Fauna-Flora-Habitat-Gebiet

Müngstener Brücke: Naturschutzbeirat sieht Hindernisse beim Skywalk

Die Plattform unterhalb der Brücke soll als Basis für den Skywalk dienen.
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Die Plattform unterhalb der Brücke soll als Basis für den Skywalk dienen.

Der geplante Fuß- und Radweg auf einer Plattform der Müngstener Brücke würde mitten durch ein FFH-Gebiet führen.

Remscheid/Solingen. Bei den Vertretern des Beirats Untere Naturschutzbehörde regt sich weiterhin große Skepsis in Bezug auf den geplanten Skywalk, wie in seiner Sitzung am Dienstag deutlich wurde – ein potenzieller Fuß- und Radweg auf einer Plattform der Müngstener Brücke, der nach dem Willen der beiden Nachbarstädte Solingen-Schaberg und Remscheid-Güldenwerth miteinander verbinden soll. Neben Solingen und Remscheid unterstützt auch die Stadt Wuppertal die Pläne.

Beiratsmitglied Sibylle Hauke plädierte dafür, dass in jedem Fall „die FFH-Verträglichkeit des Projekts geprüft werden“ müsse. Diesen Punkt unterstrich auch der stellvertretende Beiratsvorsitzende Bernd Krebs, da der Bereich „mitten in einem FFH-Gebiet“, also einem Gebiet mit höchsten europäischen Naturschutzstandards, liege. Darin sehe er schon jetzt ein K.-o.-Kriterium für die weiteren Überlegungen.

Claudia Wackerl von der Unteren Naturschutzbehörde wies darauf hin, dass eine solche Prüfung erst dann möglich sei, wenn die Verwaltung dafür einen Auftrag besitze und das Vorhaben bereits konkretere Formen angenommen habe. „Wir können das erst beurteilen, wenn das Projekt hinreichend genau beschrieben ist.“

Bernd Krebs zum Skywalk: „Wenn der Bau rechtlich gar nicht möglich ist, braucht man keine teure Machbarkeitsstudie“

Mit diesem Argument gab sich Bernd Krebs allerdings nicht ganz zufrieden und bemängelte, dass der Aspekt des FFH-Status in der Vorlage der Verwaltung gar nicht erst erwähnt wurde. Derweil sei die Stadt Remscheid bereits mit 100 000 Euro für eine Machbarkeitsstudie in Bezug auf das Projekt in Vorleistung getreten. Deshalb gelte es jetzt, für das Projekt die Position des Arbeitskreises Welterbe Müngstener Brücke einzuholen, dessen Geschäftsleitung bei der Stadt Solingen angesiedelt ist. Die Verwaltung weist in einer Vorlage darauf hin, dass alle Ideen zur Nutzung der Brücke mit der Bewerbung der drei Bergischen Großstädte Solingen, Wuppertal und Remscheid sowie der Deutschen Bahn als Eigentümerin um die Anerkennung der Müngstener Brücke als Weltkulturerbe vereinbar sein müssen.

„Wir können nicht warten, bis ein Antrag vorliegt.“

Bernd Krebs, stellvertretender Beiratsvorsitzender

„Wenn der Bau rechtlich gar nicht möglich ist, braucht man keine teure Machbarkeitsstudie“, wandte Krebs ein. „Das ist keine politische Frage, sondern eine der Gesetzmäßigkeit. Wir können nicht darauf warten, bis ein Antrag vorliegt. Dann ist das Ding durch.“

Beiratsmitglied Richard Schmidt ergänzte mit Blick auf die touristische Anziehungskraft des Brückensteigs, dass schon jetzt auf der Müngstener Brücke geklettert werde. „Wie soll sich die Situation erst entwickeln, wenn die Leute dort oben spazieren gehen?“, gab der SPD-Politiker zu bedenken. Die Stadt müsse bei den weiteren Schritten hier in besonderer Weise ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkommen, wenn oben auf der Brücke geklettert werde und unten Fußgänger und Radfahrer den Skywalk passierten.

Zwar liegt nach Angaben der Verwaltung bereits ein Bericht der Stadt Remscheid im Rahmen des Arbeitskreises Welterbe Müngstener Brücke vor, doch gingen daraus noch keine Informationen zu eventuell erforderlichen Veränderungen am Bauwerk oder zur Frage eines möglichen Betreibers hervor, die für die Machbarkeitsstudie relevant sind. Claudia Wackerl versprach, dass die Verwaltung die Bedenken und Anregungen des Naturschutzbeirats in die weiteren Planungen mit einbeziehen werde.

Befürworter des Projekts betonen auf der anderen Seite den hohen touristischen Mehrwert des Projekts und die damit verbundene Strahlkraft für das Bergische Land, die der Skywalk zusammen mit dem Brückensteig haben könnte. Letzterer ist bereits sehr erfolgreich angelaufen.

Park-and-Ride-Parkplatz

Wenn der Skywalk in der Müngstener Brücke gebaut würde, müssten dafür Parkplätze und die notwendige Infrastruktur geschaffen werden. So ist etwa der Bau eines Park-and-Ride-Parkplatzes südwestlich des Bahnhofs Schaberg im Gespräch, um eine bessere Anbindung an den Öffentlichen Nahverkehr zu ermöglichen. Für den Bau wäre eine Befreiung von den Verboten des Landschaftsplans erforderlich, die der Beirat Untere Naturschutzbehörde erteilen müsste. Dieser entschied sich aber in seiner Sitzung, einen Beschluss zu vertagen und zunächst eine Ortsbegehung mit Blick auf mögliche Umweltbelastungen vorzunehmen.

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