Spendenaktion

Neubau der Strohner Brücke startet im Herbst

Die Strohner Brücke: Es müssen noch zwei Träger entfernt werden, ehe das Gerüst komplett demontiert wird. Foto: Christian Beier
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Die Strohner Brücke: Es müssen noch zwei Träger entfernt werden, ehe das Gerüst komplett demontiert wird.

Die Abbruch-Arbeiten sind nach Verzögerungen auf der Zielgeraden. Auch beim Neubau gibt es Hürden.

Von Timo Lemmer

Solingen. Die letzten Tage war es heiß. Sehr heiß. Für die Abbruch-Firma, die aktuell an der Strohner Brücke arbeitet, für manche Arbeiten zu heiß: So verzögert sich der finale Abriss noch einmal um ein paar Tage. Mitte dieser Woche soll dieser Bauabschnitt aber endgültig bewältigt sein und das Dauer-Projekt damit eine weitere Hürde genommen haben.

„Das Trag- und Schutzgerüst ist zu Teilen bereits wieder zurückgebaut. Im Endeffekt fehlen noch drei Arbeitsschritte“, sagt Detlef Diekel, der bei der Stadt für Brücken zuständig ist. Es werden noch zwei Träger entfernt, ehe das Gerüst komplett demontiert und die Baustelle zum Abschluss der Maßnahme neu gesichert wird. „Die Brücke hätte zwar schon jetzt weg sein sollen“, erklärte Diekel dem ST bei einem Ortstermin, „aber nun ist es halt Mitte der Woche der soweit.“

Solingen: Nicht nur die Hitze verzögert die Arbeiten an der Strohner Brücke

Es passt ins Bild, dass nun auch die Hitze die Maßnahme verzögerte. Diekel selbst spricht von einem „Hin und Her“ bei der Neugestaltung der Brücke. Dass die marode Brücke, die von 1929 stammt und im Wander- sowie Naherholungsgebiet rund um das Tierheim Glüder auf dem Weg nach Burg eine entscheidende Rolle spielt, ersetzt werden muss, steht schon seit Jahren fest.

2014 war eine Restnutzungszeit von zwei Jahren attestiert worden, die dann bei einer weiteren Prüfung noch einmal nach unten korrigiert wurde. Seitdem ist diese Verbindung über die Wupper gesperrt. Eine wesentliche Verzögerung gab es im Prozess, da zwischenzeitlich nicht klar war, ob eine anliegende Wasserleitung parallel saniert werden sollte: „Die ist aber geblieben“, sagt Diekel.

Es gibt weitere Gründe, die den Neubau schwierig gestalten – die finanzielle Situation der Stadt war zu Beginn ein weiterer. Schon rein von der Lage her ist die Maßnahme sensibel. Diekel; „Hier unten kommt generell viel zusammen. Es verläuft eine Hochdruckwasserleitung, die Wupper ist Naturschutzgebiet, und es darf absolut nichts hineinfallen. Außerdem ist die Anfahrbarkeit der Baustelle schwierig, so dass auch kein regelhafter Abfahrverkehr möglich ist, sondern nur über eine Seite. All das zwingt dazu, sehr vorsichtig zu arbeiten.“

Die Lage der Brücke wird für das Unternehmen von entscheidender Bedeutung sein, das den Zuschlag zum Neubau auf Basis des Architektenentwurfs von Tanja Groß-Haug erhält. Denn sobald der Abriss vollzogen ist, unterliegen die Ausschreibungsunterlagen einem letzten Check, ehe sie veröffentlicht werden. Diekel: „Zuletzt wurden in puncto Natur und Umwelt noch einige Fragen geklärt und die Ausschreibung verfeinert. Wenn sie in ein, zwei Wochen veröffentlicht wird, muss man mit mindestens zwei Monaten rechnen, ehe der finale Auftrag vergeben wird.“

Strohner Brücke: Für den Neubau wird eine Fachfirma benötigt

Zumal es abzuwarten gelte, was eintrudelt: Baumaßnahmen gebe es momentan viele. „Ich bin aber natürlich guten Mutes. Klar ist, dass wir eine absolute Fachfirma für diese Aufgabe hier benötigen. Die Stahl-Fachwerk-Kombination ist anspruchsvoll, das kann nicht jede Firma.“

Darüber hinaus müsse logistisch gut geplant werden. Es scheint möglich, dass die Stadt einen Teil des Grundstücks des Tierheims für die Dauer der Bauarbeiten anmietet, um Lagermöglichkeiten zu schaffen. Die Brücke auf dem Anfahrtsweg darf nur mit Genehmigung und äußerst vorsichtig, sprich zeitintensiv, mit mehr als 20 Tonnen befahren werden.

„Von daher können wir zum weiteren Zeitablauf wirklich erst etwas sagen, wenn das Unternehmen feststeht“, sagt Diekel. Angepeilt ist freilich, dass die Brücke 2021 fertig wird. Während der Abriss rund 250 000 Euro gekostet hat, kalkuliert man mit 650 000 Euro für die Errichtung. Im Herbst soll es endlich losgehen – der Neubau in Form eines Messers samt Klinge steht längst fest.

Spenden: Solinger Bürger haben einen großen Anteil am Neubau: Bei einer vom Tageblatt vor zwei Jahren angestoßenen Spendenaktion kamen rund 100 000 Euro für den Neubau zusammen. Der Entwurf von Tanja Groß-Haug, der nun umgesetzt wird, wurde gewählt.

Brücke: Detlef Diekel ist Sachgebietsleiter Brücken bei der Stadt – seit 1. September 2019. Jede Brückenarbeit sei spannend und besonders, die Strohner Brücke als Start aber herausfordernd: „Man hätte sicherlich leichter starten können“, sagt Diekel grinsend.

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