CBS International Business School

Nachhaltigkeit steht im Mittelpunkt: Neuer Studiengang soll 2024 an den Start gehen

Philipp Gülke (CBS, v. l.), Jörg Püttbach (Bia), Dr. Heiner Giese (Item), Stefan Grunwald (Stadt-Sparkasse) sowie Ex-IHK-Präsident Thomas Meyer (Thomas-Meyer-Stiftung) unterzeichneten stellvertretend für weitere Firmen den Vertrag bei Maku in Ohligs.
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Philipp Gülke (CBS, v. l.), Jörg Püttbach (Bia), Dr. Heiner Giese (Item), Stefan Grunwald (Stadt-Sparkasse) sowie Ex-IHK-Präsident Thomas Meyer (Thomas-Meyer-Stiftung) unterzeichneten stellvertretend für weitere Firmen den Vertrag bei Maku in Ohligs.

Unternehmen stiften Lehrstuhl für „Technisches Nachhaltigkeitsmanagement“ an der CBS International Business School. Studiert werden soll ab 2024.

Von Björn Boch

Solingen Zuwachs in der Hochschullandschaft der Klingenstadt: In zwei Jahren sollen sich Studierende am Solinger Standort der CBS International Business School für „Technisches Nachhaltigkeitsmanagement“ einschreiben können. Das ist zumindest der Plan von CBS und Unternehmern aus der Stadt. Bis Herbst 2023 soll eine Kandidatin oder ein Kandidat gefunden sein, um den Studiengang zu entwickeln und idealerweise zum Wintersemester 2024 zu starten.

Bergische Firmen stiften die Professur für drei Jahre. Werden vereinbarte Ziele erreicht, wird um zwei Jahre verlängert. Danach soll die private Fachhochschule die Professur übernehmen – sie finanziert zudem eine 50-Prozent-Stelle für wissenschaftliche Mitarbeit. Die Verträge wurden am Donnerstagabend unterzeichnet. Zum finanziellen Umfang des Engagements gab es keine Angaben.

Das sagen die Unternehmer: Warum diese Professur entscheidend für die Zukunft ist, erklärte Unternehmer Jörg Püttbach (Bia). „Klar machen wir Klimaschutz und Recycling, weil wir es als Bürger dieser Welt schuldig sind. Aber es ist auch ein Wirtschaftsthema. Es macht ökonomisch Sinn, sich damit zu beschäftigen, weil es zu viel kostet, nicht nachhaltig zu sein.“ Nachhaltigkeit werde bereits heute gemessen und geprüft, etwa für Zertifikate. Das werde an Bedeutung zunehmen. „Und die Menschen, die es dafür braucht, gibt es nicht. Zumindest nicht genug.“

Zielgruppe für den dualen Masterstudiengang sind Bachelorabsolventen eines technischen Studiengangs. Wer die Professur wolle, brauche drei bis fünf Jahre Erfahrung in der Industrie, betonte Dr. Heiner Giese (Item). „Technisches Nachhaltigkeitsmanagement“ ist ein Arbeitstitel – es gibt bereits eine solche Vertiefungsmöglichkeit im CBS-Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen. Den Unternehmern ist die Suche nach technischen Lösungen wichtig – es dürfe nicht darum gehen, sich nur einen „grünen Anstrich“ zu verpassen. Weitere Firmen, die sich engagieren wollen, seien herzlich willkommen. Giese: „Je mehr, desto besser.“

Das sagen die Studierenden: Marlene Mens, Studentin in General Management, beschrieb eine „Verzweiflung bei jungen Menschen, dass nicht genug passiert“. Es sei wichtig herauszufinden, wie Nachhaltigkeit und Wirtschaft kombinierbar seien. „Und man muss aufpassen, dass es keine Marketingmasche ist.“ Sebastian Hammacher, Student in Wirtschaftsingenieurwesen, ist auf der Suche nach Innovationen und Technologien, mit denen Nachhaltigkeit gestaltet werden kann. „Ich hoffe, dass ich das in den kommenden Semestern vertiefen werde.“

Das sagt die Hochschule: CBS-Geschäftsführer Philipp Gülke zeigte sich „überwältigt“ – das Bekenntnis der Wirtschaft zur Region sei bemerkenswert. „Was an einem Standort passiert, ist in höchstem Maße personenabhängig. Hier wurde in kurzer Zeit auf die Beine gestellt, was an anderen Standorten so nicht möglich war.“ Professor Tanju Aygün, verantwortlich für den Solinger Standort, will diesen weiter entwickeln und weiter wachsen – „und das antizyklisch inmitten der Krise“. Damit habe die CBS Erfahrung. Zwar habe er sich schon vor Corona mit dem Oberbürgermeister getroffen und gemeinsam mit Unternehmern Ideen für den Hochschulstandort entwickelt. Start für die CBS in Solingen war aber im Oktober 2021 – zu einer Hochzeit der Pandemie.

Das sagt der Oberbürgermeister: Es sei „schön zu sehen, dass die Idee einer Hochschule auf fruchtbaren Boden getroffen ist“ – dank vieler engagierter Menschen, betonte OB Tim Kurzbach. Der jüngste Nachhaltigkeitstag der CBS sei besonders inspirierend gewesen. Und außerdem sehr pragmatisch, was aber auch kein Wunder sei: „Wir sind keine Region der Schwätzer. Wir packen an.“

Stifter und CBS

Stifter: Bia Oberflächentechnik, Item Industrietechnik, Stadt-Sparkasse Solingen, Thomas-Meyer-Stiftung und weitere, nicht genannte Firmen.

Hochschule: Die CBS bietet derzeit am Solinger Standort für rund 70 Studierende Duale Bachelor in General Management, Wirtschaftsinformatik sowie in Wirtschaftsingenieurwesen an.

Standpunkt von Björn Boch: Die beste Werbung

bjoern.boch@solinger-tageblatt.de

Es sind im Wortsinn Krisenzeiten für die Wirtschaft. Auf die Pandemie folgte der Krieg, dann der Preisschock bei den Energiekosten. Um so höher ist es den stiftenden Unternehmern anzurechnen, dass sie in der jetzigen Situation eine Investition dieser Tragweite tätigen. Die Krisenzeiten sind zugleich der Grund, warum über die Höhe nicht gesprochen wird und nicht alle Unternehmen genannt werden wollen.

Obwohl die neue Professur an der Solinger CBS die beste Werbung dafür ist, was erreicht werden kann, wenn alle zusammenarbeiten: Angefangen bei Impulsgeber Tim Kurzbach über die Wirtschaft, die das Potenzial der Hochschule sofort erkannt hat bis zur CBS, die das Potenzial Solingens erkannt hat. Nachhaltigkeit als Begriff ist überstrapaziert und muss mit konkreten Ideen angereichert werden. Schön, dass das bald auch an einer Solinger Hochschule geschieht.

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