Winter

Schnee und Dauerfrost: Naturpark warnt vor Betreten des Waldes

Das Wetter hat den Solinger Wald – wie hier am Rüdenstein – in eine traumhafte Winterlandschaft verwandelt. Eis und Schnee bringen jedoch auch Gefahren mit sich. Foto: Christian Beier
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Das Wetter hat den Solinger Wald – wie hier am Rüdenstein – in eine traumhafte Winterlandschaft verwandelt. Eis und Schnee bringen jedoch auch Gefahren mit sich.

Wanderwege sind zum Teil spiegelglatt und Äste drohen, unter der Last des Eises zu brechen

Solingen. Noch vor wenigen Wochen zog es viele Menschen – auch aus Solingen und Umgebung – für Tagesausflüge in die Skigebiete im Sauerland. Das ist nicht mehr nötig. Denn dank des Wetters der vergangenen Tage sind traumhafte Schneelandschaften inzwischen direkt vor der Haustür zu finden. Doch beim Winterspaziergang ist Vorsicht geboten. Der Naturpark Bergisches Land warnt nun sogar davor, die Wälder in der Region zu betreten.

„Durch die Trockenheit der vergangenen Jahre ist die Vitalität der Bäume sehr angegriffen“, erklärt Wastl Roth-Seefrid. Er ist beim Zweckverband für das Wegemanagement zuständig. Der Eisregen am Wochenende und der anhaltende Frost verschärfen die Situation. Denn nun müssen die Bäume zusätzlich die Eislast tragen. Die Folge: Es besteht erhöhte Gefahr, dass Äste abbrechen. „Das kann auch bei Bäumen passieren, die gesund aussehen“, betont Roth-Seefrid.

„So eine Eislage haben wir selten in der Region.“

Wastl Roth-Seefrid, Wegemanager

In den Solinger Wäldern sei die Gefahr für Eisanhang zwar eher gering, erklärt die städtische Pressestelle auf Nachfrage. Wohl aber gebe es ein anderes Problem: „Auch hier sind die Waldwege mitunter spiegelglatt.“ Die Sturzgefahr sei deshalb erheblich. Roth-Seefrid ergänzt: „Die Eisschicht ist oft kaum zu erkennen.“ Nach Rücksprache mit dem Regionalforstamt Bergisches Land mit Sitz in Gummersbach habe der Naturpark deshalb entschieden, eine Warnung auszusprechen. Wer trotzdem nicht auf einen Waldspaziergang verzichten möchte, solle unbedingt feste, knöchelhohe Schuhe tragen und keinesfalls unter Bäumen pausieren.

Die Stadt rät darüber hinaus, nicht alleine und nur an Orten spazieren zu gehen, die im Notfall gut anzufahren sind. Hilfreich sei es außerdem, sich über die Rettungspunkte bewusst zu sein – unterstützen kann dabei die Handy-App „Hilfe im Wald“. „Man sollte immer bedenken, dass man Rettungskräfte bei ihrem Einsatz nicht ebenfalls in Gefahr bringt“, betont die Stadt. Auch ein Mobiltelefon sollte immer griffbereit sein.

„Die Tiere im Wald brauchen jetzt besonderen Schutz“, ergänzt Pressesprecherin Sabine Rische. Deshalb erinnert die Verwaltung Spaziergänger daran, auf den Waldwegen zu bleiben und Hunde anzuleinen.

„So eine Eislage haben wir selten in der Region“, sagt Roth-Seefrid. Zwar schmelze die Eisschicht stellenweise in der Sonne. Dennoch rechnet der Wegemanager noch mindestens bis zum Wochenende mit einer weitestgehend unveränderten Situation in den Wäldern – insbesondere in höheren Lagen.

„Als erfahrener Wanderer kann ich sagen, dass man den Wald momentan lieber meiden sollte“, sagt Lothar Werner. Er ist Vorsitzender der Abteilung Solingen des Sauerländischen Gebirgsvereins (SGV). Die Aktivitäten des Freizeit- und Wandervereins ruhen derzeit. Die Corona-Maßnahmen lassen gemeinsame Touren der rund 100 Solinger Mitglieder nicht zu. Werner kündigt an, den Wanderplan für das neue Jahr zu veröffentlichen, sobald die Regeln weniger streng sind.

Winter im Bergischen

Wintermotive aus dem Bergischen.
Wintermotive aus dem Bergischen. © Roland Keusch
Wintermotive aus dem Bergischen.
Wintermotive aus dem Bergischen. © Roland Keusch
Wintermotive aus dem Bergischen.
Wintermotive aus dem Bergischen. © Roland Keusch
Wintermotive aus dem Bergischen.
Wintermotive aus dem Bergischen. © Roland Keusch
Wintermotive aus dem Bergischen.
Wintermotive aus dem Bergischen. © Roland Keusch
Wintermotive aus dem Bergischen.
Wintermotive aus dem Bergischen. © Roland Keusch
Wintermotive aus dem Bergischen.
Wintermotive aus dem Bergischen. © Roland Keusch
Wintermotive aus dem Bergischen.
Wintermotive aus dem Bergischen. © Roland Keusch
Wintermotive aus dem Bergischen.
Wintermotive aus dem Bergischen. © Roland Keusch
Wintermotive aus dem Bergischen.
Wintermotive aus dem Bergischen. © Doro Siewert

Der Vorsitzende hofft, nach der Corona-Krise einige neue Mitglieder im SGV begrüßen zu dürfen. „Für viele ist das Wandern in der Pandemie zu einem Ventil geworden“, erklärt Werner. Auch Roth-Seefrid stellt auf den Routen in der Region ein deutlich höheres Aufkommen fest: „Wir sehen das als Bestätigung für die Qualität unserer Wanderwege.“ Seit 2013 kümmert sich der Zweckverbund Naturpark Bergisches Land um das Management des Bergischen Wegs, des Bergischen Panoramasteigs und der Bergischen Streifzüge.

Talsperren

Die frostigen Temperaturen der vergangenen Tage rufen auch den Wupperverband auf den Plan. Auf den kleineren Talsperren in der Region bilden sich erste Eisflächen, heißt es in einer Mitteilung. Diese zu betreten, sei verboten: Es drohe Lebensgefahr für Mensch und Tier. Wegen Hohlräumen unter der Oberfläche sei die Gefahr groß, dass das Eis einbricht – unabhängig von Größe und Dicke der Schicht. Warnschilder mit Piktogrammen weisen an den Talsperren auf die Gefahr hin.

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