubau auf dem Kaufhof-Gelände wird beleuchtet. Mit Markus Lütke Lordemann wagen wir ein Blick in die Zukunft. Weiter stand die Frage im Raum, wie Parkanlagen von den Nutzern selbst gereinigt werden können. Gestern ging es um frisches Geld vom Land für die Innenstadt.

Alle Serienteile: www.solinger-tageblatt.de/vor-ort

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