Nur noch Schlamm statt Wiese

Nachbarn wünschen sich mehr Grün am Treppenbach

Die Kannenhofer Bürger setzen sich für die Begrünung der planierten Fläche am Treppenbach ein. Foto: Michael Schütz
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Die Kannenhofer Bürger setzen sich für die Begrünung der planierten Fläche am Treppenbach ein.

Nach Arbeiten an einem neuen Regenüberlauf wird Kritik an langsamer Renaturierung laut.

Von Sebastian Dorfmüller

Solingen. ST-Leser Rudolph Rutten wendete sich an unsere Redaktion und bat um Hilfe. Es ging um die Begrünung einer planierten Fläche neben dem Treppenbach am Kannenhof. Er passiere die unschöne Fläche jeden Tag und störe sich daran. Anfang des Jahres wurden dort Bauarbeiten beendet. Seitdem befindet sich an der Stelle nur plattgedrückte Erde, aber keine Wiese oder Pflanzen.

„Der Bereich um den Treppenbach ist eine richtige Kultspielstätte und ein richtiger Premiumspielplatz“, schrieb er Anfang März der Stadtverwaltung. Es wäre schade, wenn diese „Schlammwüste“ dort so bestehen bliebe. „Gruppen aus den umliegenden Kindergärten und Familien spielen hier seit Generationen“, heißt es in seinem Brief an die Verwaltung.

Als er auf seine Anfrage keine Antwort erhielt, wandte er sich an unsere Redaktion und sammelte gleichzeitig Unterschriften von Gleichgesinnten aus der Kannenhofer Nachbarschaft, die sich ebenfalls an der Fläche stören. „Mit unserer Unterschrift unterstützen wir den Vorschlag, den Bereich um den Treppenbach zur besseren Nutzung für Spielgruppen und Spaziergänger zu verschönern“, heißt es auf dem Unterschriftenzettel.

„Anfang des Jahres wurde im Bereich des Treppenbaches ein neuer Regenüberlauf gebaut“, sagt Sabine Rische, Sprecherin der Stadt. Im Zuge dessen sei die grüne Wiese umgegraben worden, so dass nur noch die Schlammfläche zurückblieb. Auf jeden Fall solle es dort auch wieder grün werden. Im Wesentlichen setze die Stadt hier auf Sukzession.

Solingen: Pflanzen sollen sich den Bereich selber zurückerobern

„Die Pflanzen sollen also natürlich und ganz von allein zurückkehren“, heißt es weiter. So sei es bereits im Genehmigungsverfahren mit der Unteren Naturschutzbehörde festgelegt worden. Auch punktuelle Pflanzungen seien vorgesehen. Dies wollte man im zeitigen Frühjahr tun, musste es dann wegen umfangreicher weiterer Arbeiten jedoch in den Herbst verschieben. „Sicher ist aber: Es wird dort wieder grün“, sagt Sabine Rische. Rudolph Rutten und seine Anhänger sind von dem geplanten Vorgehen jedoch nicht überzeugt. Wenn man nur auf Sukzession setze, würde der planierte Bereich nur zunehmend verunkrauten. Dadurch wäre er dann für die Menschen nicht nutz- oder bespielbar.

Neben der Begrünung fordert die Gruppe außerdem noch die Ausstattung der Fläche mit Tischen und Stühlen. „Es könnten Steintische und -bänke aufgestellt werden, ähnlich denen auf Autobahnrastplätzen“, schreibt Rutten. Darüber hinaus sei zusätzlich eine Verbesserung des Zufahrtsweges an der Theegartener Straße notwendig. Dieser gut begehbare Schlammpfad sei im Zuge der Bauarbeiten zugeschüttet worden, um die Befahrbarkeit für die Bagger zu gewährleisten. „Der Weg zum Treppenbach ist mit grobem Schotter belegt und in diesem Zustand nur sehr schlecht begehbar“, sagt er. Vor allem für ältere Menschen und Menschen mit Kinderwagen sei dies beinahe unmöglich. „Das muss feiner gemacht werden“, sagt Rutten. Sicherlich gebe es dazu auch noch andere gute Ideen, beispielsweise von Spezialisten der Stadt, ist der Anwohner vom Kannenhof überzeugt.

„Die Pflanzen sollen natürlich und von ganz alleine zurückkehren.“

Sabine Rische, Stadtsprecherin

Die Liste mit den Forderungen wurde von 15 Bürgern unterzeichnet und dann an die Stadt geschickt. Eine Stellungnahme dazu gab es bisher jedoch noch nicht. Dass seine erste E-Mail unbeantwortet blieb, sei einem Missverständnis geschuldet, sagt die Stadt. Die Nachricht sei an den falschen Ansprechpartner geschickt worden, dann zwar an den zuständigen Kollege weitergeleitet – dieser sei aber längere Zeit erkrankt gewesen.

„Es wäre wirklich prima, wenn man diese bearbeitete Fläche sinnvoll begrünen würde“, sagt Rutten. Dadurch würde die Stadt ein Stück schöner gemacht werden, und gleichzeitig würde man den Bürgern damit eine große Freude bereiten.

Hintergrund

Sukzession beschreibt die natürliche Rückkehr der für einen Bereich typischen Pflanzen, Tieren und Pilze, die sich nach einer Störung – zum Beispiel Bauarbeiten – regenerieren. Umgangssprachlich werden Flächen, die sich selbst überlassen werden, oft als Sukzessionsflächen bezeichnet.

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