Die große Nachhaltigkeitsserie

Natürlich nachhaltig: Zahl der Hitzetage wird massiv steigen

Stand das Tretboot an der Wuppertalsperre 2020 auf dem Trockenen, gab es im Juli 2021 ein extremes Hochwasser in Unterburg.
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Stand das Tretboot an der Wuppertalsperre 2020 auf dem Trockenen . .

Klimawandel sorgt auch für mehr Starkregen – Neue ST-Serie: Natürlich nachhaltig

Von Alexandra Dulinski und Katharina Birkenbeul

Solingen. Die Zahl der Sommer- und Hitzetage in Solingen wird sich in den kommenden Jahren verdoppeln oder sogar verdreifachen. Auch Starkregenereignisse werden zunehmen. Und die Temperaturen werden im Bergischen um bis zu 4,4 Grad bis zum Jahr 2100 steigen.

Das ist die Bilanz einer aktuellen Studie des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Der Starkregen und das Hochwasser von Mitte Juli waren nur Vorboten dieses Klimawandels.

Die Auswirkungen werden für die Menschen im Bergischen auch gesundheitlich zu spüren sein – direkt und indirekt. Schlafstörungen, Übelkeit, Kopfschmerzen, Stress und Depressionen können Folgen für die Gesundheit sein, berichtet das Umweltbundesamt. Zeitgleich nimmt das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle und Thrombosen erheblich zu.

. . .gab es im Juli 2021 ein extremes Hochwasser in Unterburg.

Laut Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit forderte allein in Deutschland die Rekordhitzeperiode im Jahr 2003 etwa 7500 Tote. Zudem gab es zahlreiche Krankheitsfälle aufgrund von Dehydrierung, Hitzschlag, Herz- und Kreislauferkrankungen.

Studie des Deutschen Wetterdienstes zeigt den Klimawandel im Bergischen in Zahlen

Der Klimawandel kann überdies die Qualität und Quantität von Trinkwasser und Lebensmitteln beeinträchtigen. Allergien, Atemwegserkrankungen und Infektionskrankheiten sind – um nur ein paar Beispiele zu nennen – die Folge. Tierische Krankheitsüberträger wie Zecken oder Stechmücken treten häufiger und länger auf, berichtet das Umweltbundesamt.

Aus den Zahlen der DWD-Studie geht hervor, dass die Temperatur seit 1988 vom langjährigen Mittel in den meisten Jahren um 1 bis 1,5 Grad nach oben abweicht. 2014 und 2018 kratzte der Temperaturanstieg sogar bei plus zwei Grad.

Die Zahl der Sommertage stieg bereits von 19 im Jahr 1948 auf durchschnittlich 43 bis zum Jahr 2018. Genauso verhält es sich auch mit den Hitzetagen in Solingen: von zwei Hitzetagen im Jahr 1948 stieg die Zahl auf durchschnittlich zehn bis zum Jahr 2018. Währenddessen nehmen die Frost- und Eistage ab. Ein Sommertag bezeichnet einen Tag, an dem es 25 Grad und wärmer ist, Hitzetage beginnen ab 30 Grad. Ein Frosttag ist ein Tag an dem die Temperatur unter dem Gefrierpunkt 0 liegt.

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Dass etwas gegen den menschengemachten Klimawandel getan werden muss, liegt auf der Hand. Deutschland hat das Ziel, bis 2050 treibhausgasneutral zu sein, teilt das Bundesministerium mit. Aber nicht nur in der Politik, im Fernsehen oder im Radio, wo das Thema Anklang findet, beginnt das Thema Nachhaltigkeit. Auch im Lokalen, hier im Bergischen Land, betrifft uns das Thema. Und jeder einzelne kann zu einer bewussteren Lebensweise beitragen.

In unserer neuen Serie „Natürlich nachhaltig“ wollen wir Fakten transportieren, untersuchen, wo und was unsere Stadt rund um das Thema Nachhaltigkeit unternimmt und spannende Projekte vorstellen. Denn sei es im Stadtverkehr, in den bergischen Wäldern oder beim Einkaufen – in jedem Bereich kann etwas getan werden. Für ein nachhaltiges Solingen.

Weitere Infos unter www.umweltbundesamt.de/ oder www.bmu.de.

Serie

Die Serie „Natürlich nachhaltig“ erscheint in loser Folge. Darin beschäftigen sich federführend die drei Volontärinnen der Mediengruppe B- Boll, Valeria Schulte-Niermann, Alexandra Dulinski und Katharina Birkenbeul, mit dem Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz in den Bereichen Ernährung, Mobilität und Konsum.

Als Nächstes lesen Sie: Wenn der ökologische Fußabdruck zu groß wird.

Auf solinger-tageblatt.de lesen Sie immer einen Schritt voraus. Hier können Sie bereits jetzt die nächsten Folgen lesen: solinger-tageblatt.de/nachhaltig

Standpunkt: Es ist Zeit zu handeln

Kommentar von Katharina Birkenbeul

katharina.birkenbeul@ solinger-tageblatt.de

Die Folgen des Klimawandels sind mit der Flut im Bergischen oder den Waldbränden in Europa spürbar nähergekommen. Auch mit den gesundheitlichen Risiken ist nicht zu spaßen. Deshalb ist es jetzt Zeit zu handeln, um das Klimaziel von zwei Grad zu erreichen. Bereits jetzt haben sich viele Firmen und die Politik den Klimaschutz oben auf die Fahne geschrieben. Und wer sich die Entwicklung der Elektromobilität oder die Angebote für verpackungsfreies Einkaufen ansieht, sieht auch, dass sich immer mehr in die richtige Richtung tut. In Richtung nachhaltige und klimafreundliche Zukunft. Doch wir sind noch lange nicht am Ende der Entwicklung. Es muss jeder Einzelne mitmachen: eine Strecke statt mit dem Auto zu Fuß zurücklegen, Kleidung mit Freunden tauschen anstatt neue zu kaufen oder den Müll richtig trennen. Unsere neue Serie soll mit den passenden Tipps und Tricks dabei helfen, im Bergischen ein bisschen nachhaltiger zu leben. Ich bin mir sicher, das ist gar nicht so schwer.

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