Natürlich nachhaltig

Ariane Bischoff: „Bildung ist das Fundament für Nachhaltigkeit“

Das Gymnasium Schwertstraße erhielt die Auszeichnung „Schule der Zukunft“ unter anderem für ihren Schulgarten und die Umwelt-AG. Archiv: Christian Beier
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Das Gymnasium Schwertstraße erhielt die Auszeichnung „Schule der Zukunft“ unter anderem für ihren Schulgarten und die Umwelt-AG.

Schulen und Kitas setzen nachhaltige Projekte um. Unterstützung bekommen sie von der Stadt Solingen.

Von Katharina Birkenbeul

Solingen. Eigenverantwortliche Entscheidungen zu treffen, zu lernen, sich in Entscheidungen einzumischen, zur Demokratie zu befähigen und eine friedliche und gerechte Welt anzustreben: Das bedeutet Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) für Ariane Bischoff. Zudem steht für die Leiterin des Strategiebereiches Nachhaltige Entwicklung bei der Stadt Solingen fest: „Bildung ist das Fundament für Nachhaltigkeit.“

Bildung hört nie auf.

Ariane Bischoff, Stab für Nachhaltigkeit

Gute und gleichwertige Bildung für alle: Das ist eines der 17 Ziele der Nachhaltigkeit der Vereinten Nationen. In Deutschland kein Problem, in anderen Ländern schon. Dennoch spielt auch in Solingen Nachhaltigkeit bei der Bildung eine große Rolle. BNE steht laut Bundesministerium für Forschung und Bildung für eine Bildung, die Menschen zu zukunftsfähigem Denken und Handeln befähigt. Wichtig bei der Vermittlung ist eine Anpassung an das Alter und die Situation der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen.

Die Stadt Solingen unterstützt laut Nachhaltigkeitsstrategie die kontinuierliche Entwicklung in diesem Bereich. „Es ist ein herausfordernder Bildungsauftrag, für den immer genau die passenden Bausteine gefunden werden müssen“, sagt Sibylle Gebauer, die in der Schulverwaltung zuständig für Schulstrategie, Koordinierung und Schulentwicklungsplanung ist. Deshalb sollte gerade in jungen Jahren angesetzt werden.

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Natürlich nachhaltig

Wie funktioniert nachhaltige Bildung in Solingen?

Aber wie funktioniert Bildung für nachhaltige Entwicklung in Solingen? An den Schulen und in den Kitas passiert laut der Nachhaltigkeitsbeauftragten sehr viel in Sachen Klimaschutz. Dazu gehöre unter anderem das Projekt Fifty-Fifty Energiesparen, das bereits seit Jahren durchgeführt wird, das grüne Klassenzimmer, Schule ohne Rassismus, „Grüne Meilen“, Verkehrserziehung der Polizei, „Sicher, fit und klimafreundlich“, an dem 16 von 21 Grundschulen und neun Kitas teilnehmen, oder „Kind bewegt zur Schule“, wodurch Elterntaxis vermieden werden sollen.

Weitere Beispiele: Die Realschule und das Gymnasium Vogelsang sind Modellschulen für nachhaltige Entwicklung der Stadt Solingen. Die Albert-Schweitzer-Realschule hat eine Naturklasse, und am Gymnasium Schwertstraße wird BNE sogar als Schulfach unterrichtet. „So sollen die Kinder in der Schule lernen, mit Ressourcen umzugehen, die sie zuhause selbstverständlich nutzen.“ Zudem seien alle städtischen Kitas faire Kitas.

In kleinen Schritten zu mehr Nachhaltigkeit

Alle diese Projekte seien freiwillig für die Bildungsstätten, wer aber Unterstützung brauche, bekomme diese, betont Gebauer. „Das Thema Nachhaltigkeit kann auch in allen Schulfächern eine Rolle spielen“, weiß Gebauer. Ihr sei es aber wichtig, dass auch die Eltern zuhause ihren Kindern Nachhaltigkeit vorleben, indem sie zum Beispiel viel zu Fuß gehen, die Natur schätzen, mit Bus und Bahn reisen oder secondhand einkaufen. „Auch einzelne Schritte reichen, um groß zu werden“, sagt Gebauer.

Zu den kleinen Schritten trügen beispielsweise auch der E-Mobilitätstag, der ÖPNV-Tag oder das Stadtradeln bei – sowohl für Kinder als auch für Erwachsene. „Es geht darum, etwas zu verändern, damit es nachhaltig wird und das Klima schützt. Dabei stellen auch solche Aktionen einen Anfang dar“, betont Sophia Merrem, Eine-Welt-Promotorin für das Bergische Land.

Beim Vermitteln von Nachhaltigkeit in Schulen und Kitas hört BNE aber nicht auf, denn „Bildung hört nie auf. Es wird lebenslang gelernt“, sind sich Ariane Bischoff und Sibylle Gebauer einig. Neben dem sozialen und ökologischen Lernen, stellt auch globales, interkulturelles Lernen laut Bischoff einen wichtigen Aspekt des Ganzen dar. Dies zeige sich vor allem bei dem internationalen Netzwerk „Jungen Expertise in Aktion für das Klima“.

Unter dem Motto „Junge Erwachsene in Aktion für das Klima – Jóvenes en acción por el clima“ wächst seit 2016 ein internationales Netzwerk von Menschen im Alter von 18 bis 30 Jahren, die ihr Wissen und ihre Aktivitäten zur nachhaltigen Entwicklung austauschen, voneinander lernen und an ihren jeweiligen Heimatorten konkret anpacken. Dabei arbeiten die jungen Erwachsenen aus Solingen, Jinotega (Nicaragua), Brüssel, Galizien sowie San Lorenzo (Honduras) an Klima- und Ressourcenschutz, Land- und Waldwirtschaft, fairem Konsum und zukunftsfähiger Stadtentwicklung, erklärt Sophia Merrem.

Schule der Zukunft

Für die Umsetzung verschiedener nachhaltiger Projekte erhielten sechs Solinger Schulen – das Mildred-Scheel-Berufskolleg, das Gymnasium Schwertstraße, das Humboldtgymnasium, die Grundschulen Böckerhof und Bogenstraße und die August-Dicke-Schule – die Auszeichnung des Landes NRW „Schule der Zukunft – Bildung für Nachhaltigkeit“ für die Kampagne 2016 bis 2020. Die Auszeichnung richtet sich an Schulen und Kitas, die nachhaltige Bildung in den Alltag integrieren.

www.sdz.nrw.de/auszeichnung/ausgezeichnete-schulen/

Nachhaltigkeit an der Alexander-Coppel-Gesamtschule

Die Alexander-Coppel-Gesamtschule ist eine UNESCO-Projektschule, womit BNE auch eines der Ziele der Solinger Schule ist, wie Schulleiter Andreas Tempel deutlich macht. Zudem gehöre die Schule zu den Gründungsschulen des Projektes Fifty-Fift und habe am Bildungsprojekt der drei bergischen Großstädte ‚Zirkel des Lernens – Bildung für nachhaltige Entwicklung im bergischen Städtedreieck‘ teilgenommen.

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